Darum gehts
- Schweizer Dejan Stanisavljevic (†27) stirbt bei Unfall in Serbien am 16. Mai
- Unfall durch nasse Strasse und zu hohe Geschwindigkeit verursacht
- Familie reiste nach Serbien, um Sohn zu verabschieden
Mirjana Stanisavljevic (54) aus Menziken AG trauert. Gerade noch hat sie mit ihrer vierköpfigen Familie Ende April die Hochzeit ihres älteren Sohnes gefeiert und freudig in die Zukunft geblickt. Und jetzt – nur drei Wochen später – verliert sie ihren jüngeren Sohn bei einem tragischen Autounfall während seiner Ferien. Von Trauer gebrochen, sagt die Mutter am Montag zu Blick: «Alles in mir ist gestorben.»
Dejan Stanisavljevic (†28) – der von allen liebevoll Deki genannt wurde – ist am Samstag bei einem Verkehrsunfall bei Vrbovo in Fahrtrichtung Vranje im Südosten Serbiens ums Leben gekommen. Gemäss serbischen Medien sass der Schweizer mit drei weiteren Personen in einem BMW, als dieser von der Strasse abkam und sich überschlug.
Mirjana Stanisavljevic stellt Blick Bilder ihres Sohnes zur Veröffentlichung bereit. Der junge Mann wirkt selbstbewusst und offenherzig, sein Lächeln strahlt Wärme und gute Laune aus.
Unfall während Videocall mit Freund
Die Mutter berichtet: «Das letzte Mal hörte ich seine Stimme nur wenige Stunden vor dem Unfall.»
Vom Crash selbst habe sie sofort erfahren. «Deki telefonierte gerade mit seinem besten Freund aus der Schweiz per Videocall», berichtet die Mutter. Dem Freund gehörte der BMW. «Dann geschah der Unfall.» Der Freund habe sie unter Tränen angerufen und gesagt, dass etwas Schreckliches geschehen sei. «Sofort fiel mir das Telefon aus der Hand. Ich begriff, dass mein Deki nicht mehr lebt.»
Laut der Mutter kam es aufgrund des Regens und der nassen Strasse sowie einer nicht angepassten Geschwindigkeit zum Unfall. Mirjana Stanisavljevic weiss: Mit im Auto sass die Freundin von Dejan. Das Paar war erst seit kurzem zusammen, die junge Frau lebt in Serbien. Und: «Seine Freundin sass am Steuer.»
Gemäss serbischen Medien kam für Dejan Stanisavljevic jede Hilfe zu spät. Er erlag seinen Verletzungen noch vor Ort. Auch ein anderer junger Mann soll schwer verletzt sein, er wird im Spital in Niš behandelt. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt.
Familie Stanisavljevic ist am Sonntag für die Beerdigung nach Serbien gereist.
«Er liebte das Leben»
Sohn Dejan Stanisavljevic sei gern unter Menschen gewesen. «Er liebte das Ausgehen, Cafés und die Gesellschaft von Menschen – egal, ob jung oder alt. Er begegnete ihnen mit offenem Herzen und einem Lächeln – dafür lebte er», sagt die Mutter und gibt liebevoll zu, dass sie manchmal das Gefühl hatte, dass ihr Sohn andere mehr liebte als sich selbst. «Er gab sich den Menschen bedingungslos hin. Er hatte ein Herz und eine Seele so gross wie das Meer.»
Was sie jetzt besonders traurig stimmt: «Deki liebte das Leben und war ein echter Bohemien.» So habe Dejan Stanisavljevic stets gemeint: «Man hat nur ein Leben, und das muss man leben» – fast so, als hätte er geahnt, dass sein Leben viel zu kurz sein würde, sagt die Mutter.
Sie beschreibt ihren Sohn als einen Menschen, der zwar ein «sehr lebendiges und spontanes Leben» führte, dem aber gleichzeitig Ordnung wichtig war. «Er räumte sein Zimmer immer selbst auf, war pedantisch und fleissig.»
Autos und Familienpläne
Dejans grösste Leidenschaft: Autos. Er habe schon als Kind gern an Fahrzeugen gewerkelt und ständig mit Spielzeugautos gespielt. So lag es nahe, dass er später in einer Garage zu arbeiten anfing. Inzwischen hatte der 28-Jährige mit Deki's Folientechnik ein eigenes Unternehmen in Reinach AG. Dieses ist darauf spezialisiert, Luxusautos zu folieren. Seine Mutter sagt: «Er liebte diese Arbeit und machte sie mit Herzblut.»
Laut seiner Mutter wünschte sich Dejan Stanisavljevic, in allen Bereichen seines Lebens erfolgreich zu sein. Dass ihr Sohn so abrupt aus dem Leben gerissen wurde, zerreisst ihr das Herz. «Er träumte davon, eines Tages eine eigene Familie zu gründen, Kinder zu haben.» Stattdessen muss Mirjana Stanisavljevic ihren Jüngsten nun zu Grabe tragen.