Darum gehts
- Lena-Marie Lutz führt mit 19 Toren die Women’s-League-Torschützenliste an
- Nach schwerer Verletzung und zwei Operationen schafft sie es ins Olympia-Team
- Wichtige Spielerin bei Ambri-Piotta, stärkt auch die Frauen-Nati für 2026
Lena-Marie Lutz (24) ist auf dem Weg zu ihrer mit Abstand besten Saison in der höchsten Liga. Derzeit ist die Ambri-Stürmerin mit 19 Toren die treffsicherste Spielerin der Women’s League.
Logisch, fungiert sie im Olympia-Aufgebot von Frauen-Nationaltrainer Colin Muller (62).
Allerdings: Noch vor wenigen Monaten schien es so, als würde eine schwere Verletzung den Olympia-Traum jäh zerplatzen lassen.
Erst in der Reha wird das ganze Ausmass der Verletzung deutlich
Es passiert im zweiten Playoff-Halbfinalmatch zwischen Davos und Zug. Die damalige EVZ-Spielerin Lutz ist im Forechecking und überlegt einen kurzen Moment, bevor sie in die Ecke zum Puck geht. Im Zweikampf wird sie von hinten angerempelt und prallt mit den Beinen voran wuchtig in die Bande. «Das obere Bein konnte ich noch wegziehen, das untere nicht mehr», erinnert sie sich an den fatalen Moment.
Die Folge: Mehrfacher Schien- und Wadenbeinbruch sowie ein gerissenes Syndesmoseband am oberen Sprunggelenk. Eine Operation ist unumgänglich.
Auf den ersten Eingriff muss Lutz lange warten, aufgrund der Schwellung und weil sie krank wird. Doch erst in der Reha werden ihr das Ausmass und die Schwere der Verletzung so richtig klar. Eine zweite OP ist nötig. Die Knochen werden mit Platten und Schrauben fixiert, am Sprunggelenk braucht es eine so genannte Stellschraube. «Lange war überhaupt keine Belastung möglich. Danach musste ich wieder Laufen lernen.»
Verloren gefühlt im ersten Nati-Camp
Wegen der Verletzung verpasst Lutz das WM-Turnier 2025, das Jahr davor hatte ihr eine Gehirnerschütterung bereits einen Strich durch die WM-Rechnung gemacht. Die Freude über das fast nicht mehr für möglich gehaltene Olympia-Ticket ist darum extrem.
Erst im vergangenen August kehrte Lena-Marie Lutz erstmals aufs Eis zurück, bekam dort aber den Off-Ice-Trainingsrückstand zu spüren. «Im erste Nati-Camp fühlte ich mich verloren. Tempo und Timing fehlten.» Da geriet Lutz auch mal ins Zweifeln, ob sie je wieder ihre Bestform erreichen würde. Doch für ihren zweiten Olympia-Traum nach Peking 2022 arbeitet die Stürmerin hart, nachdem sie vom EVZ zu Ambri-Piotta gewechselt ist. «Es war zwar eine schwierige Zeit, aber mental auch erleuchtend.»
Dabei ist sie als Mensch und danach nun auch als Spielerin gereift, ist eine Leistungsträgerin. Der Grund? «Ich fühle mich absolut wohl in Ambri.» Die Leventinerinnen sind die ersten Verfolgerinnen der Zuger Leaderinnen – überraschend? «Nein, wir sind ein charakterstarkes Team. Keine Spielerin scheut sich vor Verantwortung und wir machen einander stärker.» Lutz gehört mit den Ausländerinnen Michaela Pejzlova (28, Tsch), Fanny Rask (34, Sd) und Julia Liikala (24, Fi) zu den besten Spielerinnen ihres Teams. Und macht auch wieder die Nati stärker.




