Eltern der Brandopfer Farah (20) und Meissa (18) kämpfen für Gerechtigkeit
«Sie haben unseren Kindern wehgetan, sie müssen dafür bezahlen»

Zwei ihrer drei Kinder liegen nach der Horror-Nacht in Crans-Montana im Spital. Die Eltern von Farah (20) und Meissa (18) pendeln täglich zu ihren Kindern und sprechen von dem Horror, den aktuell so viele Eltern durchmachen.
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Leila Micheloud kämpft mit den Tränen.
Foto: RTS Screenshot
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Angela RosserJournalistin News

Sie heissen Meissa und Farah Micheloud und sind 18 und 20 Jahre jung. Bei dem Brand in der Bar Le Constellation in der Silvesternacht wurden beide schwer verletzt. Wie ihre Eltern Leila und Alain Micheloud erzählen, sei die eine Tochter oft in der Bar zu Gast gewesen.

Am Silvesterabend wollte sie mit Freunden das neue Jahr in der Bar begrüssen und feiern. Mit dabei auch ihre Schwester. Am Sonntag schilderten die Eltern gegenüber «Le Nouvelliste» das Erlebte. Ihre beiden Töchter hätten um Mitternacht angerufen, um ihnen ein frohes Neues Jahr zu wünschen. Dann seien sie zu Bett gegangen – ihre beiden Töchter, wie sie dachten, noch immer ausgelassen am Feiern.

Jüngere Tochter ruft aus brennender Bar an

Dann brach in der Bar das Feuer aus. Meissa habe ihren Vater angerufen: «Es brennt überall! Ich finde meine Schwester nicht mehr», sagte sie. Alain Micheloud fuhr zur Bar und fand die 18-Jährige. Ihre Schwester Farah aber nicht. Erst am Nachmittag konnten sie die ältere Schwester auf der Intensivstation ausfindig machen. 

Mittlerweile werden beide jungen Frauen in einem Spital in St. Gallen behandelt und die Eltern pendeln jeden Tag von der Walliser Gemeinde Chalais in die Ostschweiz. Es ist eine Familie von vielen, die auseinandergerissen wurde und unter der Tragödie leidet. 

Niemand wurde verschont

«Wir sind in Kontakt mit einigen Eltern aus der Freundesgruppe unserer Töchter. Es sassen etwa zehn Leute am Tisch», so die Eltern gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Keine Familie wurde verschont. Alle im Wallis kennen jemanden, haben Bekannte, die von diesem Drama betroffen sind», sagen die Eltern gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

Für die Familien gibt es mittlerweile Spendenkampagnen und Aufrufe in den sozialen Medien, um die Eltern und Angehörigen zu unterstützen. Viele sprechen den Familien ihr Mitgefühl aus. Über tausend Nachrichten habe das Ehepaar Micheloud mittlerweile erhalten.

«Hört nicht auf»

«Wir versuchen, den Kopf über Wasser zu halten. Bitte, hört nicht auf, uns anzurufen, uns zu schreiben. Wir sind am Boden zerstört und es ist hart», sagt Leila Micheloud. Sie spreche nicht nur für ihre Familie, sondern für alle Väter, Mütter und alle Familien, sagt sie im Videobeitrag unter Tränen.

Um die täglichen Besuche bei ihren Kindern meistern zu können, bedarf es auch der Unterstützung der Arbeitgeber der Eltern. «Ich habe den Monatsplan erhalten. Ich wurde aus dem ganzen Januar gestrichen», sagt Leila Micheloud. Man habe verstanden, dass sie jetzt Zeit für ihre Kinder und ihre Familie brauche. Auch ihr Mann ist mit dem Angebot seines Arbeitgebers zufrieden. Das Unternehmen, bei dem der Küchenmonteur angestellt ist, habe ihm mehrere Vorschläge gemacht, damit er so viel Zeit wie möglich in St. Gallen verbringen kann.

«Haben unseren Kindern wehgetan»

Ein weiteres Thema im Leben der Michelouds sind nun auch Anwaltstermine. Sie hoffen, dass die Schuldigen eines Tages identifiziert werden können. «Sie haben unseren Kindern wehgetan. Das ist schlimm. Sie müssen dafür bezahlen», sagt Alain Micheloud. 

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