Darum gehts
- SC Langenthal zieht Frauen-Team zurück, Team bleibt dennoch aktiv
- Spielerinnen kämpfen um Verbleib in der Women’s League und Unterstützung
- Mannschaft hat bis 31. Januar Zeit für Zukunftsentscheidung
Im Spiel um Bronze im Schweizer Cup der Frauen wird es nochmals richtig eng zwischen den ZSC Lions und Langenthal. Die Zürcherinnen führen 4:0, als die Oberaargauerinnen aufdrehen und auf 2:4 herankommen. Zu einer Wende reicht es aber nicht mehr. «Wir hatten vor diesem Cup-Weekend lange spielfrei und fanden unseren Rhythmus nicht», sagt Frauen-Sportchef Ruedi Minder. «Aber momentan kämpfen wir nicht nur auf, sondern vor allem neben dem Eis.»
Der Grund: Der SC Langenthal hat das Frauen-Team aus finanziellen Gründen fallen gelassen und Mitte Dezember den Rückzug vermeldet – aber mit dem Entscheid und der Formulierung der Medienmitteilung wurde die Mannschaft vor vollendete Tatsachen gestellt. «Es ist eine traurige Geschichte. Die Verkündung war voreilig und falsch», so Minder, der gleichzeitig der Geschäftsführer der Kunsteisbahn Schoren in Langenthal ist. Deshalb möchte er die Fakten präzisieren: «Uns gibt es noch. Wir sind aktuell einfach ein Team ohne Klub.»
Saison wird zu Ende gespielt
So leicht geben die Langenthalerinnen, die sich in den letzten zehn Jahren von der untersten bis in die oberste Liga gekämpft haben, nicht auf. Die Mitteilung des Klubs setzt sie allerdings massiv unter Druck, «wir mussten von null auf hundert aktiv werden, der Staff wirbelt». Auch weil der Verband darauf bereits mit einer verfrühten Modus-Änderung betreffend Auf- und Abstieg reagiert hat. Dabei dauert die Frist noch bis am 31. Januar, bis die Klubs ihren Rückzug oder allfällige Abstiegspläne und Aufstiegs-Interessen melden können. Der Sportchef betont, dass sein Team die Saison normal zu Ende spielen wird, inklusive Playouts gegen Neuchatel. Und dies noch als SC Langenthal.
Und künftig unter welcher Flagge? Das oberste Ziel, so Minder, sei der Verbleib in der Women’s League. «Wir führten schon gute Gespräche mit Klubs bezüglich unserer Zukunft.» Noch sei aber nichts in trockenen Tüchern. Er sieht vor, dass das Team seinen Standort in Huttwil behält und das Projekt dort weitergeführt wird – die Spielerinnen sowie der gesamte Staff bleiben dem Team treu. «Wir möchten in der Region weiterhin das Zugpferd sein fürs Frauen-Hockey. Es gibt viele Mädchen im Nachwuchs.» Auch der Verband ist informiert worden über das Weiterbestehen und die Zukunftspläne des Teams. Jetzt braucht es nur noch eine Organisation, in der das Team seinen Platz findet.