Sie verprügelten ihn brutal und bedrohten ihn mit einer Schusswaffe. Nach der Horror-Attacke auf den 14-Jährigen Daniel T.* in Wetzikon ZH hat die Kantonspolizei Zürich im Auftrag der Jugendanwaltschaft des Kantons Zürich sieben weitere Jugendliche festgenommen.
Schon am Donnerstag hatte die Polizei vier tatverdächtige Männer verhaftet. Einer der Tatverdächtigen, ein 16-jähriger Portugiese, hatte sich am Mittwochabend bereits selbst bei der Kantonspolizei gestellt. Am Donnerstagmorgen verhaftete die Polizei schliesslich drei weitere mutmassliche Angreifer, einen 15-jährigen Schweizer, einen 13-jährigen Eritreer und einen 13-jährigen Kosovaren. Bei mehreren Hausdurchsuchungen stellte die Polizei Beweismittel sicher – darunter die mutmasslich eingesetzte Imitationswaffe. Nach den Befragungen wurden die verhafteten Jugendlichen an die Jugendanwaltschaft überstellt.
Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren verhaftet
Nach den Befragungen am Donnerstag und dank neuer Erkenntnisse konnte die Kantonspolizei Zürich nun sechs weitere Jugendliche verhaften. Einer weiterer siebter Jugendlicher stellte sich nach Ausschreibung seiner Verhaftung selbst der Polizei.
Bei den Hausdurchsuchungen stellte die Kantonspolizei Deliktsgut sicher. Die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren aus der Schweiz, Eritrea und Portugal werden nach den polizeilichen Befragungen der Jugendanwaltschaft zugeführt. Die Jugendanwaltschaft prüft anschliessend Haftgründe. Dabei wird untersucht, welche Massnahmen ergriffen werden müssen, damit die Jugendlichen zukünftig keine Straftaten mehr begehen. Einzelne Jugendliche könnten als Massnahme in der Obhut der Jugendanwaltschaft verbleiben, beziehungsweise in eine geschlossene Institution eingewiesen werden, schreibt die Kantonspolizei Zürich.
André Kuhn, Fachanwalt für Strafrecht, erklärte gegenüber Blick, dass sich mögliche Strafen für jugendliche Straftäter je nach dem Alter unterscheiden. «Bei Personen, welche das 15. Lebensjahr abgeschlossen haben, sind Bussen oder Freiheitsstrafen möglich», erklärte Kuhn. Weil es sich bei den mutmasslichen Tätern zu grossen Teilen um unter 15-Jährige handeln soll, erwarten sie deutlich mildere Strafen. Kuhn: «Das kann eine schriftliche Verwarnung sein oder ein Sozialeinsatz, beispielsweise in einem Spital, von maximal zehn Tagen.»
Jugendgang sei polizeibekannt gewesen
Daniel T. war am Abend des 5. Juni von einer grösseren Gruppe von Jugendlichen mit Faustschlägen sowie Fusstritten gegen Kopf und Körper zusammengeschlagen worden. Zudem bedrohten ihn die Jugendlichen mit einer Imitationswaffe sowie einer Machete.
Gegenüber Blick erklärten die Eltern des Opfers, dass es sich bei den mutmasslichen Tätern um eine Gruppe von Jugendlichen handle, die sich regelmässig in der Region um Wetzikon treffe. Die Gruppe bestehe aus 15–20 Personen, auch Mädchen seien darin vertreten. «Uns wurde gesagt, dass einige von ihnen bereits polizeibekannt sind», sagte der Vater zu Blick. Die Gruppe sei bereits mehrfach an Angriffen auf Jugendliche beteiligt gewesen.
Der eigentliche Auslöser des Konflikts liegt laut der Aussagen Eltern weit zurück. Vor rund einem Jahr soll es wegen einer damaligen Beziehung Streit gegeben haben. Nachdem Daniel mit seiner Freundin Schluss gemacht hatte, hätten sich Spannungen mit Kollegen von dieser aufgebaut. Über Chatgruppen sei es zu gegenseitigen Beleidigungen gekommen. Eskaliert sei das Ganze schliesslich bei einem vereinbarten Treffen. Eine Gruppe von 15 Leuten habe Daniel vor Ort erwartet und ihn nach einer ersten Flucht brutal zusammengeschlagen.
* Name geändert