«Das Video hat uns schockiert»
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Aufnahmen von 2019 aufgetaucht:«Das Video hat uns schockiert»

Gemeindepräsident schockiert mit Aussage
«Wir sind als Geschädigte am meisten betroffen»

Das Medieninteresse könnte grösser nicht sein. Am Dienstag informiert der Gemeinderat von Crans-Montana VS über weitere Erkenntnisse. Eine Opferfamilie wollte die Medienkonferenz verhindern – offenbar ohne Erfolg. Blick berichtet live.
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Gemeindepräsident Nicolas Féraud schliesst einen Rücktritt aktuell aus. «Man verlässt das Schiff nicht, wenn es mal stürmt», sagt er an der Medienkonferenz vom Dienstag.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Crans-Montana VS: Gemeinderat präsentiert am Dienstag Fakten zur Brandkatastrophe «Le Constellation»
  • Opferfamilie versuchte geplante Medienkonferenz durch Anwalt Jean-Luc Addor zu stoppen
  • Brandschutzexperte fordert regionale Experten, Wallis-Gemeinden laut Zermatter Gemeindepräsidentin oft mit Ressourcenproblemen konfrontiert
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
06.01.2026, 11:13 Uhr

Die Stellungnahme im Überblick

Es war eine bemerkenswerte Pressekonferenz der Gemeinde: Fünf Tage nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana ist klar: Der Betrieb «Le Constellation» wurde seit 2019 nicht mehr kontrolliert. 

Am Dienstag informierte die Gemeinde über die ersten Erkenntnisse. «Wir haben eine Lücke der Kontrollen zwischen 2020 und 2025 des betroffenen Betriebs festgestellt», erklärte Gemeindepräsident Nicolas Féraud vor den Medien. «Wir können uns nicht erklären, wie das passieren konnte.» 

Féraud und drei weitere Mitglieder des Gemeinderates stellten sich daraufhin den Fragen der Journalisten. Dabei machten die Behörden Folgendes publik:

  • Für die Kontrollen zuständig ist das Ressort Öffentliche Sicherheit der Gemeinde. Zwischen 2020 und 2025 fanden keine Kontrollen statt.
  • Die Staatsanwaltschaft soll nun klären, wie diese Lücke entstehen konnte.
  • Der Betreiber führte selbst Innenarbeiten aus, für die keine gesetzliche Bewilligung vorgeschrieben ist. Laut Gemeinde sei der Barbetreiber «extrem fahrlässig» vorgegangen

  • Die Gemeinde sieht sich auch als Opfer der Tragödie. Aus diesem Grund will sie als Nebenklägerin an dem Verfahren teilnehmen.
  • Einen Rücktritt schliesst die Gemeinde aus
  • Als Sofortmassnahme wurde ein Verbot von pyrotechnischen Gegenständen in geschlossenen Räumen auf dem ganzen Gemeindegebiet beschlossen

Gemeindepräsident Féraud schloss die Pressekonferenz mit emotionalen Worten. «Ich werde diese Last mein ganzes Leben lang mit mir tragen», sagte er. Anschliessend eskortierten Polizisten die Gemeindevertreter zum Ausgang. 

«Ich stehe nicht mehr zu meiner Aussage»
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Waren Kontrollen zu lasch?Gemeindepräsident rudert zurück
06.01.2026, 10:57 Uhr

«Ich werde diese Last für mein ganzes Leben tragen»

Der Gemeindepräsident wird zum Schluss gefragt, ob er Schuldgefühle habe. «Es war eine unglaublich schwierige Woche. Niemand kann einem auf eine solche Tragödie vorbereiten. Ich werde diese Last mein ganzes Leben lang tragen.» Damit endet die Pressekonferenz. Vielen Dank fürs Mitlesen. 

06.01.2026, 10:54 Uhr

Kannten Sie die Barbesitzer?

Der Gemeinderat habe keine persönlichen Beziehungen zum Betreiberpaar gehabt, erklärt Nicolas Féraud. 

06.01.2026, 10:50 Uhr

«Treten Sie zurück?»

Immer wieder werden die Verantwortlichen gefragt, ob sie über einen Rücktritt nachgedacht haben. Nun betont Gemeindepräsident Féraud nochmals ausdrücklich. «Nein, es geht nicht um Rücktritt, man verlässt das sinkende Schiff nicht.» Die Gemeinde wolle ihre Verantwortung übernehmen, obwohl man auch Opfer dieser Tragödie sei. 

06.01.2026, 10:44 Uhr

War Schaumstoff zertifiziert?

Die Gemeinde weiss nicht, ob die verwendeten Schaumstoff-Panels zertifiziert waren. Der Sicherheitsbeauftragte sei der Meinung gewesen, dass die Matten nicht kontrolliert werden müssten. 

06.01.2026, 10:42 Uhr

Keine laschen Kontrollen? «Ich stehe nicht mehr zu dieser Aussage»

Noch vor ein paar Tagen sagte Gemeindepräsident Nicolas Féraud im Interview mit Blick, dass es in Crans-Montana keine laschen Sicherheitskontrollen gab. Ob er immer noch zu dieser Aussage stehe? «Nein, ich stehe nicht mehr zu dieser Aussage. Ich wusste das zu diesem Zeitpunkt noch nicht.»

06.01.2026, 10:39 Uhr

«Betrachten uns als Opfer dieses Dramas»

Eine Journalistin will wissen, warum die Gemeinde Crans-Montana als Nebenklägerin auftritt.

«Ob wir Nebenklägerin sind, wird die Justiz entscheiden», sagt Féraud. «Die Gemeinde ist als Geschädigte am meisten betroffen, vor allen anderen.»

06.01.2026, 10:36 Uhr

Gab es genügend Feuerlöscher?

«Für die Grösse dieses Lokals reicht ein Feuerlöscher», erklärt Féraud. Ein Brandmelder sei nicht vorgesehen, ergänzt Patrik Clivaz, Gemeinderat für öffentliche Sicherheit.

06.01.2026, 10:32 Uhr

Es gab Aggressionen gegen Journalisten

Im Rahmen der Tragödie habe es Vorfälle mit 15 Personen gegeben, die Journalisten angegangen haben. Was dort genau passiert sei, weiss Féraud nicht. «Ich bedauere es aber zutiefst.»

06.01.2026, 10:28 Uhr

Es gab genügend Notausgänge

Es seien genügend Notausgänge vorhanden gewesen für die zugelassene Anzahl Kunden, sagt der Gemeindepräsident. 

Wie sie konkret an diesem Abend gewesen seien, diese Frage müsse die Staatsanwaltschaft in ihren Ermittlungen beantworten. 

Der Gemeinderat von Crans-Montana VS will am Dienstag um 10 Uhr weitere Erkenntnisse zur Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» präsentieren. Laut einer Medienmitteilung will die Gemeinde «sachliche Fakten» präsentieren.

Doch das gefällt nicht jedem. Eine der Opferfamilien wollte die von der Gemeinde geplante Medienkonferenz am Dienstag stoppen. «Le Temps» berichtete, dass ihr Anwalt, der SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor (61), ein solches Verbot bei der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragt habe.

Brandschutzexperte moniert fehlende Ausbildung bei Verantwortlichen

Die Opferfamilie und ihr Anwalt werfen der Gemeinde demnach mögliche Versäumnisse vor. Es sei nicht tragbar, dass sich die Gemeinde ausserhalb eines Verfahrens verteidigen kann.

Am Dienstagmorgen hatten sich Brandschutzexperte Hugo Cina und die Zermatter Gemeindepräsidentin Romy Biner (56) gegenüber SRF zu den Bestimmungen für Brandschutz im Kanton Wallis geäussert. Der Tenor: Nicht überall sind die für den Brandschutz zuständigen Personen gut genug ausgebildet.

«Sie hämmerten gegen die Fenster und schrien»
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Oscar beschreibt den Horror:«Sie hämmerten gegen die Fenster und schrien»

«Wenn ich da die Gemeinderessourcen anschaue, und da spreche ich sicher auch für andere Gemeinden, ist es oftmals ein Ressourcenproblem», sagte Binder in der Sendung «Heute Morgen». Im Wallis sind die Gemeinden für die Kontrollen der Brandschutzvorgaben zuständig. Cina forderte, dass sich die Gemeinden zusammentun und regional einen gut ausgebildeten Brandschutzexperten ernennen.

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