Darum gehts
- Frau fällt Sonntagabend von Fähre im Bodensee, Suchaktion ohne Erfolg
- Dienstag weibliche Leiche in Güttingen TG entdeckt, Identität unklar
- Ermittler prüfen Strömungen, Obduktion soll Todesursache klären
Die Polizei rund um den Bodensee stand lange vor einem riesigen Rätsel, wie die «Schwäbische» berichtete. Was passierte in der Nacht auf Montag auf der Autofähre «Richmond»? Ein mysteriöser Vorfall und ein grausiger Fund am Schweizer Ufer halten die Ermittler in Atem.
Es ist Sonntagabend, 22.50 Uhr. Die Fähre ist auf ihrer normalen Route zwischen Meersburg und Konstanz unterwegs. Das Schiff befindet sich etwa einen Kilometer vor dem Hafen Staad in Konstanz, als ein Passagier Verdächtiges beobachtet. Er sieht eine Frau an der Reling. Kurz darauf hört er ein lautes Klatschen im Wasser – und die Frau ist weg!
Videoaufnahmen der Fähre werden ausgewertet
An Bord herrscht sofort Alarmbereitschaft. Die Fähre stoppt mitten im See und wendet. Mit Booten, Suchdrohnen und einem Polizeihubschrauber wird das Wasser stundenlang abgesucht. Doch die Retter finden nichts.
Am Montag rätselte die Polizei. Es gibt keine Vermisstenmeldung, die auf die Beschreibung der Frau passt. Auch ein herrenloses Auto wird auf dem Deck nicht gefunden. Die Frau war also wohl als Fussgängerin an Bord. Die Ermittler zweifeln kurzzeitig: Hat der Zeuge das Klatschen nur erfunden oder sich getäuscht? Die Videoaufnahmen der Fähre werden sofort zur Auswertung beschlagnahmt.
Obduktion soll Klarheit bringen
Dienstag folgt die dramatische Wende am Schweizer Bodenseeufer. In Güttingen TG, rund 15 Kilometer von Konstanz entfernt, treibt ein lebloser Körper im Wasser. Ein Spaziergänger schlägt sofort Alarm. Die Seepolizei birgt die weibliche Leiche.
Die Drähte zwischen den Schweizer Behörden und der Polizei in Konstanz laufen heiss. Die zentrale Frage lautet: Ist die Tote aus Güttingen die vermisste Frau von der Fähre?
Am Mittwochnachmittag ist klar: Es handelt sich um eine 24-Jährige aus dem Bodenseekreis, wie das Polizeipräsidium Konstanz mitteilt. «Bei der Frau dürfte es sich um die Person handeln, die Sonntagnacht zwischen Meersburg und Konstanz von einer Fähre über Bord gegangen ist», fasst die Polizei zusammen. Die polizeilichen Ermittlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Eine Obduktion soll weitere Klarheit schaffen.