Darum gehts
- Spitalrechnungen aus Sitten sorgten für Streit zwischen der Schweiz und Italien
- Guy Parmelin verspricht Italien: Opfer bezahlen keine Behandlungskosten
- Opferhilfe übernimmt Kosten, wenn keine Versicherung dafür aufkommt
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) war erzürnt. Bei den italienischen Opferfamilien von Crans-Montana VS flatterten Kopien von Spitalrechnungen aus dem Wallis ins Haus. In Rom war von «unmenschlicher Bürokratie» die Rede.
Nun versuchte Bundespräsident Guy Parmelin (66) die Wogen zu glätten. Am Montag traf er die italienische Ministerpräsidentin am Rande des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Jerewan, Armenien. Nach dem Gespräch verkündete er auf X, dass Personen, die bei dem Brand in Crans-Montana verletzt wurden, sowie ihre Familien – unabhängig von ihrem Wohnort – für die medizinische Versorgung, die sie unmittelbar nach dem Unglück in Schweizer Spitälern erhalten haben, nichts bezahlen müssen.
Opferhilfe springt ein
Die Kosten würden von der Opferhilfe übernommen, soweit sie nicht durch eine Versicherung gedeckt seien. Um Missverständnisse zu vermeiden, werde die Schweiz den Angehörigen der Opfer keine Rechnungskopien mehr zusenden.
Parmelin bestätigte Meloni zudem, dass die Abrechnung von Spitalkosten zwischen den betroffenen Staaten auf der Grundlage der geltenden Rechtsvorschriften geprüft werde. Beide Seiten vereinbarten, dass die zuständigen Stellen beider Länder in Kontakt bleiben.
Laut EU-Reglement könnten die Staaten auf eine gegenseitige Erstattung der Spitalkosten verzichten. Italien hatte bereits im Vorfeld angekündigt, der Schweiz für die Behandlung der Opfer nichts in Rechnung zu stellen.