Ein Markenzeichen der ZSC Lions war in ihren erfolgreichen letzten Jahren stets ihre starke Verteidigung. Eine Verteidigung, die aber auch in die Jahre kommt: Bis auf Tim Berni (26) und Jan Schwendeler (22) sind von den Stammspielern alle über 30. Früher oder später ist eine Verjüngung für die Zürcher alternativlos.
Die Verpflichtung von Fribourgs Simon Seiler (29) auf die nächste Saison ist da bereits ein erstes Zeichen. Daneben drängen aus der eigenen Organisation junge Spieler wie Nino Niedermann (21), der nach viel Verletzungspech nun wieder angreifende Timo Bünzli (21) oder der aufstrebende Noel Ulrich (19) nach.
Geering: «Habe noch viel Eishockey in mir drin»
Da stellt sich die Frage, wie es mit den beiden Ältesten in der aktuellen ZSC-Verteidigung, Yannick Weber (38) und Patrick Geering (36), weitergeht – zumal ihre Verträge Ende Saison auslaufen. Blick hat mit den beiden verdienstvollen Lions-Routiniers gesprochen und bei beiden herausgespürt, dass sie weiterhin viel Lust auf Hockey haben. Das Wort «Rücktritt» hat keiner von beiden in den Mund genommen.
«Es macht mir Spass, ich habe keine körperlichen Baustellen und bin weiterhin heiss darauf, zu gewinnen. Ich nehme jetzt mal Spiel für Spiel, habe aber das Gefühl, dass ich noch viel Eishockey in mir drin habe», sagt etwa Geering. Und meint er weiter: «Grundsätzlich sehe ich diese Saison noch nicht als meine letzte. Wie lange ich noch spielen möchte, weiss ich nicht. Ich bin in einem Alter, in dem man Jahr für Jahr schaut.»
Leuenberger treibt Verjüngung voran
Bei Weber tönt es ähnlich: «Ich habe mir stets gesagt, dass ich weiterspiele, solange ich die Leistung, die ich von mir erwarte, abrufen kann und hier erwünscht bin. Wenn ich dem Team helfen kann, macht es einfach auch Spass.» Er schätze sich glücklich, dass er gesund sei und noch immer spielen könne, aber ab einem gewissen Alter mache man sich automatisch seine Gedanken: «Ich bin mir bewusst, dass meine Karriere nicht noch fünf weitere Jahre dauern wird. Eines Tages wird der Entscheid kommen, ein neues Kapitel aufzuschlagen, aber aktuell bin ich mit viel Freude und Spass mitten in der Saison. Ich kontrolliere, was ich kontrollieren kann – alles andere werden wir sehen.»
Doch wie geht ZSC-Sportchef Sven Leuenberger (57) mit den älteren Semestern in seiner Verteidigung um? «Wir sind in Gesprächen. Beides sind gute Hockeyspieler, aber dass sie nicht bis 50 spielen können, ist auch klar. Wir wollen auch nicht, dass es die berühmte Saison zu viel wird. Irgendwann müssen wir unsere Verteidigung verjüngen», sagt der ehemalige Nati-Verteidiger.
Weber noch immer die Nummer 5 im Team
Im Sturm sei es in den letzten Jahren gelungen, den Altersschnitt zu drücken, in der Verteidigung stehe dieser Schritt noch bevor, meint Leuenberger weiter. Er verweist jedoch darauf, dass ein Verteidiger im Eishockey rein grundsätzlich eine etwas längere Haltbarkeit habe als ein Stürmer.
Weber kommt in dieser Saison noch immer auf eine durchschnittliche Eiszeit von 18:15 Minuten. Damit ist er die Nummer 5 im Team und die Nummer 3 unter den Verteidigern. Der frühere NHL-Spieler tut dem souveränen Leader mit seiner Präsenz und seiner Zweikampfhärte weiterhin enorm gut.
Ist für einen von beiden fertig?
Der Einfluss von Geering auf dem Eis ist im Lauf der letzten Jahre etwas geringer geworden, aber er ist der Captain und schultert ebenfalls noch immer eine durchschnittliche Eiszeit von 16:10 Minuten. Damit ist er die Nummer 11 im Team, die Nummer 5 unter den Verteidigern – und liegt beispielsweise vor Nati-Verteidiger Christian Marti (33).
Natürlich will sich Leuenberger, der als Sportchef bei Bern und dem ZSC insgesamt schon acht Meistertitel feierte, nicht in die Karten blicken lassen. Doch es könnte zur Realität werden, dass zumindest für einen der beiden verdienstvollen Spieler nach dieser Saison Schluss ist. Dass gleich beide in den Ruhestand entlassen werden und die Verteidigung dadurch einen groben Umbruch erfährt, scheint dagegen eher unwahrscheinlich.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 10 | 18 | 27 | |
2 | Genève-Servette HC | 11 | 4 | 21 | |
3 | SCL Tigers | 11 | 7 | 19 | |
4 | HC Fribourg-Gottéron | 11 | 9 | 18 | |
5 | HC Ajoie | 11 | -3 | 16 | |
6 | HC Ambri-Piotta | 10 | -6 | 15 | |
7 | HC Lugano | 10 | 3 | 15 | |
8 | Lausanne HC | 11 | -4 | 15 | |
9 | SC Bern | 9 | 1 | 14 | |
10 | EV Zug | 7 | 10 | 13 | |
11 | HC Davos | 11 | -4 | 13 | |
12 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 11 | -14 | 11 | |
13 | EHC Biel | 10 | -4 | 10 | |
14 | EHC Kloten | 11 | -17 | 9 |