Darum gehts
- SCB schlägt Biel 4:0, zeigt starke Defensive und Offensive
- Marco Müller beendet 23-Spiele-Torflaute mit zwei Treffern
- SCB nutzte 29 Ausländerkombinationen, setzte am Samstag auf Formel 1-2-3
Am Samstag zeigte der SCB ein Gesicht, das man in dieser Saison zu selten gesehen hat. Im Play-In-Rückspiel gegen Biel (4:0) setzte sich die Mannschaft von Heinz Ehlers souverän durch und liess die Seeländer schlecht aussehen. Die Balance stimmte. Zwischen einer geordneten, soliden Defensive und einer Offensive mit Durchschlagskraft. Und zwischen heissem Herzen und kühlem Kopf.
Nachdem man in den letzten Wochen Mühe gehabt hatte, war «Mörtel-Heinz» über die Bücher gegangen. «Es war ganz klar ein Fokus, dass wir hinten solider sein müssen. Im Hinspiel in Biel sind wir mehrmals geschwommen. Wir haben hinten sehr bissig gespielt und unseren Job gemacht», fand Tristan Scherwey nach dem Sieg am Samstag. Und Verteidiger Hardy Häman Aktell gab die Blumen zurück: «Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass wir nicht verlangsamen dürfen und stets schnell spielen müssen. Wir haben es so viel schwieriger für sie gemacht. Deshalb war unsere Defensive auch besser.»
Leader wie der bärenstarke Scherwey oder Waltteri Merelä, der an diesem Abend einen zusätzlichen Gang fand und seine Gegner mehrfach überlief, gingen voran. Goalie Adam Reideborn liess nichts anbrennen und feierte einen Shutout. Und mit Marco Müller traf einer gar zweimal, der davor 23 Spiele ohne Torerfolg geblieben war. Es fehlte nur noch, dass auch Miro Aaltonen den Dienst als Torschütze wieder aufgenommen hätte. Doch der Finne blieb zum zwölften Mal in Folge ohne Treffer.
«Es hätte 1:5 oder 1:6 sein können»
Manch einer mag angesichts des gelungenen Spiels schon vom Viertelfinal träumen und sich fragen, ob der SCB mit einer soliden Defensive und befreit von jeglichem Druck im Viertelfinal den überragenden Qualisieger Davos zumindest kitzeln könnte. Da kommen bereits Erinnerungen an den Raubzug von 2016 auf, als man unter Notnagel Lars Leuenberger nach einer miesen Saison von Platz 8 zum Titel durchstartete.
So weit ist der SCB aber noch lange nicht. Nur zwei Tage vor dem Sieg gegen Biel spielte die Mannschaft phasenweise völlig kopflos und liess jegliche defensive Stabilität vermissen. «Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, wir seien mit einer souveränen Leistung heimgefahren. Es hätte 1:5 oder 1:6 sein können», räumte Tristan Scherwey rückblickend ein.
Der SCB ist und bleibt eine Wundertüte. Wer kann da schon sagen, wie sich die Berner gegen die SCRJ Lakers schlagen werden? Auch wenn sie in der Qualifikation alle drei Partien unter Ehlers gewonnen haben und dabei nur vier Tore zuliessen.
Am Samstag hatte der dänische Coach zur Ausländer-Formel 1-2-3 mit Goalie Reideborn, den Verteidigern Häman Aktell und Lindholm, sowie dem Sturm-Trio Aaltonen, Merelä und Ejdsell gegriffen. Für einmal dürften die Berner, die, meist nicht ganz freiwillig, schon 29 unterschiedliche Ausländerkombinationen verwendet haben, nicht zu einem Wechsel gezwungen sein.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 52 | 71 | 117 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 52 | 46 | 100 | |
3 | Genève-Servette HC | 52 | 15 | 91 | |
4 | ZSC Lions | 52 | 32 | 91 | |
5 | HC Lugano | 52 | 30 | 89 | |
6 | Lausanne HC | 52 | 18 | 85 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 52 | -4 | 81 | |
8 | EV Zug | 52 | -19 | 75 | |
9 | SC Bern | 52 | -10 | 68 | |
10 | EHC Biel | 52 | -22 | 67 | |
11 | SCL Tigers | 52 | -7 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 52 | -26 | 63 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 52 | -49 | 59 | |
14 | HC Ajoie | 52 | -75 | 42 |




