Nach Feuer-Hölle von Crans-Montana
Hier trauert der Papst mit den Hinterbliebenen

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 40 Toten traf Papst Leo XIV. am Donnerstag Angehörige der Opfer im Vatikan. Er wollte deren Schmerz und Trauer in einem privaten Treffen teilen.
Kommentieren
1/4
«Ich bin sehr bewegt, Sie zu treffen», sagte Papst Leo XIV., an die Angehörigen der Opfer gewandt, in seiner Ansprache zu den Opferfamilien von Crans-Montana.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Papst Leo XIV. empfing Angehörige der Crans-Montana-Brandopfer am Donnerstag im Vatikan
  • Italien fordert von der Schweiz tiefgreifende Ermittlungen zu Brandursachen
  • 40 Tote und 116 Verletzte bei Brand in Crans-Montana an Silvester 2025
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Papst Leo XIV. hat am Donnerstagmittag Familienangehörige der italienischen Opfer des Brandes von Crans-Montana VS im Vatikan empfangen. «Ich bin sehr gerührt, Sie zu treffen», sagte der Papst laut der italienischen Nachrichtenagentur Askanews.

Leo XIV. traf die Eltern der sechs jungen Italiener, die bei dem Brand ums Leben gekommen waren, im Apostolischen Palast im streng privaten Rahmen. Auch Angehörige der zwölf italienischen Verletzten beim Brand waren anwesend.

«Ich bin sehr bewegt»

Der Papst bezeichnete den Brand als «Katastrophe von extremer Gewalt». «Ich bin sehr bewegt, Sie zu treffen», sagte der Pontifex, an die Angehörigen der Opfer gewandt, in seiner Ansprache. Dabei äusserte er den Wunsch, den Eltern der sechs Jugendlichen in einem Moment der schweren Prüfung Beistand zu leisten.

«Ich wollte die Gelegenheit haben, diesen Moment des Schmerzes und der Trauer mit Ihnen zu teilen», erklärte der Papst. Er habe sofort zugestimmt, als er von der Bitte um eine Audienz erfuhr. «Eine Ihrer liebsten und wichtigsten Personen hat ihr Leben bei einer Katastrophe von extremer Gewalt verloren oder liegt nach einem schweren Brand, der die ganze Welt erschüttert hat, über einen längeren Zeitraum im Krankenhaus, mit Verletzungen, die den Körper entstellt haben», sagte Leo XIV. an die versammelten Angehörigen gerichtet.

«Sehr begrenzt und machtlos»

Der Papst betonte, dass das Unglück «im unerwartetsten Moment» geschehen sei, an einem Tag, an dem alle Freude und Feierlichkeiten zum Austausch von Glückwünschen erlebt hätten. Angesichts dieser Ereignisse stellte er die Frage nach dem Sinn und der Hoffnung.

«Ich kann Ihnen, liebe Brüder und Schwestern, nicht erklären, warum es Ihnen und Ihren Angehörigen zugemutet wurde, eine solche Prüfung zu bestehen. Die menschliche Zuneigung und die Worte des Mitgefühls, die ich Ihnen heute entgegenbringe, erscheinen mir sehr begrenzt und machtlos», so der Papst.

Gemeinsame Linie in der Rechtslage

Die italienische Regierung erklärte bereits, als Zivilkläger bei einem Prozess im Zusammenhang mit dem Brand teilnehmen zu wollen. Aussenminister Antonio Tajani forderte von den Schweizer Justizbehörden tiefgreifende Ermittlungen und Klarheit zu den Ursachen des Brandes.

Das Treffen dient dazu, eine gemeinsame Linie in der Rechtslage sowohl in der Schweiz als auch in Italien zu koordinieren und mögliche Massnahmen zu evaluieren.

Zwölf verletzte Italiener im Spital

Beim Brand in Crans-Montana kamen in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben, und 116 wurden teils schwer verletzt. Bei den sechs italienischen Toten handelt es sich um vier junge Männer und zwei Mädchen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren.

Zwölf verletzte Italiener werden derzeit im Mailänder Krankenhaus «Niguarda» wegen der schweren Brandwunden behandelt, die sie sich in Crans-Montana zugezogen haben. Zwei von ihnen sind noch in Lebensgefahr, wie die lombardischen Gesundheitsbehörden mitteilten.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen