Darum gehts
- Das WEF könnte Davos verlassen, Infrastrukturprobleme belasten Veranstaltungsort massiv
- Mietpreise steigen während WEF enorm: 60'000 Franken pro Woche für eine Wohnung
- Bundesrat hält WEF für wichtig, ganz im Gegensatz zu den Blick-Lesern
Wird die Schweiz das WEF verlieren? Nachdem die diesjährige Durchführung die Infrastruktur von Davos GR an ihre Grenzen brachte, ist dieser Gedanke gar nicht so abwegig. Manch globaler Topmanager spielt mit dem Gedanken, das WEF zu verlegen. Sogar WEF-Co-Präsident Larry Fink (73) hat bereits alternative Austragungsorte thematisiert.
Der Bundesrat hält dagegen. «Das WEF ist enorm wichtig für die Schweiz», heisst es von Aussenminister Ignazio Cassis (64). Der Bundesrat werde alles tun, um das WEF in der Schweiz zu halten. Auch in unseren Kommentaren äussern sich viele zum potenziellen Wegzug. Dort wird mit dem Bund allerdings nicht am selben Strang gezogen.
«Davos ist ein Ferienort, da hat das WEF nichts zu suchen»
Einer Mehrheit unserer Leserschaft wäre ein WEF-Umzug absolut recht. So schreibt etwa Gabriele Gebele: «Reisende soll man nicht aufhalten. Viele Schweizer wären glücklich, wenn das WEF anderswo stattfinden würde.» Hansruedi Bopp teilt ihre Meinung: «Diese Veranstaltung sollte in die Wüste verlegt werden. Davos ist ein Ferienort, da hat das WEF nichts zu suchen.»
Für viele sind die staatlichen Subventionen, die jährlich an das Wirtschaftsforum gehen, ein wichtiger Punkt. Walter Meier gehört dazu: «Die Bevölkerung braucht diesen Anlass nicht. Diese Zusammenkunft kostet extrem viel Geld, bezahlt vom Steuerzahler.» Auch Urs Berger kommentiert: «Der Steuerzahler wird dankbar sein, falls das WEF die Schweiz verlässt.»
«Dann hätte die grauenhafte Abzocke endlich ein Ende»
Die Miet- und Gastronomiepreise in Davos steigen zum hin WEF merklich an. Das berichtet auch Ronald Odermatt aus Eigenerfahrung: «Die Preispolitik der Davoser ist wegen des WEF unterirdisch. 60'000 Franken für 2,5-Zimmer-Wohnung pro Woche – von den Preisen in den Restaurants ganz abgesehen.»
Dominik Jenny meldet sich ebenfalls als Einheimischer: «Als in der Region Wohnhafter kann ich jederzeit und gern auf das WEF verzichten. Dann hätte die grauenhafte Abzocke endlich ein Ende.» Auch Bernhard Lambrigger kritisiert: «Fragt doch mal die Davoser Bevölkerung, lieber Bundesrat. Wir wollen diese Zirkusparty nicht!»
Felix Müller ist dem WEF gegenüber zwar positiv eingestellt, aber: «Man sollte vielleicht doch über einen anderen Ort diskutieren, der das von der Infrastruktur besser verkraftet.» Lukas Blum pflichtet ihm bei: «Der Anlass ist inzwischen zu gross für Davos, daher wäre ein Wegzug sinnvoll.»
«Was wäre die Schweiz ohne ihre Institutionen?»
Trotz vieler abweisender Kommentare lassen sich auch einige Leser finden, die das WEF als Teil der Schweiz sehen. Flurin Robbi versteht alle, die das WEF aus moralischen Gründen nicht unterstützen. Trotzdem schreibt er: «Das WEF generiert schweizweit Wertschöpfung. Die Gratiswerbung für die Schweiz und Davos noch nicht eingerechnet.»
Auch Thomas Schatzmann spricht sich gegen die Mehrheit aus: «Typisch Schweiz, am besten gar keine Grossanlässe mehr. Was wäre die Schweiz ohne ihre Institutionen und Konferenzen? Ein unbedeutender Punkt auf der Landkarte.»
Mario Siala würde das WEF ebenfalls vermissen: «Ich erkenne den Nutzen des WEF für die Schweiz. Es würde mich enttäuschen, wenn es nicht mehr in Davos stattfinden würde.»