Darum gehts
- Stefan Ivanović (31) rettete in Crans-Montana Leben und starb dabei
- Über 100 Menschen aus der Schweiz reisten zu seiner Beerdigung
- Vier serbische Überlebende des Feuers werden in deutschen Kliniken behandelt
Er hätte fliehen können. Doch Stefan Ivanovic (31) tat seinen Job – und wurde bei seinem Begräbnis dafür als Held gefeiert. Als in der Silvesternacht ein Feuer in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS ausbrach, stürzte sich der junge Serbe ins Chaos. Er arbeitete als Türsteher in der Bar, war für Schutz und Sicherheit der Gäste verantwortlich.
Als die Flammen sich ausbreiteten, hätte er fliehen können, wie es alle versuchten. Doch er ging immer wieder zurück, half Menschen aus dem brennenden Untergeschoss und bemühte sich unter Einsatz seines Lebens, Panik zu verhindern.
Ivanovic half jungen Menschen, konnte sich selbst aber nicht retten. Er bezahlte seinen Mut mit dem höchsten Preis. Stefan wurde selbst Opfer des Feuers. Tagelang hofften Familie und Freunde, dass er verletzt, aber am Leben sei – bis schliesslich der DNA-Abgleich traurige Gewissheit brachte. Stefan war unter den Toten.
Viele aus der Schweiz angereist
Am Samstag wurde der Verstorbene in seiner Heimat in Serbien begraben, wie die serbische Zeitung «Blic» berichtet. «Zahlreiche Freunde und Verwandte hatten sich vor dem Elternhaus von Stefan versammelt. Vor dem Haus waren lange Autokolonnen geparkt. Der Hof ist voller Kränze, und Menschen in Tränen traten in die Familie ein, um ihr Beileid auszusprechen.»
Ivanovics Heimatort Lijg, rund eine Autostunde südwestlich von Belgrad, hatte einen Trauertag ausgerufen. Flaggen wehten auf halbmast, Veranstaltungen wurden abgesagt, das Dorf stand still. Freunde, Nachbarn und Verwandte versammelten sich, um dann auf dem Friedhof vom nahen Jajčić von Stefan Abschied zu nehmen.
Als besondere Würdigung waren mehr als hundert Menschen aus der Schweiz angereist, um ihrem Freund, Kollegen, Bekannten und auch dem Menschen die letzte Ehre zu erweisen, den manche lediglich vom Hörensagen kannten.
«Held von Crans-Montana»
Während Menschen in der Bar in Crans-Montana um ihr eigenes Leben gekämpft hatten, tat Ivanovic seinen Job und opferte sein Leben. «Ein Held von Crans-Montana», schreibt die «Serbian Times», «wurde zu seiner ewigen Ruhestätte geleitet.»
«Wir können es immer noch nicht fassen, dass er nicht mehr da ist», wird ein ehemaliger Schulkamerad von Stefan zitiert. «Er ist viel zu früh gegangen, und wir hatten noch so viele Pläne.»
Vier weitere serbische Bürger überlebten den Brand. Sie werden in deutschen Spitälern behandelt.