Darum gehts
- US-Tech-Gründer Sebastian Heyneman nach eigenen Angaben in Davos wegen verdächtigem schwarzen Geräts festgenommen
- Sicherheitskräfte hielten Hardware-Wallet offenbar für Bombe, IT-Spezialist klärte Missverständnis
- Wegweisungsverfügung erlassen, Heyneman plant Rückkehr zum WEF im Jahr 2027
Festnahme, Terrorverdacht, Verhör? Und das alles wegen eines schwarzen Kastens von WEF-Gast Sebastian Heyneman (31).
Der US-amerikanische Tech-Gründer aus San Francisco machte den Fehler, sein Hardwaregerät, das die Bekämpfung von Betrug erleichtern soll, für einen Moment alleinzulassen. Sicherheitskräfte hielten das Gerät für potenziell gefährlich – und handelten.
«Das Verbrechen? Ich wollte eine Lachsrolle», schreibt er in einem Thread auf der Social-Media-Plattform X. Er war gerade im Grandhotel Belvédère in Davos GR und hungrig. Flugs legte er das Gerät auf einem Tisch ab, um sich den Snack zu holen.
«Es ist keine Bombe»
Als er sich kurz darauf umdrehte, war sein geliebter schwarzer Kasten weg. «Ich fragte den Barkeeper. Er deutete auf den Sicherheitsdienst. Der Sicherheitsdienst deutete auf die Polizei. Die Polizei deutete auf ein Spezialeinsatzkommando», beschreibt er, was dann passierte.
«Es ist keine Bombe, sondern eine Hardware-Wallet», habe er den Sicherheitskräften versichert. Trotzdem klickten die Handschellen und er wurde zur Polizeiwache gefahren.
Kapo-Spezialist erklärt Tech-Gründer sein eigenes Produkt
Sebastian berichtet weiter: «Das Verhör war ein Spionagethriller.» Man habe seine Fingerabdrücke genommen und sie mit der Datenbank für internationale Spione abgeglichen. Anschliessend wurde eine Wegweisungsverfügung für die Region Prättigau/Davos erlassen.
Damit Sebastian wieder auf freien Fuss gesetzt werden konnte, musste extra ein IT-Spezialist anrücken. Den Code für sein Gerät hatte Sebastian mit KI generiert, er konnte also nicht wirklich erklären, wie es funktioniert. Das übernahm der IT-Spezialist der Kantonspolizei Graubünden für ihn. «Sein Urteil gegenüber dem Staatsanwalt? Absolut gut.»
Kapo Graubünden hält sich bedeckt
Insgesamt vergibt Sebastian fünf Sterne für seinen Ausflug in die Schweizer Gefängniszelle – für Professionalität, Sicherheit und die Lasagne, die er in Haft essen durfte.
Die Kantonspolizei Graubünden nimmt auf Anfrage von Blick zu einsatztaktischem oder polizeilichem Vorgehen keine Stellung. Aufgrund der gesetzlichen Geheimhaltungspflicht könne der Mediendienst auch keine Auskünfte zu laufenden oder möglichen Strafuntersuchungen erteilen.
Heyneman will im kommenden Jahr erneut ans WEF in Davos reisen, wie er US-amerikanischen Medien verriet. «Ich werde 2027 dort sein», sagte er etwa dem «San Francisco Standard». Am Samstag fliegt er aber erst einmal zurück in die USA.