Darum gehts
- Jessica und Jacques Moretti werden am Freitag in Sitten befragt
- Jessica Moretti soll ein geheimes Revolut-Konto ohne Geldlimit besitzen
- Ermittlungen: Verdacht auf Geldwäsche und verschleierte Schulden in Millionenhöhe
Am Freitag muss sich das Ehepaar Jessica und Jacques Moretti in Sitten VS einer Doppelbefragung stellen. Die erneute Vernehmung der Le-Constellation-Betreiber wird mit grosser Spannung erwartet. Die beiden werden gleichzeitig von der Justiz befragt, um widersprüchliche Aussagen zu vermeiden.
Die Ermittler wollen dabei vor allem klären, wer dafür verantwortlich war, dass die Notausgänge in der Brandnacht verschlossen oder blockiert waren. Gegen die Morettis wird aber nicht nur wegen der Brandkatastrophe in Crans-Montana ermittelt, sondern auch wegen mutmasslicher Geldwäscherei. Diesbezüglich ist nun ein neuer Hinweis aufgetaucht.
Wie die «Sonntagszeitung» berichtet, erzählte eine Informantin aus Frankreich der Walliser Staatsanwaltschaft von einem geheimen Bankkonto von Jessica Moretti.
Geflecht von Schulden
Laut der Informantin habe Jessica Moretti von einer unbekannten Person eine Revolut-Bankkarte erhalten. Weil die Karte kein Geldlimit haben soll, hätte die Informantin mögliche Geldwäscherei vermutet. Dieser Hinweis deckt sich mit einem Bericht, den die Geldwäscherei-Meldestelle MROS verfasst hat. Demnach soll Jessica Moretti regelmässig Geld zwischen ihren Betrieben hin- und hergeschoben haben.
Die Ehefrau von Jacques war Geschäftsführerin der drei Gastrobetriebe, die dem Ehepaar gehörten. Aus diesen Transaktionen sei ein Geflecht von Schulden entstanden. Die Ermittler beschreiben die Moretti-Firmen als «leere Hüllen», deren Liquidität durch ein komplexes System von Hin- und Herüberweisungen vorgetäuscht werde.
Zudem bestehe laut dem MROS-Bericht der Verdacht, dass gewisse Gelder der Morettis nicht versteuert oder deklariert worden seien. In dem Bericht ist ausserdem bereits von einem Revolut-Konto die Rede.