Darum gehts
- Sion gewinnt 2:0 gegen Winterthur nach emotionaler Zeremonie für Brandopfer
- Die Slalom-Cracks konnten kommen, weil sie in Crans-Montana trainieren
- Joker Winsley Boteli erzielt Siegtor, und nennt sich nun «Zahnspangen-Knipser»
Als Tanguy Nef, Daniel Yule und Marc Rochat die Kränze zusammen mit dem Bürgermeister von Sierre, Joël Rey, in den Anstosskreis tragen, sind ihre Gesichter versteinert. Dieser Moment ist auch für die Slalom-Cracks aus den drei betroffenen Kantonen Genf, Wallis und Waadt ein enorm schwieriger. Doch was ist das im Vergleich zu jenem von Rey, der seine 24-jährige Tochter im Brandinferno von Crans-Montana verloren hat. Die zudem für Sion-Boss Christian Constantin (69) gearbeitet hat.
Danach wird Fussball gespielt. Sion gewinnt 2:0 gegen Schlusslicht Winterthur und hievt sich auf Platz fünf.
Sekundär an diesem Abend. «Leider müssen wir nun damit leben, so viele Töchter und Söhne, Brüder und Schwestern, Freundinnen und Freunde verloren zu haben», sagt ein nachdenklicher CC. «Doch es geht weiter. Wir haben versucht, eine kleine Erinnerung an sie ins Leben zu rufen.»
Linderung fürs Wallis?
Constantin sieht einen komplizierten Monat Januar vor sich und vor seiner Mannschaft. «Ich denke, der ganze Monat wird noch unter dem Zeichen dieser Tragödie stehen. Klar, das Leben geht weiter, ob man ein gebrochenes Herz hat oder nicht. Wir wollen mit erfolgreichem Fussball versuchen, diesem leidenden Kanton ein bisschen Linderung zu verschaffen, auch wenn das nie vollständig möglich ist.»
Normalerweise sei er vor einem Spiel nervös, ergänzt Jan Kronig, der Oberwalliser im Team. Er habe immer ein Kribbeln in sich, aber dieses Mal nicht. «Das war komplett weg. Da waren nur Emotionen und Trauer. Deshalb war es ganz schwierig, sich auf diesen Match zu konzentrieren.»
Auch Winsley Boteli, Autor des Game-winning-Goals, wirkte weniger ausgelassen als sonst. «Wir haben dieses Spiel gemacht und gekämpft für die Menschen, die gestorben sind», sagt er. Und muss dann doch herzhaft lachen, als er auf seine Zahnspange angesprochen wird, die er noch anderthalb Jahre zu tragen habe.
Rahmen geht Trauer-Zeremonie nahe
Und auch am Gast ging die Zeremonie nicht spurlos vorüber. «Diese Tragödie betrifft ja uns alle irgendwo. Nicht nur das Wallis trägt Trauer», sagt Patrick Rahmen, der Basler Coach der Zürcher. Es sei schwierig, Worte zu finden, wenn so viele junge Leute so früh aus dem Leben scheiden müssten. «Es ist während der bewegenden Zeremonie einiges in mir abgegangen, vor allem, als ich die Namen dieser Jungen auf der Anzeigetafel gesehen habe.»
Und das Verrückteste am Ganzen? Der Grund, weshalb das Slalom-Team im Tourbillon war. CC hatte Justin Murisier gefragt, ob er mit Marco Odermatt kommen könne. «Doch Justin sagte, das sei nicht möglich, es gehe für ihn zum Beispiel um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Aber er werde schauen, dass die Techniker kommen können.» Weshalb? Weil sie in der Nähe trainieren würden. In … Crans-Montana.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | FC Sion | 19 | 6 | 30 | |
6 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 19 | 1 | 24 | |
8 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
9 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 19 | -7 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 19 | -29 | 10 |

