Darum gehts
- Verstörende Videos vom Brandunglück in Crans-Montana belasten junge Social-Media-Nutzer.
- 82 Prozent der Blick-Leser fordern Einschränkungen, viele wollen Triggerwarnungen oder verpixelte Inhalte.
- Andere appellieren an die Eigenverantwortung
Schwere Verbrennungen und die Angstschreie der flüchtenden Menschen. Videos und Bilder des Horrorbrands von Crans-Montana sind noch immer frei im Internet zugänglich. Sie zeigen schockierend viele Details. So etwa auf der Social-Media-Plattform Tiktok, auf der schon kurz nach dem Vorfall erschreckende Szenen zu sehen waren.
Junge Nutzerinnen und Nutzer dieser Plattformen erzählten im Gespräch mit Blick, wie solche Inhalte sie zutiefst verstören. «Mich haben diese Videos traumatisiert», sagt beispielsweise Kevin (17). Eine junge Dame erzählt: «Mir wurden Sachen angezeigt, die ich gar nicht sehen wollte!» Es wird gefordert, dass Inhalte solcher Art in den sozialen Medien blockiert oder mit einem Warnhinweis versehen werden. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, was sie von so einer Regelung halten würden.
Die Mehrheit ist für eine Beschränkung verstörender Inhalte
Eine Blick-Umfrage mit knapp 1000 Teilnehmern ergab, dass ganze 82 Prozent die Anzeige von verstörenden Bildern und Videos limitieren wollen.
48 Prozent würden solche Inhalte mit einer Triggerwarnung und zusätzlicher Alterskennzeichnung limitieren, 34 Prozent mit verpixelten Inhalten, die erst mit Einverständnis aufgedeckt werden. 18 Prozent sind gegen eine Einschränkung. Die klare Mehrheit macht sich auch in den Kommentaren breit.
«Alles kann unkontrolliert hochgeladen werden»
Viele in den Kommentaren sind erschüttert von der Verbreitung der Brandinhalte. Man solle sie einschränken oder ganz unterbinden, heisst es. So sieht es beispielsweise Alexandra Pfeffer: «Alles kann einfach unkontrolliert hochgeladen werden.» Bei diesen Videos in Dauerschleife habe selbst sie Probleme mit der Verarbeitung: «Das man das nicht unterbindet ist unglaublich.»
Jeannette Huber fragt: «Gibt es keine Richtlinien dazu, was man hochladen darf? Das müsste es geben.» Ihre Ansicht wird von vielen erwidert. Ernest Mittelholzer kommentiert: «Ein klarer Hinweis auf den Inhalt mit Bestätigung und Verpixeln sollte gesetzlich ein Muss sein!» Auch Lukas Nordmann stimmt zu, vor allem bei Minderjährigen: «Bei allen Jugendlichen oder Kinder müsste da eine Warnung oder Sperre eingebaut werden.»
Urs Saladin würde eine Warnung zwar begrüssen, zeigt sich jedoch wenig optimistisch: «Keines der Social-Media-Unternehmen wird sich darum bemühen. Je mehr Klicks umso mehr Werbung lässt sich verkaufen.» Es sei gar nicht möglich, wirksam einzugreifen. Müssen sich die Nutzerinnen und Nutzer also selbst zu helfen wissen?
«Löscht Social Media, bevor ihr euch selbst verstört»
Eine Gruppe von Kommentierenden ist überzeugt, es liege in der Verantwortung jeder Einzelperson, welche Inhalte auf den sozialen Medien konsumiert werden. Jann Becker geht mit Internet-Nutzern ins Gericht: «Jedem steht es frei, Social Media zu nutzen, sich etwas anzusehen, damit aufzuhören, oder eben nicht. Es ist die eigene Entscheidung.»
Ernst Schulze stimmt zu: «Man muss sich das doch nicht in Dauerschleife ansehen! Konto und App löschen, und es hat sich ausgeschleift.» Thomas Hasler rät gar allen Nutzerinnen und Nutzern: «Löscht eure Social-Media-Konten, bevor ihr euch selbst zerstört.»