Darum gehts
- Am 17. März 2025 stürzte ein Kleinflugzeug nahe Samedan GR ab
- Das Flugzeug war überladen und hatte einen falsch ausbalancierten Schwerpunkt
- Maximale Abflugmasse wurde um 5 Prozent überschritten, alle drei Insassen starben
Drei Menschen verloren ihr Leben, als am 17. März 2025 ein Kleinflugzeug kurz nach dem Start in Samedan GR abstürzte. Nun liegt der Schlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) vor – und zeigt: Eine fatale Kombination mehrerer Faktoren könnte zum Unglück geführt haben.
Das einmotorige Propellerflugzeug vom Typ Extra EA-400 war auf dem Rückflug nach Dänemark, als es nur zwei Minuten nach dem Start bei La Punt Chamues-ch abstürzte und vollständig ausbrannte. Alle drei Insassen – das Anwalts-Paar Line M.* und Andreas C.* sowie der gemeinsame Sohn – kamen ums Leben.
Überladen und falsch ausbalanciert
Laut der Sust war das Flugzeug beim Start überladen. Die maximale Abflugmasse wurde um rund fünf Prozent überschritten. Zudem lag der Schwerpunkt ausserhalb der zulässigen Grenzen – zu weit hinten. Das kann die Stabilität massiv beeinträchtigen und das Flugverhalten unberechenbar machen, besonders in der Startphase.
Bereits am Boden gab es Auffälligkeiten. Während der Betankung trat Treibstoff aus den Flügeln aus. Eine Mitarbeiterin des Fluginformationsdienstes wies die Pilotin darauf hin. Das Leck stoppte zwar vor dem Start – doch es zeigt, dass nicht alles reibungslos verlief.
Zu wenig Leistung im Engadiner Tal
Nach dem Abheben folgte das Flugzeug dem Inn talwärts und leitete bei La Punt eine Kurve ins Albulatal ein. Genau dort kam es zum Absturz. Augenzeugen berichteten, die Maschine habe sich kurz vor dem Aufprall um die eigene Achse gedreht.
Die Sust hält fest: Selbst unter optimalen Bedingungen wäre der Steigflug im engen Tal anspruchsvoll gewesen. Um den Albulapass sicher zu überfliegen, hätte das Flugzeug deutlich an Höhe gewinnen müssen. Mit Übergewicht und ungünstigem Schwerpunkt verschlechtern sich die Steigleistung und die Kontrolle jedoch erheblich.
Hinzu kamen mögliche Turbulenzen durch die Bise. Zwar herrschte gute Sicht, doch in den Alpen können bereits moderate Winde zu kritischen Luftbewegungen führen.
Kaum Daten – viele Fragen bleiben
Die Untersuchung wurde zusätzlich erschwert: Weder Flugwegdaten noch elektronische Geräte konnten ausgewertet werden – sie wurden beim Aufprall und im Feuer zerstört. Die Sust konnte den genauen Ablauf deshalb nur anhand von Zeugenaussagen rekonstruieren.
Auch technisch liess sich kein klarer Defekt nachweisen. Der Motor lief beim Aufprall offenbar noch. Hinweise auf eine unmittelbare Ursache fehlen – stattdessen ergibt sich ein Gesamtbild aus mehreren Risikofaktoren.
* Namen bekannt