Olten-Captain Obrist spricht über Comeback nach Sieg gegen Krebs
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«Finde keine Worte dafür»:Olten-Captain Obrist spricht über sein Comeback

Trotz Traum-Comeback für Olten
Darum ist Obrist nach Krebs-Kampf wieder aus Aufstellung verschwunden

Olten-Captain Patrick Obrist hat den Krebs überwunden und feierte am Samstag ein emotionales und erfolgreiches Comeback. Trotzdem ist er danach wieder aus der Aufstellung verschwunden. Er erklärt weshalb.
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Mit dieser Choreo wird Obrist bei seinem Comeback empfangen.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Darum gehts

  • Patrick Obrist kehrt nach Krebsdiagnose zurück und spielt für Olten.
  • Er erzielte beim 3:2-Sieg gegen GCK Lions ein Tor.
  • Am 7. November 2025 wurde er offiziell als krebsfrei erklärt.
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Er hat eine mehrmonatige Leidenszeit hinter sich, gegen den Krebs angekämpft. Es war sein grosser Wunsch, noch in dieser Saison wieder zu spielen, ohne dabei allerdings etwas zu überstürzen. Dieser Wunsch ist für Olten-Captain Patrick Obrist (32) am vergangenen Samstag in Erfüllung gegangen. Beim 3:2-Sieg nach Verlängerung im Swiss-League-Spiel gegen die GCK Lions war es so weit.

Die Oltner Fans begrüssen ihn mit einer herzerwärmenden Choreo. «Welcome back» steht darauf, dazu seine Rückennummer 13. Auf der Tribüne teilt seine Familie diesen einzigartigen Moment mit ihm, dazu gehört auch sein Schwager, ZSC-Star Denis Hollenstein (36). Die Kinder halten selbstgemalte Karton-Plakate hoch, auf denen steht: «Obi, euse Superheld.» All das zu sehen, geht unter die Haut. «Ich hatte wässrige Augen», gesteht Obrist.

Gänsehaut nach seinem Tor

Und der Österreicher spielt denn auch wie ein Superheld. Er schiesst in der 25. Minute tatsächlich den Treffer zum 1:1. Der nächste emotionale Moment an diesem besonderen Tag. Denn die Zuschauer erheben sich und klatschen während einer Minute. «Später kamen Leute zu mir und sagten, dass sie Gänsehaut hatten, als ich das Tor geschossen habe», erzählt Obrist gerührt. Er bekommt fast 15 Minuten Eiszeit und erlebt trotz der langen Pause keinen Leistungseinbruch: «Ich hätte nicht gedacht, dass es derart gut klappt.»

Obrist bekommt auf einen Schlag den Lohn für all das, was er in den letzten Monaten investiert hat, um seine Gesundheit, sein normales Leben als Familienvater und seine Sportlerkarriere zurückzubekommen. «Es war ein wunderbarer Tag – wie Geburtstag, Weihnachten und Ostern zusammen. Das begann schon morgens in der Garderobe, als sich meine Teamkollegen so sehr freuten, dass ich am Abend spiele», so Obrist.

Krebsbefund als Erleichterung

Der in der Schweiz heimisch gewordene Vorarlberger erlebte im Sommer ein persönliches Drama: Es begann mit gewöhnlichen Grippesymptomen, die aber dazu führten, dass er sich immer kraftloser fühlte. Trotz mehrfacher Untersuchungen blieben die Ursachen unklar, eine grosse Belastung. Es fühlte sich für ihn «wie ein freier Fall» an, auch dunkle Gedanken kamen auf. «Manchmal fragte ich mich, ob ich morgen überhaupt noch lebe», erzählte Obrist, als er mit Blick kurz vor Weihnachten offen über seine Leidenszeit sprach.

Schliesslich brachte ein PET-CT den Durchbruch, und nach Entfernung eines Lymphknotens erhielt Obrist die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Der Befund war trotz allem eine Erleichterung, weil er endlich wusste, wogegen er ankämpfen musste. Die Ärztin sagte ihm Heilungschancen von über 90 Prozent voraus, was ihm Mut gab. Mit viel Zuversicht stellte sich Obrist der anstehenden Chemotherapie. Nach vier Zyklen bekam er am 7. November die erfreuliche Nachricht, dass er krebsfrei ist – ein Moment grosser Erleichterung und Freude.

Kein unnötiges Risiko eingehen

Und nun also zweieinhalb Monate später mit dem Comeback die nächsten Glücksgefühle. Doch am Dienstag fehlt Obrist beim Spiel gegen Thurgau (1:2) in der Aufstellung. Eine Vorsichtsmassnahme, für die man sich kurzfristig entschieden hat. Denn er möchte es trotz des tollen Starts nicht übertreiben. Das war von Anfang an der Plan, zudem hat er sich dieser Tage auch noch eine Erkältung eingefangen: «Ich will meinem Körper nach der langen Pause nicht zu viel auf einmal zumuten, riskieren, dass ich anfällig werde und dadurch auch die Verletzungsgefahr steigt.»

Es sei wichtig gewesen, das Ganze in einem Ernstkampf zu testen, «denn kein Training kann Spielpraxis ersetzen». Er wolle fortan jeweils von Tag zu Tag zusammen mit dem Staff situativ entscheiden und bei Bedarf die Stopptaste drücken. Obrist: «Vielleicht spiele ich am Freitag gegen Basel wieder, vielleicht aber auch erst nach unserer Olympiapause.»

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Swiss League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Sierre
HC Sierre
44
82
91
2
HC La Chaux-de-Fonds
HC La Chaux-de-Fonds
44
32
85
3
HC Thurgau
HC Thurgau
41
38
80
4
EHC Visp
EHC Visp
43
18
77
5
EHC Basel
EHC Basel
43
21
76
6
EHC Chur
EHC Chur
42
16
72
7
EHC Olten
EHC Olten
44
28
69
8
GCK Lions
GCK Lions
44
0
64
9
EHC Winterthur
EHC Winterthur
40
-31
43
10
Bellinzona Snakes
Bellinzona Snakes
43
-101
27
11
EHC Arosa
EHC Arosa
44
-103
24
Playoffs
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