Darum gehts
- In Davos wird das WEF 2026 mit strengen Brandschutz-Kontrollen vorbereitet
- Über 160 temporäre Bauten müssen feuerpolizeiliche Vorschriften strikt einhalten
- 3000 Teilnehmende plus Begleitpersonen und Events erhöhen Sicherheitsanforderungen erheblich
In Davos geben sich dieser Tage die Brandschutzexperten die Klinke in die Hand. Sie müssen überprüfen, ob in den über 160 temporären Bauprojekten, die für das WEF bewilligt wurden, die Vorgaben bezüglich Brandschutz auch wirklich umgesetzt werden. «Es wird kontrolliert, ob alle Auflagen aus der feuerpolizeilichen Bewilligung eingehalten werden. Zudem wird die Einhaltung der Brandschutzvorschriften kontrolliert», erklärt Marc Handlery (52), Direktor Gebäudeversicherung Graubünden, auf Anfrage von Blick.
Was bislang Routine war, hat dieses Jahr eine neue Bedeutung: Denn nach der Feuer-Katastrophe von Crans-Montana schaut die Welt genauer auf Davos. Für das am Montag dort beginnende Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) gibt es bezüglich Sicherheit und Brandschutz keine Ausnahmen. Das WEF erwartet eine Rekordbeteiligung von 3000 Teilnehmenden, die meist mit einigen Begleitpersonen anreisen. Dazu kommen all die Veranstaltungen rund um das WEF entlang der Promenade.
Davos schaut genau hin
«Die Gemeinde Davos verstärkt die Sensibilisierung der Eventfirmen sowie der ganzjährigen Bar-, Restaurant- und Hotelbetreiber und hat diese nochmals auf ihre Verantwortung hingewiesen», sagt Handlery. Die höchstgelegene Stadt Europas ist sich offensichtlich ihrer Verantwortung bewusst.
Interessant: Blick hat einige renommierte Hotels wie das Alpengold, wo voraussichtlich Donald Trump (79) übernachten wird, oder das Steigenberger Belvédère, wo einige rauschende Partys steigen, zum Brandschutz drängende Fragen gestellt. Geantwortet hat keines der noblen Häuser. Wobei eben erst die Tragödie von Crans-Montana aller Welt vor Augen geführt hat, was Feuerwerk in Innenräumen anrichten kann. Gestern hat das Wallis den Gebrauch pyrotechnischer Gegenstände in öffentlich zugänglichen Innenräumen verboten.
Neben den Hotels gibt es in Davos eine besondere Herausforderung: Firmen aus aller Welt mieten Ladenlokale und nutzen diese zu provisorischen Eventlocations um. In Geschäften, wo sich übers Jahr nicht mehr als ein Dutzend Menschen gleichzeitig aufhalten, nippen plötzlich Hunderte geladene Gäste am Apéro, tauschen sich aus oder lauschen interessanten Diskussionen.
So zum Beispiel in der Lounge von Accenture, eine der grossen globalen Unternehmensberatungsfirmen. Hier findet unter anderem der Empfang der Swiss-American Chamber of Commerce statt, wo viele Schweizer und amerikanische Politiker erwartet werden. Der Ort verfüge über eine «offizielle Brandschutzgenehmigung», schreibt Accenture. «Diese Genehmigungen legen die maximale Kapazitätsgrenze fest, die wir bei allen Veranstaltungen strikt einhalten.» Das gelte auch für die geplante Veranstaltung mit der Handelskammer.
Brandschutzkonzept hat sich 2025 bewährt
Wie gut das gesamte Brandschutzkonzept funktioniert, zeigte sich letztes Jahr, als beim Climate Hub im Zentrum von Davos ein Feuer ausbrach. Michaela Reimann (47) hat den Brand damals entdeckt. «Ich habe Brandgeruch bemerkt und sofort alle Räume abgesucht», erzählt die Präsidentin von Green Up. Aus dem Technikraum quoll Rauch: «Wir haben sofort alle Leute evakuiert und die Feuerwehr alarmiert.» Diese war innert Minuten vor Ort und hatte den Brand schnell unter Kontrolle.
Auch der Climate Hub wird noch Besuch von der Feuerpolizei erhalten. «Wir haben jedes Jahr eine Brandschutzabnahme», sagt Reimann. Erst wenn diese positiv ausfällt, darf die Location für das Publikum geöffnet werden. So wie all die anderen temporären Umnutzungen und Bauten in Davos.