Luzerner Staatsanwaltschaft erfährt durch Medien von Xhaka-Wende – Sprecher Simon Kopp
«Ein Geständnis auf Social Media ist kein offizielles Geständnis»

Neue Wendung im Fall Granit Xhaka: Der Nati-Captain gesteht auf Instagram, ein falsches Corona-Zertifikat genutzt zu haben. Die Luzerner Staatsanwaltschaft plant dennoch, ihn im Oktober regulär zu befragen.
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Granit Xhaka am letzten Mittwoch vor einem Europa-League-Spiel im englischen Sunderland: Am Montag gibt es eine wichtige Wendung im Fall seines Covid-Impfzertifikats.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Granit Xhaka gesteht auf Instagram gefälschte Corona-Zertifikate am Montagmorgen
  • Ermittlungen der Luzerner Staatsanwaltschaft laufen trotz Social-Media-Geständnis weiter
  • Einvernahme mit Xhaka Anfang Oktober geplant, Kooperation von ihm zugesichert
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Nicolas LuratiReporter News

Neuer Wirbel am Montagmorgen um die Corona-Zertifikate von Granit Xhaka (33). Auf seinem Instagram-Kanal gesteht der Nati-Captain, sich gefälschte Impfnachweise besorgt zu haben. Die Luzerner Staatsanwaltschaft, die gegen Xhaka ermittelt, wusste zunächst nichts von dieser Aussage. Erst ein Journalist bringt die Behörde darauf.

Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagt am Montag Blick am Telefon: «Ein Lokaljournalist hat uns kontaktiert und gefragt, ob wir denn schon gesehen hätten, dass der Blick über das Instagram-Geständnis berichtet hat. Wir haben dann den Blick-Artikel gelesen und vom Social-Media-Post erfahren.»

«Aufgewühlte Gefühlslage»

Der Inhalt dieses Social-Media-Beitrags steht in Kontrast zu dem, was Xhakas Anwalt am Freitag noch verlauten liess. Nämlich, dass der Sunderland-Star sich 2022 zweimal die Corona-Spritze habe geben lassen. Und: «Es liegt ihm eine Bestätigung der behandelnden Ärztin vor», so der Anwalt.

Xhakas Rechtsvertreter sagte dies, nachdem Blick aufgedeckt hatte, dass gegen den Mittelfeldstrategen ermittelt wird. Die Anschuldigung: Um sich nicht impfen zu müssen, liess sich Xhaka von einer Ärztin ein gefälschtes Corona-Zertifikat ausstellen. Es blieb zunächst beim Verdacht.

Doch nun kriecht Xhaka zu Kreuze und gibt in einem Statement auf Instagram zu, dass sein Impfzettel nicht echt war. «Ich empfand tiefes Misstrauen gegenüber dem Impfstoff und war von Ängsten und Verunsicherung geprägt», schreibt der Captain der Schweizer Nati. «In dieser aufgewühlten Gefühlslage habe ich eine Impfbestätigung erworben, anstatt meine offenen Fragen auf dem vorgesehenen Weg zu klären.»

«Social-Media-Geständnis zur Kenntnis genommen»

Ab jetzt sieht der vorgesehene Weg folgendermassen aus: Anfang Oktober befragen die Ermittler Granit Xhaka. Simon Kopp stellt aber klar, dass das Geständnis auf Social Media nichts am grundsätzlichen Plan der Staatsanwaltschaft ändere: «Wir haben das Social-Media-Geständnis zur Kenntnis genommen. Für uns ist relevant, was Granit Xhaka bei der Einvernahme bei uns sagen wird.»

Kopp betont, dass ein Verfahren nicht über die Medien geführt werde. «Durch einen Beitrag auf den sozialen Medien ist ein Verfahren noch nicht abgeschlossen, sondern wird normal weitergeführt.» Aber: «Wir werden Xhaka bei der Einvernahme zum Geständnis auf Social Media befragen.»

«Vollumfängliche Kooperation zugesichert»

Neben dem Geständnis betont Xhaka in seinem Statement auch die Zusammenarbeit mit den Behörden: «Ich übernehme die Verantwortung für diese Entscheidung, stelle mich der Aufarbeitung des Sachverhalts und kooperiere vollumfänglich mit den zuständigen Behörden.» Kopp bestätigt dies: «Er hat uns seine vollumfängliche Kooperation im Verfahren zugesichert.»

Klar ist: Der Instagram-Post reicht den Behörden nicht. Denn: «Ein Geständnis auf Social Media ist kein offizielles Geständnis gegenüber uns als Staatsanwaltschaft», erklärt Sprecher Kopp. «Offiziell sind die Aussagen, welche er uns in der Befragung ablegt. Diesen Termin gilt es abzuwarten.»

Früherer Einvernahme-Termin möglich

Ob der geplante Befragungstermin von Anfang Oktober vorgezogen werden kann, liegt vor allem an Xhaka selbst. Beim kommenden Nati-Zusammenzug fehlt er – und hätte Zeit, in den Räumlichkeiten der Luzerner Staatsanwaltschaft aufzumarschieren. «Granit Xhaka hat die Möglichkeit, uns via seinen Anwalt anzufragen, falls er einen früheren Einvernahme-Termin beantragen will», sagt Kopp dazu. «Dieser Ball liegt bei ihm.»

Und sowieso: «Ob er ein Nati-Aufgebot hat oder nicht, ist für unsere Untersuchung nicht relevant», sagt der Sprecher. «Für uns ist entscheidend, dass wir das Verfahren mit der bevorstehenden Befragung weiterführen können.» Fazit: «Das Verfahren gegen Granit Xhaka ist bei uns hängig – und es wird wie geplant weitergeführt.»

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