Lückenfüller – oder doch mehr?
SCRJ-Moy und HCD-Jung: Trotz Nicht-Aufgebot bei Olympia dabei

Weil die NHL-Spieler erst ein paar Tage nach dem Rest des Nati-Teams in Mailand eintreffen, wird die Mannschaft noch für die Trainings aufgefüllt. Die Nicht-Nominierten Tyler Moy und Sven Jung reisen mit nach Italien.
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Nati-Trainer Patrick Fischer reist mit seiner Mannschaft am 5. Februar direkt nach dem Fassen der Olympia-Kleidung nach Mailand.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Tyler Moy und Sven Jung reisen zur Olympia-Eröffnung nach Mailand
  • Beide Spieler wurden nicht fürs Turnier nominiert, sind aber Trainingsgäste
  • Einige Schweizer NHL-Stars reisen erst Tage nach dem Team an
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

In einer Woche steigt die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Mailand. In Italien bei der unvergesslichen Sause dabei sind zwei Nati-Akteure, die von Trainer Patrick Fischer (50) gar nicht fürs Olympia-Turnier nominiert worden sind: Der Lakers-Star und letztjährige WM-Topskorer Tyler Moy sowie HCD-Verteidiger Sven Jung. Geht das mit rechten Dingen zu? Tatsächlich, und das ist die Erklärung.

Die Schweizer besammeln sich am kommenden Mittwoch in Kloten. Am Donnerstag decken sie sich in Dietikon ZH mit der offiziellen Olympia-Kleidung ein und reisen von dort direkt nach Mailand. Von unseren zehn NHL-Stars aber sind da noch nicht alle dabei. Die meisten rücken erst am Sonntag aus Nordamerika nach, weil die NHL nicht wie die National League schon nach diesem Wochenende pausiert, sondern erst ab dem 5. Februar.

Darum füllt Fischer – wie auch die meisten seiner Berufskollegen anderer Nationen – die anfängliche Rumpftruppe für die ersten Tage noch mit Trainingsgästen auf. In seinem Fall eben mit Moy und Jung.

Moys Kampf mit den Gefühlen

Statt wie ihre Klubkollegen in der Nati-Pause auf Erholungs-Kurzurlaub zu gehen, steht für sie ein Olympia-Reisli an. Irgendwie eine merkwürdige Situation, oder? «Ich versuche, sie nicht zu werten», sagt etwa SCRJ-Leistungsträger Moy, der keinen Platz im Olympia-Team gefunden hat, weil die Top-6-Stürmer gesetzt sind und es für ihn in den hinteren Reihen keine passende Rolle gibt.

Diesen Entscheid zu verarbeiten, sei für ihn schwierig gewesen. Mit drei Wochen Abstand sieht er ihn mit Verständnis, «manchmal hat der Trainer harte Entscheide zu treffen». Der 30-Jährige lässt die Olympia-Reise so neutral wie möglich auf sich zukommen, «ich bin dankbar, dass ich einer der nächsten Kandidaten bin. Und wer weiss …»

So geht auch HCD-Verteidiger Jung an die Sache ran. «Im Hockey kann es schnell gehen und alles kann passieren.» Der 31-Jährige hat jedoch immer genau gewusst, woran er bei Nati-Trainer Fischer ist dank dessen offener und transparenter Kommunikation. Und dass dieser zwischen ihm und Genfs Tim Berni wählen wird.

Fischers Anruf mit der Info, dass er mit dem Team dennoch nach Mailand aufbrechen könne, überrascht Jung dann doch etwas. «Etwas Einmaliges im Leben. Obwohl es sein könnte, dass ich mit Moy einfach ein bisschen mittrainiere und dann wieder heimfahren muss.» Dass die beiden jedoch an der Eröffnungsfeier vom 6. Februar für die Schweiz einlaufen können, haben weder er noch Moy auf dem Radar gehabt.

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