Darum gehts
- Das Bar-Inferno in Crans-Montana forderte 40 Tote und 116 Verletzte
- Zwei Notausgänge waren laut Barbetreiberehepaar vorhanden
- Die Kapazität der Bar betrug 300 Personen, 156 Opfer wurden gezählt
Was steht in der vorläufigen Ermittlungsakte zum Bar-Inferno in Crans-Montana VS? Diese Frage beantwortet am Mittwoch ein Artikel der Westschweizer Zeitung «Le Temps».
Die vorläufige Ermittlungsakte enthält diverse neue Details zur schrecklichen Nacht, in der 40 Menschen ihr Leben verloren und 116 weitere verletzt wurden. Demnach wurden bereits am 1. Januar ab 6 Uhr morgens elf Personen einzeln befragt, darunter auch die beiden Eigentümer Jacques (49) und Jessica (40) Moretti. Am 2. Januar sollen sechs weitere Personen vernommen worden sein. In der Akte ist zudem der erste Bericht des forensischen Instituts Zürich enthalten, schreibt «Le Temps» weiter. Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Nach Angaben der Morettis soll es im Le Constellation zwei Notausgänge gegeben haben. Einer von ihnen war der Haupteingang, der zweite, lag gegenüber den Toiletten im Keller und führte zum Treppenhaus des Gebäudes, in dem sich die Bar befand. Jacques Moretti soll behauptet haben, dass die Notausgänge mit «mindestens vier Wegweisern» gekennzeichnet waren. In den Monaten vor dem Unglück soll eine Prüfung durch das Eidgenössische Starkstrominspektorat durchgeführt worden sein. Bei dieser Überprüfung wurde «ein defektes Notausgangsschild» entdeckt. Moretti soll angegeben haben, dieses Schild nach der Überprüfung selbst repariert zu haben.
Bilder in den sozialen Medien zeigen Notausgangsschilder. Auf einem Video ist allerdings auch ein Notausgang-Signal zu sehen, das offenbar nicht leuchtet. Augenzeugen sollen aber in der Unglücksnacht keine Hinweisschilder aufgefallen sein. Befragte Partygäste sollen von der Existenz eines Notausgangs im Keller nichts gewusst haben.
Jacques Moretti soll zudem eine Nebentür erwähnt haben. Diese soll allerdings in der Silvesternacht verschlossen und nicht als Notausgang gekennzeichnet gewesen sein. Der Barinhaber konnte sich angeblich nicht erklären, warum die Tür verschlossen war. Moretti soll weiter erklärt haben, er habe die Tür mit Hilfe zweier anderer Personen aufbrechen müssen. Dahinter wurden mindestens zehn Personen in kritischem Zustand gefunden.
Jacques Moretti soll während der Vernehmung behauptet haben, in der Bar habe es vier Feuerlöscher gegeben. Drei von diesen Feuerlöschern sollen sich im Keller an verschiedenen Orten befunden haben, ein weiterer sei im Erdgeschoss aufbewahrt worden. Videoaufnahmen sollen mindestens einen der Standorte bestätigen. Laut Jessica Moretti soll eine Fachfirma die Feuerlöscher am 8. August 2025 überprüft haben. Nur ein Augenzeuge gab jedoch an, einen Feuerlöscher gesehen zu haben. So soll nur ein Feuerwehrmann unter Berufung auf einen Kollegen ausgesagt haben, dass ein Feuerlöscher am Fuss des DJ-Pults gefunden worden sei. Wurde er benutzt? Unklar.
Eine automatische Sprinkleranlage gab es im Le Constellation nicht. Auf die Frage der Polizei, ob die Angestellten «für den Umgang mit Ereignissen wie einem Brand im Gebäude geschult» seien, antwortete Jacques Moretti mit einem einzigen Wort: «Nein.»
«Wir haben einen öffentlichen Bereich von etwa 360 Quadratmetern mit einer Gesamtkapazität von 300 Personen, die Aussenterrasse nicht mitgerechnet», soll Jacques Moretti zur Polizei gesagt haben. Er soll aber hinzugefügt haben: «Paradoxerweise ist die Genehmigung für den Raucherraum und den Nichtraucherbereich im Raucherraum für jeweils 100 Personen erteilt worden, wenn ich mich recht erinnere. Das hat mich immer gewundert.» Die Gemeinde soll gegenüber Medien eine maximale Kapazität von 100 Personen im Untergeschoss und 100 im Erdgeschoss angegeben haben.
Jessica Moretti soll sich bei der Befragung davon überzeugt gezeigt haben, dass die maximale Besucherkapazität nicht überschritten worden sei. Sie soll von etwa 100 Personen gesprochen haben, vielleicht sogar weniger. Mehrere befragte Gäste sollen diese Einschätzung bestätigt haben. Mehrere Überwachungsbilder, die kurz vor Ausbruch des Brands aufgenommen wurden, sollen diese Beschreibung stützen. Aber: Die Opferzahl wirft Fragen auf. Sie liegt bei insgesamt 156, 40 Tote und 116 Verletzte. Unklar ist, wie viele Menschen unversehrt davonkamen.
«Für 16- bis 18-Jährige gilt die Pflicht, von einem Erwachsenen begleitet zu werden», soll Jacques Moretti diesbezüglich zu Protokoll gegeben haben. Die Minderjährigen durften auch keinen Alkohol konsumieren. Mehrere befragte Gäste bestätigten, dass sie am Eingang kontrolliert wurden.
An dieser Stelle soll Jacques Moretti skeptisch gegenüber der wahrscheinlichen Theorie sein, wonach Wunderkerzen den Schaumstoff an der Decke entzündeten. «Ich verstehe sie, und sie ist nicht unmöglich», sagte er, «aber es muss noch etwas anderes geben», zitiert «Le Temps» aus der vorläufigen Ermittlungsakte. «Für mich waren sie nicht stark genug, um den Akustikschaum zu entzünden. Ich hatte Tests durchgeführt», betonte er angeblich bereits am 1. Januar. In einer ersten Untersuchung des Forensischen Instituts Zürich aus der Brandnacht wird die Frage zur Brandursache noch nicht beantwortet.
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