Diese schrecklichen Szenen erlebten die Augenzeugen
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«Wie im Horror-Film»:Augenzeugen berichten von Inferno-Nacht in Crans-Montana

«Das Schlimmste war der Geruch»
Pensionierter Chirurg berichtet von Horror-Nacht in Crans-Montana

Die Silvesternacht endete in Crans-Montana in einer Tragödie. Der pensionierte Arzt Jean-Jacques Brugger schildert erschütternde Szenen, die ihn bis heute nicht loslassen.
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In der Bar Le Constellation brannte es in der Silvesternacht.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Silvesternacht in Crans-Montana: Tote, Verletzte und starke Erlebnisse für Ersthelfer
  • Arzt beschreibt verbrannte Haut und Atemwege sowie schrecklichen Geruch
  • Einsatz bis 5.30 Uhr, eine Überlebende wird weiterhin behandelt
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Angela RosserJournalistin News

Tote Menschen, schwer verletzte Jugendliche - beinahe noch Kinder - verzweifelte Eltern und Einsatzkräfte, die versuchten zu helfen. Die Silvesternacht in Crans-Montana wird niemand so schnell mehr vergessen.

Auch für erfahrene Ersthelferinnen und Sanitäter war diese Nacht eine Herausforderung. Wie sich die Momente vor Ort anfühlten, erzählt der pensionierte Gefässchirurg Jean-Jacques Brugger aus Neuenburg gegenüber «Le Temps». Ein Freund habe ihn angerufen und gebeten zu kommen. Es habe sich ein Unglück ereignet.

«So etwas hatte ich noch nie gesehen»

«Wir konnten kaum etwas sehen, und es war bitterkalt. Aber das Schlimmste war der Geruch. Verbranntes Fleisch. Es stank bestialisch», sagte Brugger zur Zeitung. Einige Mitarbeitende einer Bar hätten Handtücher für die Verletzten gebracht. Kleidung hätten die meisten keine mehr gehabt, alles sei verbrannt gewesen. «Als ich näher kam, sah ich, dass ihre Gesichter völlig verbrannt und dass die Haut an ihren Händen in Fetzen gerissen war. So etwas hatte ich noch nie gesehen», so Brugger.

Der erfahrene Arzt erzählt weiter, wie sie die Opfer baten, den Mund zu öffnen. Da habe man auch gesehen, dass die Atemwege ebenfalls verbrannt waren. «Ihre Zähne und ihre Gaumen waren schwarz.» So sei es unmöglich gewesen, den Opfern etwas zu trinken zu geben. «Ich fühlte mich hilflos», so Brugger. Gemeinsam mit seiner Frau, ebenfalls Ärztin, und den Einsatzkräften versuchte er zu helfen, wo es nur ging und verpflegte Opfer, legte Zugänge und verabreichte Medikamente.

Verbrannte Haut erschwert Behandlung

«Die Schwerverletzten schrien trotz der Schmerzen nicht. Sie stützen sich. Sie kannten einander», sagt Brugger. Erst gegen 5.30 Uhr sei er zu seiner Wohnung zurückgefahren. Er hätte gerne mehr getan, sagt er.

Auch habe er an seinen Fähigkeiten einen Zugang zu legen, gezweifelt. Bis er realisiert habe, dass es die verbrannte Haut der Opfer gewesen sei, die ein Durchstossen mit einer Spritze unmöglich gemacht habe. Das Erlebte zu verarbeiten, wird auch für Brugger noch dauern. Jedoch möchte er bald seine letzte Patientin aus dieser Nacht besuchen. Lange fragte er sich, ob sie denn überhaupt überlebt habe. Hat sie. Sie wurde identifiziert und wird in einem Spital behandelt.

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