Hunderte nehmen an Trauermarsch in Crans-Montana teil
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In Crans-Montana:Hunderte nehmen an Trauermarsch teil

Ski-Weltcup unter Druck
Politiker fordern Party-Absage in Adelboden

Adelboden steht nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana vor einer schwierigen Entscheidung. «Es wird sicher andere Rennen geben als in den vergangenen Jahren», sagt der Gemeinderatspräsident. Die Fans dagegen sind gespalten.
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Die Anteilnahme am Silvester-Drama in Crans-Montana ist riesig.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Im Festprogramm von Adelboden wird es am Wochenende zu Änderungen kommen
  • Politiker fordern, die Rennen ohne Festivitäten durchzuführen
  • 44 Prozent der Blick-Leser befürworten Party mit reduziertem Rahmenprogramm
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana stellt sich im Schweizer Skizirkus eine heikle Frage: Sind die Festivitäten rund um die kommenden Rennen im Berner Oberland derzeit angebracht? Besonders akut ist sie in Adelboden. Dort finden die Weltcuprennen bereits am kommenden Wochenende statt – nur neun Tage nach der Tragödie.

Das Berner Bergdorf lebt, wie Crans-Montana, stark vom Tourismus. Zudem locken Weltcuprennen genau wie im Walliser Skiort jedes Jahr Tausende Fans an. Normalerweise herrscht im Zielgelände am Chuenisbärgli ausgelassene Stimmung. Schon so mancher Ski-Fan hat in einem Festzelt in Adelboden eine legendäre Party gefeiert. 

Politiker fordern Absage der Festivitäten

Gefeiert wird auch in diesem Jahr. Jedoch ganz anders, wie Christian Haueter, der Geschäftsführer der Rennen in Adelboden verrät. «Wie wir das Rahmenprogramm umgestalten, kommunizieren wir bis spätestens Mittwoch. Die Planung ist aktuell noch nicht abgeschlossen. Wir möchten der schweren und tragischen Situation Rechnung tragen», sagt Haueter. 

Klar ist: Es wird Gedenkmomente geben, zudem entsteht dank einer Kapelle im Weltcup-Gelände ein Ort der Stille. Der Druck auf die Veranstalter ist jedenfalls gross. Gemäss Blick-Informationen wurde Swiss-Ski, der Verband, der die Rennen vergibt, aus der Politik mit Forderungen nach einer kompletten Absage der Festivitäten konfrontiert. 

Adelbodens Gemeinderatspräsident Willy Schranz zeigt Verständnis für die Zurückhaltung vieler Menschen: «Es wird ganz sicher andere Rennen geben als in den vergangenen Jahren. Man muss einen Unterschied spüren. Beispielsweise werden bei der Musikwahl sicher auch Änderungen vorgenommen. Das Geschehene muss man jeden Tag bedenken.»

Auch in Wengen macht man jetzt eine Auslegeordnung

Eine Woche später steht Wengen mit den Lauberhornrennen vor derselben Frage. Auch dort gibt es noch keinen Entscheid zum Festbetrieb. Medienverantwortlicher Christoph Leibundgut sagt: «Auch in Wengen nimmt man die Brandkatastrophe mit Schrecken zur Kenntnis. Wie und ob wir Party machen, können wir aktuell jedoch noch nicht sagen. Jetzt im Verlauf der Woche wird eine Auslegeordnung gemacht. Der Entscheid wird im Anschluss kommuniziert.» 

Die Gemeinde Lauterbrunnen kündigt derweil verstärkte Kontrollen der Gastrobetriebe an. Verbote seien rechtlich nicht möglich, die Verantwortung der Betreiber stehe aber im Zentrum.

Blick-Leser möchten Party – viele aber mit reduziertem Programm

Auch bei den Blick-Lesern sind die Feierlichkeiten rund eine Woche nach der Feuer-Tragödie von Crans-Montana ein Diskussionsthema. In einer Blick-Umfrage sprechen sich am Montagabend 44 Prozent für die Durchführung der Adelbodner Rennen mit reduzierten Festivitäten aus. 29 Prozent wollen das Party-Programm ganz streichen, 26 Prozent plädieren trotz allem für ein ausgelassenes Ski-Fest wie jedes Jahr.

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