So lief der Transport der Brandopfer
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Kurz nach dem Inferno:So lief der Transport der Brandopfer

Lagebericht der Spitäler
«Opfer befinden sich noch immer in einer heiklen Phase»

Insgesamt 116 Personen wurden bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana verletzt. Die meisten dieser Opfer wurden nach der Silvesternacht kurzfristig in verschiedenen Schweizer Spitälern behandelt. Blick hat nachgefragt, wie die aktuelle Lage in diesen Kliniken ist.
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Von den 116 Verletzten in Crans-Montana wurden die meisten direkt nach der Brandkatastrophe in Schweizer Spitälern behandelt.
Foto: AFP

Darum gehts

  • 116 Verletzte der Brandkatastrophe wurden in Schweizer Spitälern behandelt
  • 48 Opfer werden jetzt in Kliniken in Frankreich, Italien, Deutschland, Belgien betreut
  • Spital Wallis behandelte 60 Opfer, derzeit noch 6 Patienten in Behandlung
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mattia JutzelerRedaktor News

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS brachte viele Schweizer Spitäler in der Silvesternacht an den Anschlag. Die 116 Verletzten wurden in erster Instanz vor allem im Kanton Wallis und an anderen Standorten in der Schweiz behandelt. Viele der Kliniken waren aber nicht auf so viele Brandopfer gleichzeitig vorbereitet.

Inzwischen konnten viele der Patienten in spezialisierte Kliniken im Ausland verlegt werden. So werden 48 Personen momentan in Frankreich, Italien, Deutschland oder Belgien behandelt.

Wie ist also die aktuelle Lage in den Schweizer Kliniken? Wie geht es den Brandopfern und wie belastend ist die Situation für das Personal? Blick hat bei drei Spitälern nachgefragt.

Spital Wallis

Das Spital Wallis musste nach der Brandkatastrophe kurzfristig die grösste Last aller Schweizer Spitäler tragen. Insgesamt 60 Opfer, also mehr als die Hälfte der 116 Verletzten, wurden nach der Silvesternacht an zwei Standorten im Kanton behandelt

Aktuell befinden sich noch sechs dieser Brandopfer im Kanton im Spital. «Die Patienten im Spital Wallis schweben nicht mehr in Lebensgefahr», bestätigt ein Sprecher gegenüber Blick. Sie werden weiterhin täglich behandelt, heisst es weiter. «Sei es chirurgisch mit Hauttransplantationen oder durch Verbandswechsel, ohne dabei die psychologische Betreuung zu vergessen.» Die restlichen Opfer wurden in andere Kliniken im In- oder Ausland verlegt.

«Die Anspannung hat heute nachgelassen.» So beschreibt der Sprecher die aktuelle Lage auf der Station. Das Spital bereite sich aktuell darauf vor, die Brandopfer aus dem Wallis wieder bei sich aufzunehmen, die aktuell ausserhalb des Kantons behandelt werden. «Dies erfordert eine intensive Zusammenarbeit zwischen den medizinischen und pflegerischen Diensten», erklärt der Sprecher.

Universitätsspital Lausanne

Das Lausanner Universitätsspital (CHUV) ist zusammen mit dem Universitätsspital Zürich das nationale Zentrum für die Behandlung von Brandopfern in der Schweiz. Dementsprechend viele Opfer wurden nach der Katastrophe in der Waadtländer Hauptstadt behandelt. Von den ursprünglichen 22 Patienten sind aktuell noch neun am CHUV. Über den Zustand dieser Patienten will das Spital aufgrund der Schweigepflicht keine Auskunft geben. Auch auf die aktuelle Belastungssituation auf den Stationen wird nicht genauer eingegangen.

Am Universitätsspital Lausanne wird ausserdem mithilfe von Zellproduktion Haut für die Brandopfer von Crans-Montana gezüchtet. Mindestens elf Patienten konnte so bereits geholfen werden. 

Universitätsspital Zürich

Auch das Universitätsspital Zürich (USZ) hält sich auf Anfrage von Blick mit Details zur aktuellen Lage zurück. Die Situation sei «grundsätzlich unverändert». Von den ursprünglichen 17 Brandopfern sind aktuell noch sechs am USZ stationiert. «Die Opfer befinden sich noch immer in einer heiklen Phase der Behandlung», heisst es weiter. Die Station für Brandverletzungen am USZ ist für acht Patienten ausgelegt.

Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» erklärt Bong-Sung Kim, chirurgischer Leiter am USZ, wie die Opfer behandelt werden. «Wir tragen zum Beispiel die verbrannte Haut ab und ersetzen sie mit der Zeit durch eigene Haut. Wenn grössere Teile der tiefen Hautschichten betroffen sind, kann man diese durch künstliche Haut abdecken. Das hilft bei der Regeneration. Aber die eigene Haut ist noch heute der Goldstandard.» Es gibt auch Spenderhaut von Verstorbenen. Durch die Verbrennungen werden auch die Organe geschädigt. «Von der Haut werden Botenstoffe in den gesamten Körper entsandt. Diese provozieren eine Immunantwort, die dann das ganze System schädigt.»

Diese heikle Phase werde «sicher noch die nächsten Wochen» anhalten.

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