Drohnenbilder zeigen Ausmass der Trockenheit
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Tiefster Pegel seit 1930:Drohnenbilder zeigen Ausmass der Trockenheit

«Ich bin schon 20 Jahre hier, so habe ich das noch nie erlebt»
Wo es in der Schweiz am trockensten ist

Die Hitzewellen bringen die Schweizer Regionen an ihre Grenzen: Wasserstände sinken, Flüsse trocknen aus, Bauern kämpfen mit verdorrten Weiden. In vielen Kantonen rufen Gemeinden zum Wassersparen auf. Die grosse Kantonsübersicht.
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Drohnenbilder zeigen eine prekäre Situation bei Eschenz TG am Untersee (Bodensee).
Foto: BRK News

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz erlebt extreme Trockenheit, Gefahrenstufe 4 landesweit ausgerufen
  • Im Aargau sind Rasenbewässerung und Autowaschen verboten
  • 93'000 Fische in Bern umgesiedelt, Zürichsee-Pegel historisch tief

Die Schweiz trocknet aus. Wegen der andauernden Hitzewelle und der mangelnden Niederschläge spitzt sich die Situation immer weiter zu. Für das ganze Land gilt laut Meteo Schweiz die höchste Trockenheits-Gefahrenstufe 4. Zwar sind für das Wochenende einige Regenschauer und ein leichter Abfall der Temperaturen zu erwarten, für die Trockenheit bedeutet dies jedoch noch keine Entwarnung. 

Die Pegel vieler Flüsse und Seen sind auf einem historischen Tiefstand. Die Grundwasserstände sind landesweit niedrig und die Tendenz ist überwiegend sinkend. Fast alle Kantone mussten bereits Massnahmen zum Wassersparen erlassen.

Wo ist die Situation am schlimmsten und wo wurden besondere Massnahmen ergriffen? Blick liefert dir die grosse Übersicht nach Regionen. 

Aargau

Viele Gemeinden im Kanton Aargau fordern ihre Bevölkerung aktiv zum Wassersparen auf. Andere, vor allem im Süden und Westen des Kantons, gehen sogar noch einen Schritt weiter und verbieten die Bewässerung von Pools und Rasenflächen sowie das Autowaschen, wie SRF berichtet.

Schon seit Mitte Juni sind ausserdem die meisten Bäche für Wasserentnahmen gesperrt. Das stellt vor allem die Landwirte vor eine grosse Herausforderung. Die Lage sei derzeit wirklich prekär, meint Ralf Bucher vom Aargauer Bauernverband zur «Bauernzeitung». In den letzten zwei Wochen seien vielerorts in der Region die Wiesen und Weiden gekippt, komplett ausgedorrt.

Zürich

Auch am Pegel des Zürichsees ist die Trockenheit sichtbar. Wo sich normalerweise Wasser befindet, ragen aktuell Steine hervor. Mehrere Schifffahrtsgesellschaften mussten gewisse Fahrten einstellen, Schwimmbewerbe wurden abgesagt. In den sozialen Medien finden sich viele Beiträge, die das ausgetrocknete Ufer zeigen. 

Die Trockenheit ist auch beim Anflug auf den Flughafen Zürich unübersehbar: Wo sonst saftig grüne Flächen das Landschaftsbild prägen, dominieren heute vielerorts braune, ausgedörrte Äcker.

Zentralschweiz

Die anhaltende Trockenheit führt auf der Alpgschwänd am Pilatus zu Wasserknappheit. Weil die dortige Quelle zu wenig Wasser liefert, wird Trinkwasser seit Donnerstag mit drei mobilen Tanks per Traktor auf den Berg transportiert, berichtet der «Bote der Urschweiz»

Die Salbithütte in den Urner Alpen musste bereits zu ähnlichen Massnahmen greifen. Kein Wasser in der Quelle zwang Hüttenwart Richard Walker, per Helikopter 5000 Liter Wasser zu liefern. Die SAC-Hütte musste am Wochenende rund 300 Gästen absagen.

Basel-Stadt

Ein weiteres Thema, das durch die Hitze präsent wird, ist das Abbrechen von Ästen. Davor warnt der Kanton Basel-Stadt Anfang August in einer Medienmitteilung. «Wassermangel und Hitze verringern seit Wochen den Wasserfluss im Gewebe der Bäume und senken den Zelldruck sowie die Holzspannung in den Baumkronen. Dadurch können plötzliche und unerwartete Grünastbrüche auftreten», heisst es. Aus diesem Grund müssen Betreiber von Buvetten oder andere Restaurationsbetriebe den Betrieb bei Sturmereignissen einstellen. 

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Basel-Landschaft

Im Oberbaselbiet wird das Trinkwasser langsam knapp, berichtet die «Basler Zeitung». Ein Beispiel ist die Gemeinde Langenbruck. Bereits Ende Juli hatte die Gemeinde zum Wassersparen aufgerufen. Es ist verboten, Rasenflächen oder Hecken zu bewässern, Schwimmbäder, Pools oder sonstige Wasserbecken zu befüllen und Fahrzeuge zu waschen, teilt die Gemeinde mit. In einem weiteren Aufruf von vor vier Tagen appellierte sie erneut an die Bevölkerung. Weitere Gemeinden wie Bretzwil teilen ebenfalls mit, dass die Situation angespannt ist. 

Ostschweiz

Wegen der grossen Trockenheit schliesst die Badi in Uzwil SG zwei Wochen früher als geplant. Der Verbrauch des Schwimmbads entspricht täglich dem Wasserbedarf für 1000 Personen. Um diesen einzusparen, hat man sich für diesen Schritt entschieden. 

In Weesen SG ruft die Gemeinde die Bevölkerung zum Sparen von Trinkwasser auf. Die Gemeinde publizierte den «dringenden Aufruf» auf ihrer Webseite. «Die Bevölkerung von Weesen wird dringend aufgefordert, ab sofort und bis auf weiteres so wenig Trinkwasser wie möglich zu verbrauchen», heisst es. Die gemeindeeigenen Quellen verfügen über kein Wasser mehr. 

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt am Untersee und am Hochrhein immer deutlichere Spuren. Besonders eindrücklich zeigt sich die Situation derzeit im Gebiet der Insel Werd bei Eschenz TG und Stein am Rhein SH. Aktuelle Drohnenaufnahmen vom Dienstag zeigen grossflächig trockengefallene Ufer- und Flachwasserbereiche.

Der Kanton Glarus verbietet bis auf weiteres die Wasserentnahme aus Oberflächengewässern in Tallagen. Damit sollen die ohnehin stark belasteten Gewässer und insbesondere Fische vor zu wenig und zu warmem Wasser geschützt werden. Ausnahmen gelten unter anderem für den Linthkanal, den Escherkanal, den Walensee und das Sömmerungsgebiet – dort sind teilweise Bewilligungen erforderlich.

Graubünden

Besonders die Gemeinden im Bündner Rheintal rufen zum Wassersparen auf. In den Gemeinden Jenins und Malans gelten im August Verbote für die Entnahme von Wasser aus Hydranten für private Zwecke. Konkret betrifft dies das Bewässern von Rasenflächen, Pools oder das Waschen von Autos. 

Solothurn

Der Kanton hat den Bauern die Wasserentnahme verboten. «Am gesamten Wasserlauf der Dünnern, des Mümliswilerbachs, des Mittelgäubachs und des Chrebskanals ist die Wasserentnahme ab sofort bis auf weiteres verboten», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Auch hier ist der Grund die Trockenheit und die sich erwärmenden Gewässer, die ein Risiko für Fische und andere Wassertiere darstellen. Die Entwicklung der Situation wird laufend überwacht.

Bern

Auf einer Länge von 102 Kilometern wurden Stand Dienstag im Kanton Bern insgesamt 93'000 Fische umgesiedelt. Die aktuelle Situation in den Berner Gewässern ist angespannt. In drei Regionen ist das Problem für Fische aufgrund der Trockenheit gross bis sehr gross. 

Freiburg

Die Trockenheit beschäftigt auch das Senser Oberland im Kanton Freiburg. Viele Alpbetriebe müssen wegen der Trockenheit früher mit den Tieren ins Tal, wie die «Freiburger Nachrichten» berichten. «Ich bin schon 20 Jahre hier, so habe ich das noch nie erlebt», beschreibt ein Landwirt die aktuelle Lage. Er muss seinen Alpabzug vorverlegen. Der Grund: Weil das Gras wegen Wassermangels nicht mehr wächst, gibt es kein Futter mehr. Das Plasselbschlund-Tal kämpft mit ähnlichen Problemen. 

Wallis

Im Wallis sind aktuell noch keine vorzeitigen Alpabzüge geplant, wie beispielsweise im Kanton Freiburg. Mehrere Gemeinden haben jedoch das Auffüllen von Pools, das Autowaschen sowie das Bewässern von Rasenflächen verboten. Darunter: Saillon, Crans-Montana und Ferden. In Mont-Noble und Fieschertal wird zudem zum Wassersparen aufgerufen. 

Tessin

Weil der Lago Maggiore unter der Trockenheit leidet und die Pegelstände immer weiter sinken, erhöhen die Tessiner Behörden die Abflussmenge aus dem Luganersee. So soll entgegengewirkt werden. 

In fünf Gemeinden des Kantons (Lostallo, Centovalli, Serravalle, Cugnasco-Gerra, Lavizzara) wurden Bewässerungsverbote ausgesprochen.

Westschweiz

Auch die Kantone Waadt, Genf, Neuenburg und der Jura sind stark von der Trockenheit betroffen. Das Phänomen ist am Fluss Doubs bei Ocourt JU deutlich zu spüren. Das Flussbett ist ausgetrocknet. Die Dürre hat verheerende Folgen: Fische sterben, Wälder leiden und Bauern müssen auf Winterfutter zurückgreifen.

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