Darum gehts
Ambri gewinnt in Genf und holt einen Punkt in Fribourg – und feuert dann den Trainer. Mindestens von aussen ist das die Chronologie der Ereignisse, auch wenn man intern wohl (hoffentlich) bereits nach den Heimniederlagen gegen Kloten und Zürich aktiv wurde. Der Eindruck? Die nackte Panik. Die Befürchtung? Da sind Amateure am Werk.
So ähnlich wie vor der Zeit von Paolo Duca, als in Ambri Koffer aufs Eis flogen (das Volk wollte Trainer Benoît Laporte nicht mehr sehen) oder Sportdirektoren beschäftigt wurden (Ivano Zanatta), die kaum zu sehen und noch weniger zu hören waren.
Tapola-Hockey mit Chris DiDomenico?
Jetzt holt man mit Jussi Tapola (51) einen Konzept-Trainer als Brandlöscher, und das erst mal für acht Spiele. Das Ziel ist das Niemandsland der Plätze 11 oder 12, weiter nach oben schafft es Ambri in dieser Saison nicht mehr, der Rückstand auf die Play-Ins ist grösser als der Vorsprung auf Ajoie.
Der Konzept-Trainer Tapola benötigt allerdings Zeit, um seine Ansprüche an die Mannschaft in den Alltag zu integrieren, da wird der Finne auf die Zähne beissen müssen. Und wie soll sich Tapola mit Chris DiDomenico anfreunden? Die exzentrischen Allüren des 36-jährigen Kanadiers sind bekannt, beim SC Bern konnte sich Tapola nicht mal mit dem pflegeleichten Dominik Kahun arrangieren. DiDo spielt Knebel-Hockey, immer mit dem Kopf durch die Wand, begnadet im Umgang mit dem Puck, aber nicht in der Lage, sich einem taktischen Konzept zu unterwerfen. Das ist Anti-Tapola-Hockey. Wo das hingeführt hat? Auf Platz 13.
Strategie? Welche Strategie?
Als Geschäftsführer Andreas Fischer vor etwa einem Monat eine sportliche Strategie versprach, die es bei Ambri noch nie gab – meinte er damit vielleicht eher eine Strategie, die es bei Ambri längere Zeit nicht mehr gab? Ambri ist zurück im Chaos, am 8. Februar soll eine Generalversammlung Licht ins Dunkel bringen, man braucht einen Nachfolger für Filippo Lombardi, den ehemaligen Präsidenten, der viel Gutes für den Verein geleistet hat, am Schluss aber komplett die Nerven verlor.
Was die aktuellen Verantwortlichen bei diesem Treiben vergessen, sind die Auswirkungen auf den Markt. Das erratische Verhalten beschädigt das Image, da kann man mal beim SC Bern nachfragen. Das von Fischer und dem designierten Sportchef Weibel vorgestellte Konzept mit «jungen, leidenschaftlichen Spielern» ist ausserdem kein Konzept, sondern inhaltloses Geschwätz. Junge, leidenschaftliche Spieler suchen alle, das ist kein Alleinstellungsmerkmal, nur haben andere Klubs viel mehr zu bieten als Ambri im aktuellen Zustand.
