Darum gehts
- Kloten wird von Ambri abgefertigt und verliert 0:5
- Im Pausen-Interview redet Verteidiger Bernd Wolf Klartext
- Welche Match-Erinnerung den Österreicher trotzdem positiv bleiben lässt
Für Applaus gibts beim Spiel zwischen Kloten und Ambri kaum Gründe. Nach solidem Start kassieren die Zürcher Unterländer unglückliche Tore und ihr Selbstvertrauen rasselt in den Keller. Die Biancoblu setzen Nadelstich um Nadelstich, und die Klotener wissen nicht, wie ihnen geschieht. Geklatscht wird dennoch – in der zweiten Pause nach dem kurzen Interview mit Bernd Wolf, das über den Video-Würfel zu sehen ist.
Der Verteidiger ist voller Emotionen, als er gefragt wird, was ein solches Spiel mental mit einem macht. Da führt Ambri bereits 4:0. Der Österreicher mahnt, dass man trotzdem nicht auseinanderfallen dürfe. Und er wendet sich dann direkt ans Publikum: «Ich verspreche euch, wir werden nach der Pause rauskommen und alles versuchen.» Und er bedankt sich auch für die Unterstützung in einem solchen Spiel. Da wird erstmals geklatscht.
Das Duell verlieren die Klotener noch 0:5, Wolf jedoch nicht seine klaren Worte. Wo er die Gründe sieht für den sportlichen Tiefflug? «In der Ungeduld», sagt der 29-Jährige. «Wir versuchen, innert fünf Minuten das Spiel zu entscheiden, statt den Rhythmus zu lesen und auf den richtigen Moment zu warten.» Er veranschaulicht es mit Weihnachten. «Wie wenn Kinder die Pakete unter dem Christbaum sehen und sie einfach aufreissen, statt auf die Bescherung zu warten. Wir dürfen nicht wie kopflose Hühner ins Verderben rennen», doppelt er nach.
Negativtrend als Kollektiv stoppen
Wie es der Nationalspieler persönlich schafft, an solchen schwarzen Abenden nicht die Hoffnung zu verlieren, erklärt er anhand einer Erinnerung an ein für ihn unvergessliches WM-Spiel. Mai 2024, Prag: Die Österreicher liegen scheinbar hoffnungslos 1:6 zurück gegen Favorit Kanada. Dann dreht Wolfs Team auf. Mit fünf Toren im Schlussdrittel erzwingt es eine Verlängerung, verliert 6:7, luchst den Kanadiern aber einen Punkt ab. «Diese Erinnerungen lasse ich in solchen Momenten aufleben. Solche Geschichten kann der Sport schreiben, wenn man ein Underdog ist.»
Nur nicht an diesem Abend gegen Ambri. Wolf sieht nur eine Chance, wie dieser Negativtrend aufgehalten werden kann: «Als Kollektiv. Es geht nur als Team, das ist der Stand der Dinge. Wir könnten uns jetzt einfach bemitleiden, das wäre einfach, aber wir müssen positiv denken.» Aktuell aber hinkt Kloten der Liga hinterher, kommt im Schnitt nicht mal auf ein Tor pro Match. Und nun wartet zweimal Gegner Lausanne.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 11 | 21 | 30 | |
2 | Genève-Servette HC | 12 | 6 | 24 | |
3 | SCL Tigers | 12 | 5 | 19 | |
4 | HC Ajoie | 13 | -3 | 19 | |
5 | HC Ambri-Piotta | 11 | -1 | 18 | |
6 | HC Fribourg-Gottéron | 11 | 9 | 18 | |
7 | Lausanne HC | 13 | -2 | 18 | |
8 | SC Bern | 10 | 2 | 17 | |
9 | HC Davos | 12 | -3 | 16 | |
10 | HC Lugano | 11 | 2 | 15 | |
11 | EV Zug | 7 | 10 | 13 | |
12 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 12 | -17 | 11 | |
13 | EHC Biel | 11 | -7 | 10 | |
14 | EHC Kloten | 12 | -22 | 9 |