So kam es zum Drama in Crans-Montana
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Feuer-Hölle in Bar:So kam es zum Drama in Crans-Montana

Nach Crans-Montana-Katastrophe
Kantone sistieren geplante Brandschutz-Lockerung

Die geplante Lockerung der Schweizer Brandschutzvorschriften wurde gestoppt. Nach der Tragödie in Crans-Montana VS sistieren die Baudirektoren das Projekt vorerst.
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Das Feuerinferno in Crans-Montana VS ist eine nationale Tragödie.
Foto: AFP
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Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Nach der Brandtragödie von Crans-Montana VS gerieten die geplanten Schweizer Brandschutzregeln unter Druck. Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit läuft seit Mitte September eine Vernehmlassung zur Totalrevision des Brandschutzrechts – die sogenannten Brandschutzvorschriften 2026. Erarbeitet wurde der fast 500-seitige Entwurf von der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen. Die Vorschriften sollen schweizweit gelten, umgesetzt werden sie von Kantonen und Gemeinden.

Die Revision setzt laut den Verantwortlichen stärker auf Verhältnismässigkeit, Deregulierung und Eigenverantwortung. Konkret sind punktuelle Lockerungen vorgesehen: In bestimmten Fällen sollen längere Fluchtwege oder vereinfachte Anforderungen an brennbare Bauteile möglich sein. Kritik kommt von Fachleuten, wie Blick berichtete. Sie warnten vor der Devise «mehr Markt und weniger Staat». Besonders problematisch sei dies für Kantone ohne kantonale Gebäudeversicherung – etwa das Wallis.

Anpassungen zum Entwurf könnten noch bis nächste Woche eingereicht werden. Das Inkrafttreten der neuen Brandschutzvorschriften ist für Frühling 2027 geplant. Doch jetzt kommt es zum Marschhalt, wie die «NZZ» publik macht: Die Baudirektorinnen- und Baudirektoren sistieren das Projekt. «Wir legen einen Marschhalt ein», so die Organisation gegenüber der «NZZ». Wie es weitergehen solle, stehe noch nicht fest. Ein neuer Terminplan werde derzeit erstellt.

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Brandschutz-Fragen stehen im Zentrum

Ob die Brandschutzauflagen in der Bar Le Constellation in Crans-Montana eingehalten wurden, ist noch nicht geklärt. Derzeit erstellt das Forensische Institut Zürich ein Gutachten zur Tragödie. Die strafrechtliche Untersuchung, etwa wegen mutmasslicher fahrlässiger Tötung, der Walliser Staatsanwaltschaft läuft. 

Im Zentrum steht die Frage, ob der Club korrekt kontrolliert und bewilligt wurde und ob die Betreiber die Auflagen korrekt umgesetzt haben. Das Wallis verfolgt beim Brandschutz ein anderes System als die meisten Kantone. Der Brandschutz liegt bei den Gemeinden selbst, während der Kanton diesen koordiniert und beaufsichtigt.

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