Darum gehts
- Die Luzerner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Granit Xhaka
- Der Vorwurf: gefälschte Corona-Zertifikate
- 2023 sicherte die Luzerner Polizei Beweise in Arztpraxis
Fussballspieler Granit Xhaka (33) ist eine prägende Figur und für eine ganze Generation ein Idol – auch wenn er zwischendurch mit umstrittenen Aktionen, wie etwa der Doppeladler-Pose, von sich reden machte.
Doch jetzt könnte sein Image arg angekratzt werden. Wie Blick weiss, wird gegen den Mittelfeldspieler ermittelt. Der Vorwurf: Er soll sich gefälschte Corona-Zertifikate besorgt haben.
Einvernahme steht bald an
Ausgestellt wurden sie offenbar von einer Ärztin aus Luzern. Gemäss Blick-Informationen durchsuchte die Polizei 2023 ihre Praxis und sicherte Beweise. Die Rede ist von diversen Kunden, die sich angeblich bei ihr gefälschte Corona-Zertifikate besorgt haben sollen.
Im Fall von Xhaka soll die Bestätigung erstellt worden sein, dass er sich gegen Corona impfen liess. Die Impfung soll jedoch nie stattgefunden haben.
Jetzt soll Xhaka dazu befragt werden. Die Einvernahme ist laut Informationen von Blick auf Anfang Oktober bei der Luzerner Staatsanwaltschaft angesetzt. Klar ist: Am 6. Oktober spielt die Nati in Luzern – in der Nations League gegen Nordmazedonien.
Auf Blick-Anfrage bestätigt Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, dass gegen Xhaka und die Ärztin entsprechende Verfahren eingeleitet worden sind. Kopp bestätigt, dass es dabei um Corona-Zertifikate geht: «Dabei geht es darum, zu klären, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt im Zusammenhang einer möglichen Erschleichung einer falschen Beurkundung oder/und Urkundenfälschung.»
Wurde Xhaka jetzt geimpft oder nicht?
Bekannt wurde am 1. September 2021, dass Xhaka positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Zuvor war er weder geimpft noch genesen gewesen. Der positive Test führte dazu, dass der Captain für ein Testspiel gegen Griechenland sowie eine weitere Partie ausfiel.
Danach gab er an, gegen Corona geimpft worden zu sein. Die Luzerner Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell, ob diese Impfungen tatsächlich stattgefunden haben – oder eben nur ein entsprechendes Zertifikat ausgestellt wurde.
Blick hat bei Xhaka nachgefragt. Sein Sprecher Andreas Bantel erklärt: «Granit Xhaka steht den Behörden uneingeschränkt und in voller Transparenz zur Verfügung.» Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, bitte der Fussballprofi um Verständnis, dass er sich zum Inhalt des Verfahrens zunächst gegenüber der Staatsanwaltschaft äussert – bevor er öffentlich dazu im Einzelnen Stellung nimmt.
Was Xhaka aber laut Bantel sagen könne: «Es liegt ihm eine Bestätigung der behandelnden Ärztin vor, dass er am 25. Januar 2022 zum ersten Mal und am 11. November 2022 zum zweiten Mal gegen Covid geimpft wurde.»
Beim Schweizerischen Fussballverband (SFV) heisst es auf Blick-Anfrage: «Wir haben, Stand jetzt, keine verlässlichen Informationen dazu und können uns entsprechend auch nicht dazu äussern.»
Der Verteidiger der Ärztin, Anwalt Cornel Borbély, sagte auf Blick-Anfrage: «Meine Klientin sagt, sie habe Xhaka geimpft.» Alles sei regulär und nach den Vorgaben abgelaufen.
Sowohl für Xhaka als auch die Ärztin gilt die Unschuldsvermutung. Die Verfahren sind hängig.
Ähnliche Fälle mit Corona-Zertifikaten
Auch Nati-Kollege Breel Embolo (29) sorgte mit gefälschten Corona-Zertifikaten für Schlagzeilen. Dies, nachdem sich ein früheres Hells-Angels-Mitglied im Mai 2024 vor dem Basler Strafgericht verantworten musste. Anfang Februar 2021 hatte eine Labor-Komplizin des Hells-Angels-Vertreters zwei Reisezertifikate mit den Angaben des Fussballers ausgestellt. Anders als bei Xhaka handelte es sich hier jedoch um Test-Zertifikate und nicht um Impfbestätigungen.
Negativwellen schlug auch der Fall von Eishockey-Nati-Trainer Patrick Fischer (51). Kurz vor der Heim-WM im Frühling wurde bekannt, dass Fischer sich nicht gegen Covid geimpft hatte und mit einem gefälschten Zertifikat an die Olympischen Spiele gereist war. In einem Interview mit Blick schaute Fischer auf den Skandal zurück.