Darum gehts
- Ein Flugzeugabsturz im Mai 2023 forderte bei Neuenburg drei Todesopfer
- Ursache: Fehlende Schrauben blockierten die Steuerung, technische Defekte im Bugfahrwerk
- Untersuchungsstelle fordert strengere Wartung, Nachrüstungen und Kontrollen für ältere Flugzeuge
Ein Rundflug über den Neuenburger Jura endete im Mai 2023 tödlich. Drei Personen kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Nun ist der Abschlussbericht der Schweizerischen Untersuchungsstelle da. Er zeigt: Der Flieger vom Typ Robin DR 400 crashte wegen fehlender Schrauben. Alle drei Insassen – der Pilot und zwei Passagiere – kamen ums Leben.
Um 10.18 Uhr startete die Maschine planmässig auf dem Flugplatz Eplatures NE. Wenige Minuten später kam es offenbar zu ersten Problemen. Augenzeugen berichteten von einem unregelmässigen Motorengeräusch. Kurz darauf beobachteten sie, wie das Flugzeug plötzlich eine abwärtsgerichtete Flugfigur ausführte, gefolgt von einer spiralförmigen Bewegung nach links.
Flugzeug schlug in bewaldetem Gebiet ein
Während des Sinkflugs nahm das Motorengeräusch stark ab. Um 10.31 Uhr schlug das Flugzeug in einem bewaldeten Hanggebiet ein. Ein Brand brach nicht aus, jedoch wurde das Flugzeug vollständig zerstört.
Der Grund, dass der Pilot die Kontrolle verlor: Die Steuerung blockierte, weil es im Bugfahrwerk zu einem technischen Defekt gekommen war. Eine Befestigungsmutter fehlte komplett. Eine Sicherungsschraube ebenfalls. Dadurch konnte sich ein Teil lösen, wobei Schäden an der Steuerverbindung entstanden.
Das empfiehlt die Sust
Laut der Sust wurden die Defekte bei vorgängigen Wartungen nicht entdeckt. Weiter hält die Sust allgemeine Schwachstellen in der Konstruktion des Flugzeugtyps fest. Die Untersuchungsstelle empfiehlt die systematische Überprüfung älterer Flugzeuge, Nachrüstung zur besseren Sicherung kritischer Bauteile sowie insgesamt strengere Wartungs- und Kontrollverfahren.
Bei dem Unglück kam auch der französische Filmemacher Valentin Petit (†32) ums Leben. Der Flug war ein Geburtstagsgeschenk eines Verwandten.