Biel-Coach Dubé nach Niederlage gegen den SCB
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«Heute hat viel gefehlt»:Biel-Coach Dubé nach Niederlage gegen den SCB

Dionicio fasste Wolldecke
Darum hat Dubé sein Juwel plötzlich kaltgestellt

Nach der 0:4-Niederlage in Bern ist die Saison für den EHC Biel zu Ende. Speziell: Im Schlussdrittel, als die Seeländer nach 0:2-Rückstand unbedingt Tore brauchen, spielt ihr produktivster Verteidiger Rodwin Dionicio keine Sekunde mehr.
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Rodwin Dionicio kann in der Offensive einiges kreieren.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Biel verliert Play-In-Rückspiel gegen Bern 0:4 und scheidet aus
  • Trainer Dubé stellt Dionicio trotz starker Statistik überraschend kalt
  • Dionicio: 6 Tore, 21 Assists, viertbester Schweizer Verteidiger der Liga
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Mit Toren im Schlussdrittel und einer Niederlage mit lediglich einem Treffer Unterschied hätte sich Biel am Samstag gegen den SCB in die Verlängerung retten und sein Saison-Aus allenfalls noch abwenden können. Da ist es dann schon sehr erstaunlich, dass Trainer Christian Dubé (48) mit Rodwin Dionicio (21) ausgerechnet seinen produktivsten Verteidiger kaltstellt und das Team eines ihrer kreativsten Elemente beraubt.

Dionicio realisierte in dieser Saison 6 Tore und 21 Assists. Das sind mit Abstand am meisten Skorerpunkte aller Bieler Verteidiger – nicht mal der schwedische Import Linus Hultström (33) kann ihm da mit seinen 3 Toren und 18 Assists das Wasser reichen. Durch seine Werte ist Dionicio der viertproduktivste Schweizer Verteidiger in der Liga.

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Blick wollte von Dubé nach dem Spiel den Grund für diesen aussergewöhnlichen «Wolldecken-Entscheid» wissen. «Er ist ein risikoreicher Spieler und für mein Empfinden war er heute Abend nicht gut», erklärt sich der Bieler Headcoach. Dass das Risikomanagement die Achillesferse von Dionicio ist, er es dann und wann mit seinen Vorstössen übertreibt, ist bekannt. Doch es war ja nicht so, dass Biel eine Führung zu verteidigen hatte. Dann wäre eine solche Massnahme nachvollziehbar gewesen.

Maulkorb für kaltgestellten Dionicio

Aber die Seeländer brauchten Tore – zunächst mindestens eines, dann zwei und zum Ende drei. Doch ihr Juwel blieb draussen. Zuvor hatte Dionicio einen Penalty verursacht, den Goalie Harri Säteri hielt, sich ansonsten aber wenig zu Schulden kommen lassen, er war auch bei keinem Gegentor auf dem Eis. Einige andere Verteidiger (Stampfli, Zryd, Burren) hatten an diesem Abend weitaus grössere Schwierigkeiten mit ihrer Stabilität. Blick wollte auch mit Dionicio über seine Abstrafung sprechen, doch der EHC Biel verpasste ihm einen Maulkorb.

Christian Dubé hat dem EHC Biel nach der Übernahme des Traineramtes am 21. Januar neues Leben eingehaucht und die Play-Ins erst möglich gemacht. In diesen hat er aber insgesamt eine unglückliche Figur abgegeben. Denn haften bleibt nicht nur der insgesamt schwache Auftritt seiner Mannschaft und der «Fall Dionicio» bei der 0:4-Niederlage beim Play-In-Rückspiel in Bern, dem wichtigsten Spiel der Saison.

Dubé mit miserabler Bilanz in K.o.-Serien

Sondern vor allem auch Dubés missglückte Coaches Challenge, die im Hinspiel beim umstrittenen SCB-Tor zum 2:4 in die Hosen ging und dafür sorgte, dass Bern im dadurch fällig gewordenen Powerplay noch das wertvolle 3:4-Schlussresultat erzielen konnte. «Im Nachhinein ist man immer klüger», sagt Dubé am späten Samstagabend nach dem Scheitern in Bern. Auf die Frage, ob er die Coaches Challenge im Nachhinein bedauert, meint er: «Wer etwas bedauert, kommt im Leben nicht weiter.»

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Eine durchaus lobenswerte Einstellung. Die der Kanadier mit Schweizer Pass auch gut brauchen kann. Denn Dubés persönliche Bilanz in K.o.-Serien ist miserabel, gegen Bern bezog er in seinem neunten Duell die siebte Niederlage. Zuvor als Trainer von Fribourg kam er lediglich zu zwei gewonnene Playoff-Serien, sechs gingen verloren, was ihn vor zwei Jahren auch den Job kostete. In Biel hat Dubé vorderhand nichts zu befürchten. Dort ist man gespannt, was er mit seinem Charisma aus der Mannschaft, die nun zweimal in Folge die Playoffs verpasst hat, herausholen kann, wenn er während einer ganzen Saison das Sagen hat.

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