So wild feiert die ganze Schweiz den Viertelfinal-Einzug
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WM-Sause geht weiter
Polizei gibt klare Regeln für Feiern vor

Autokorsos, Hupkonzerte und Partystimmung: Der WM-Viertelfinal der Nati gegen Argentinien lässt die Schweiz beben. Die Polizei in den Kantonen setzt auf Toleranz – mit Ausnahmen.
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Die Nati steht im Viertelfinal.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz erreicht erstmals seit 72 Jahren den WM-Viertelfinal – und spielt gegen Argentinien
  • Die Polizeien tolerieren Feierlichkeiten, greifen aber bei Gefährdungen konsequent ein
  • Lärm nach Mitternacht, Pyrotechnik und gefährliches Verhalten sind strikt verboten
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Marian NadlerRedaktor News

Erstmals seit 72 Jahren steht die Schweiz an einer WM im Viertelfinal – am Sonntag spielt die Nati gegen Argentinien mit Superstar Lionel Messi (39). Die Weltmeisterschaft geht in die heisse und vor allem spannende Phase – dazu gehören auch in der Schweiz grössere Menschenansammlungen, Alkoholkonsum und Autokorsos. Der ganz normale Wahnsinn also.

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Damit es dabei vernünftig bleibt und andere Personen nicht gefährdet werden, gelten bestimmte Verhaltensregeln. Welche das sind, hat Blick bei den Stadt- und Kantonspolizeien nachgefragt.

Aargau

Die Kantonspolizei Aargau sowie auch die Regionalpolizeien begegnen spontanen Jubelfeiern, Autokorsos und dergleichen nach dem Gebot von Augenmass und gesundem Menschenverstand. Das teilt Kapo-Sprecher Bernhard Graser auf Blick-Anfrage mit. Lärm werde grundsätzlich bis eine Stunde nach Spielende toleriert.

Man schreitet dort ein, wo die Sicherheit gefährdet ist, und setzt in erster Linie auf die Wirkung von Ermahnungen. «Bislang verzeichnen wir keine Zwischenfälle oder Lärmbelästigungen, die über ein normales Mass hinausgehen», so Graser.

Bern

Die Kantonspolizei Bern rechnet für das Duell mit Argentinien mit einem höheren Fanaufkommen. «Unser Fokus liegt auf der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit, einem möglichst störungsfreien Fussballmatch sowie einem raschen Einschreiten bei allfälligen Zwischenfällen», bemerkt Mediensprecher Joël Regli auf Blick-Anfrage. Fussballfans sollen Rücksicht auf Einwohnerinnen und Einwohner nehmen und verantwortungsbewusst feiern.

Graubünden

Markus Walser, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Graubünden, erklärt: «Bis spätestens eine Stunde nach Spielende wird die Kantonspolizei Graubünden ein gewisses Mass an Toleranz walten lassen.» Lärmexzesse würden allerdings nicht toleriert. Bei Hupkonzerten gilt ebenfalls die 60-Minuten-Regel. «Danach ist aber definitiv Schluss!»

Eine Nulltoleranzpolitik gilt laut Walser bei Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Tätlichkeiten. Mit Blick auf Autokorsos ist es nicht gestattet, sich als Mitfahrer aus dem Fahrzeug hinauszulehnen und Gegenstände aus dem PKW zu werfen. Wer am Auto am Handy ist, muss ebenfalls mit einer Strafe rechnen.

Luzern

Die Kantonspolizei Luzern behält sich das Recht vor, einzuschreiten, wenn es zu erheblichen Störungen oder Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kommt. «Für Verkehrsachsen in der Stadt Luzern, die von Autokorsos betroffen sein könnten, bestehen entsprechende Verkehrskonzepte», erläutert Urs Wigger, Chef des Mediendienstes auf Anfrage. «Die vorgesehenen Verkehrslenkungsmassnahmen sollen sicherstellen, dass die Hauptverkehrsachsen möglichst für den gesamten Verkehr und insbesondere für den öffentlichen Verkehr und Rettungsfahrzeuge befahrbar bleiben.» Unfälle und Gefährdungen sollen durch Toleranz und Vorsicht vermieden werden.

Neuenburg

Lärmbelästigung nach Mitternacht, gefährliches Verhalten sowie die Verwendung von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik werden von der Kantonspolizei Neuenburg streng geahndet, wie sie in einer Medienmitteilung deutlich gemacht hat. Das Pyrotechnikverbot hängt aktuell auch mit der hohen Waldbrandgefahr im Kanton zusammen. «Wir appellieren daher an alle Fans, auf die Verwendung dieser Artikel zu verzichten, um die Sicherheit aller zu gewährleisten», so Polizeisprecherin Elsa Girardin. 

Obwalden

Grosse Freude oder riesige Enttäuschung? Es muss weiter ordentlich und sicher zugehen. So hält es die Kantonspolizei Obwalden. «Die gesetzlichen Vorschriften gelten uneingeschränkt», so Alain Stadelmann von der Medienstelle. «Kurzzeitige und verhältnismässige Freudensignale werden zwar mit Augenmass beurteilt, übermässiger Lärm ist jedoch zu unterlassen», verdeutlicht er. Konsequent einschreiten werden die Ordnungshüter bei anhaltendem oder besonders lautem Hupen im Umfeld von Spitälern, Alterszentren, Pflegeeinrichtungen und anderen sensiblen Orten, bei groben Verstössen gegen die Verkehrsregeln und einem unsachgemässen oder riskanten Umgang mit Feuerwerkskörpern. Unnötige Risiken sollen vermieden werden.

St. Gallen

Die Kantonspolizei ist während der Fussball-WM nach eigenen Angaben grosszügiger als sonst. Das bedeutet aber nicht, dass man sich im Kanton St. Gallen jetzt komplett daneben benehmen darf. «Hupkonzerte sind grundsätzlich verboten. Laut gefeiert werden darf bis eine Stunde nach Spielende, maximal jedoch bis Mitternacht», liest man in einer Anfang Juni veröffentlichten Medienmitteilung.

Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und Tätlichkeiten sind auch anlässlich der Fussball-WM nicht mit der Kantonspolizei zu machen. Beim Autokorso darf die maximal zulässige Anzahl an Insassen pro Auto nicht überschritten werden. Zudem müssen alle angeschnallt sein. Kinder unter zwölf Jahren müssen vorschriftsmässig gesichert sein. «Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Busse», macht die Kapo klar.

Fahnen aus dem Auto schwenken oder Dinge auf dem Dach platzieren? Das darfst du nicht. Grundsätzlich dürfen keine Gegenstände aus dem Wagen gehalten oder geworfen werden. Wer sich zudem noch aus dem Auto lehnt, hat die Busse eigentlich schon so gut wie sicher. Und weiter gilt: «Selbstverständlich dürfen sich während der Fahrt auch keine Personen auf dem Fahrzeugdach oder der Fahrzeughaube befinden, selbst wenn langsam gefahren wird.» Autofahrer werden zudem dazu angehalten, auf den Konsum von Alkohol und Drogen zu verzichten.

Thurgau

Die Kantonspolizei Thurgau hat sich für die Feierlichkeiten rund um die Fussball-WM ein Motto auf die Fahnen geschrieben: So tolerant wie möglich, so konsequent wie nötig. Tätlichkeiten, Sachbeschädigungen oder das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in Menschenansammlungen sind tabu.

«Auch im Strassenverkehr endet die Toleranz bei erhöhter Eigen- oder Fremdgefährdung. Nicht toleriert werden überhöhte Geschwindigkeiten oder wenn Personen auf Fahrzeugdächern oder Motorhauben mitfahren», schreibt die Thurgauer Behörde in einer Medienmitteilung.

Solothurn

Auch die Kantonspolizei Solothurn setzt auf Verhältnismässigkeit und Augenmass. «Fanfeiern, Hupen und Autokorsos werden situativ toleriert – solange Sicherheit, Nachtruhe und der Verkehrsfluss gewährleistet bleiben», heisst es in einer Medienmitteilung. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Gegen gefährliche Fahrmanöver sowie gegen Alkohol- und Drogenkonsum am Steuer wird konsequent vorgegangen.

Je nach Lage stehen zusätzliche Patrouillen im Einsatz, für die Städte im Kanton wurden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden Sicherheitsdispositive entworfen. Es kann zur Sperrung einzelner Strassen kommen. 

Zug

«Die gesetzlichen Vorschriften haben auch während der Fussballweltmeisterschaft uneingeschränkt Gültigkeit», sagt Melanie Merten, Leiterin Kommunikation bei der Zuger Polizei. «Entscheidend ist, dass die Freude über die Spielergebnisse niemanden gefährdet.»

Die Nachtruhezeiten bleiben im Kanton Zug gültig. «Störungen sind insbesondere in Wohnquartieren sowie im Umfeld von Spitälern, Kliniken und Altersheimen zu vermeiden», betont Merten.

Eine strikte Nulltoleranz gilt zudem, wenn es um die Sicherheit geht. «Sachbeschädigungen aller Art, Tätlichkeiten, Gewalt und Aggressionen gegenüber Einsatzkräften oder Dritten werden nicht toleriert und konsequent geahndet», hebt Merten hervor.

Andere Kantone und Städte

In den weiteren Kantonen dürften ähnliche Regeln wie in den genannten Kantonen gelten. Die Stadtpolizei Zürich hat für das kommende Wochenende ein zusätzliches Aufgebot mobilisiert. «Lagebedingt wird es auch zu Sperrungen und zu Umleitungen des Verkehrs kommen», erklärt Marc Surber vom Mediendienst. «Das Feiern hat dort seine Grenzen, wo es zur Gefahr für die Menschen wird oder wenn Sachschäden begangen werden.» Die Einsatzleitung entscheide und beurteile die Lage situativ.

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