So kam es zum Drama in Crans-Montana
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Feuer-Hölle in Bar:So kam es zum Drama in Crans-Montana

Bar-Tragödie in Crans-Montana
Lokalpolitiker kassieren Anzeige wegen fahrlässiger Tötung

40 Tote und 116 Verletzte: Die Silvestertragödie in Crans-Montana zieht weitere Kreise. Ein Jurist hat Anzeige gegen unbekannte Amtsträger erstattet. Vorwurf: fahrlässige Tötung und Verstösse gegen Sicherheitsvorschriften.
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Nach dem Horror-Brand in Crans-Montana VS ist die Trauer gross.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • 40 Tote und 116 Verletzte bei Brand in «Le Constellation» Bar
  • Jurist erhebt schwere Vorwürfe wegen Sicherheitsmängeln und Pflichtverletzungen
  • Nur eine schmale Treppe als Fluchtweg für grosse Lokalität
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

40 Tote, 116 Verletzte – die Tragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS an Silvester beschäftigt das Land weiter. Abseits der Strafuntersuchung gegen das Betreiberpaar muss sich auch die lokale Politik mit der Justiz beschäftigen: Am letzten Wochenende wurde eine Strafanzeige gegen unbekannte Amtsträger der Gemeinde eingereicht.

Laut den Zeitungen von CH Media wirft der Beschwerdeführer den Verantwortlichen fahrlässige Tötung, schwere Körperverletzung und die fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vor.

Schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde

Die Anzeige stamme von einem Juristen, der im August 2025 die Bar besuchte, selbst jedoch nicht direkt betroffen sei. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde. «Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass zentrale Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten oder durchgesetzt wurden», zitiert CH Media aus der Anzeige.

Konkret geht es um mögliche Pflichtverletzungen wie mangelnde Brandschutzkontrollen, die Duldung von Pyrotechnik ohne Genehmigung, ungeeignete Baumaterialien und fehlende Fluchtwege. Laut Anzeige führte nur eine schmale Treppe aus dem Keller ins Freie – ein potenzieller Verstoss gegen Vorschriften für Lokalitäten dieser Grösse.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis untersucht bereits seit der Katastrophe die Umstände und mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten. Auch die französische Generalstaatsanwaltschaft will mit einer sogenannten «Spiegeluntersuchung» die Walliser Behörden unterstützen.

Crans-Montana mit Kommunikationsoffensive

Gleichzeitig kommt immer wieder Kritik an den lokalen Behörden auf – nicht nur mittels Anzeige. Örtliche Gastronomen und Experten bemängeln die offenbar laschen Brandschutzkontrollen in der Gemeinde. Und bei Opfer-Anwälten und Betroffenen ist die Entrüstung gross, dass das Betreiberpaar nicht in Untersuchungshaft genommen wurde.

Weiteren Unmut schürt die Gemeinde mit ihrer Kommunikationsoffensive. Am Dienstagmorgen plant sie – trotz Protesten aus dem Lager der Opfer – eine Medienkonferenz. Auch gegenüber CH Media kündigte ein Sprecher von Crans-Montana an, offene Fragen dann beantworten zu wollen.

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