Frauen-Team nun doch vor dem Aus?
Jetzt entscheidet die Liga über das Langenthal-Schicksal

Das Koordinationsgremium von Swiss Ice Hockey entscheidet, ob Langenthals Frauen-Team bei einem neuen Klub unterkommen darf oder nicht. Die Antwort ist hängig, die Zeit knapp.
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War es die letzte Partie für die Langenthal-Spielerinnen Melina Berger (l.) und Lisa Zimmermann?
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Langenthal kämpft um den Erhalt seines Frauen-Teams, Entscheidung bis 31. Januar
  • Verwaltungsrat fordert Lizenz zurück, um Team an neuen Klub zu übergeben
  • Koordinationsgremium von Swiss Ice Hockey entscheidet über Antrag
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Langenthals Frauen-Sportchef Ruedi Minder setzte ein Ausrufezeichen, als er vor bald zwei Wochen betont hat, dass sein Team nicht aufgeben, sondern weiterbestehen möchte und man auf der Suche nach einem neuen Klub ist, der es übernimmt. Dafür bleibt ihm und den Unterstützern noch bis am 31. Januar Zeit. Bis zum Ende dieser Frist müssen bei Swiss Ice Hockey ein allfälliger Rückzug oder Auf- wie Abstiegspläne gemeldet werden.

Die Zeit wird knapp. Was ist also der aktuelle Stand des Falls?

Fakt ist, dass sich der Verwaltungsrat der SC Langenthal AG nochmals richtig ins Zeug gelegt hat und aktiv geworden ist. In einem Schreiben verlangt er vom Verband seine Lizenz zurück. Das ist nötig, um sie einer Nachfolgeorganisation weitergeben zu können. Doch jetzt wirds bitter: Der SC Langenthal hat bereits Mitte Dezember offiziell das Aus des Frauenteams (aus finanziellen Gründen) verkündet, im Nachhinein ein überhasteter Entscheid.

Lausanne steht schon bereit

Noch schneller reagiert Swiss Ice Hockey. Bereits am selben Tag folgt eine Stellungnahme des Verbandes, zwar mit Worten des Bedauerns, jedoch gleichzeitig mit der Botschaft, dass infolge des Rückzugs die Ligaqualifikation zwischen Women’s League und SWHL B entfällt und dass «Swiss Ice Hockey in engem Austausch mit den aufstiegsbereiten Teams der SWHL B steht, um sicherzustellen, dass die PFWL auch in der kommenden Saison mit acht Teams durchgeführt werden kann». Aufstiegsverzichte müssten der SIHF bis Ende Januar gemeldet werden.

Interessiert an einem (Gratis-)Aufstieg in die höchste Liga dürfte mit Lausanne der nächste Grossklub sein, derzeit auf dem 2. Platz in der SWHL B hinter Brandis. Langenthal-Sportchef Minder hat den Verband jedoch längst über das anhaltende Interesse an einem Verbleib in der Women’s League orientiert.

Und jetzt? «Unser Schicksal liegt nun in anderen Händen.» Mehr möchte Minder derzeit nicht dazu sagen.

Gremium hat das letzte Wort

Bedeutet: Das Koordinationsgremium (KG) von Swiss Ice Hockey, in dem nebst Ligen- und Cup-Direktor Paolo Angeloni und VR-Vizepräsident Marc-Anthony Anner eine Vertreterin des Frauenhockeys sowie drei Regionalpräsidenten (Ost-, Zentral-, Westschweiz) und sechs Regionalvertreter sitzen, hat das letzte Wort. Und muss nun über den Antrag des Langenthal-Verwaltungsrates entscheiden. Und somit über das Weiterbestehen des Frauenteams.

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