Darum gehts
- SCRJ Lakers treffen am Montagabend auf SC Bern im ersten Duell der zweiten Play-In-Runde
- Rappi-Trainer Lundskog will gegen Ex-Klub gewinnen, fokussiert aber aufs Team
- 2024 übernahm Lundskog die Lakers und stabilisierte sie
Die Lakers haben die Enttäuschung über die erste verpasste Playoff-Chance gegen Zug abgeschüttelt und blasen zum Angriff gegen den SCB. «Wir haben uns selbst ein zu tiefes Loch gegraben, deshalb müssen wir nun den Umweg gehen», sagt SCRJ-Trainer Johan Lundskog (41).
Der Schwede meint damit die fatalen Schlussminuten des Play-In-Hinspiels in Zug, als sein Team noch ruckzuck zwei vermeidbare Gegentreffer kassiert und 2:5 verliert. Die Tordifferenz wird zur zu grossen Hypothek, der 2:1-Sieg im Rückspiel reicht nicht. «Daraus haben wir unsere Lehren gezogen.»
Nur ein Tag Zeit bleibt vor der zweiten Play-In-Runde gegen Bern, das erfordert eine schnelle Umstellung. Denn jetzt gilt: Playoffs oder Saisonende.
Genugtuung für Lundskog?
«Das ist eine grossartige Herausforderung», so Lundskog. «Es war nicht das schönste Hockey gegen Zug, und gegen Bern erwarte ich Ähnliches.» Vor allem aber den Playoff-Einzug. Niemand würde es dem 41-Jährigen verdenken, wenn er es als Genugtuung sähe.
Der Grund? Der SCB hat Lundskog 2021 die Chance zu seiner Headcoach-Premiere gegeben, nachdem er zwei Saisons bei Davos Assistenztrainer gewesen ist. Raeto Raffainer lotst den Doppelbürger (Sd, Ka) nach seinem Wechsel vom HCD-Sportchef zum SCB. Eineinhalb Jahre später feuert er Lundskog – nach einem Sieg gegen den ZSC und auf dem 6. Tabellenplatz liegend. Er wird als eine Art Bauernopfer gesehen.
Eine Entlassung nagt immer am Selbstvertrauen. So richtig zu beissen hat Lundskog jedoch ein Jahr später, als es bei Mannheim rumpelt und der DEL-Klub ihn ebenfalls freistellt. «Ich habe ein, zwei Tage gebraucht, um das zu verdauen. Es war schwieriger zu akzeptieren als das in Bern, weil es für mich keinen Sinn ergeben hat. Ich musste es einfach irgendwie abhaken», sagt er im Winter 2024 zu Blick. Es ist ein Karriere-Knick. Lundskog muss einen Schritt zurückgehen, um wieder vorwärts zu kommen.
«Es geht nicht um mich, sondern um den Playoff-Einzug»
2024 heuert er bei Rappi als Assistenztrainer an und wird zum Chef befördert, als Landsmann Stefan Hedlund gehen muss. Seither hat er die Lakers stabilisiert und auf Kurs gebracht. Und seinen Ruf aufpoliert? «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendwem etwas beweisen muss.»
An sich und seine Philosophie und Ideen glaubt Lundskog stets. Jetzt steht ausgerechnet der SCB zwischen ihm und den Playoffs. Von Revanchegelüsten will er jedoch nichts wissen, seither hätten dort mehrere Trainer und Sportchefs auch gehen müssen.«Am Ende des Tages geht es hier nicht um mich, sondern ums Team und den Playoff-Einzug».
Er fügt noch an: «Aber natürlich wäre es schön, am Montag mit einem Sieg aus dem Stadion zu laufen.» Vielleicht doch aus mehreren Gründen.


