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Blick durfte ihn filmen:So sieht der Bus nach dem Unfall aus

Fünf Tote im Engadin
Lokalpolitiker soll am Steuer von Unfall-Car gesessen haben

Fünf Tote und 40 Verletzte forderte ein Busunglück am Donnerstag bei Zernez GR. Jetzt kommt heraus: Der Chauffeur soll ein niederländischer Lokalpolitiker sein.
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Fünf Menschen starben bei dem Unglück im Engadin.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Busunglück bei Zernez GR: Fünf Tote, 40 Verletzte am Donnerstag
  • Chauffeur war laut Bericht niederländischer Lokalpolitiker, Handy angeblich beschlagnahmt
  • Partei Helder kündigt Stellungnahme für Freitag an

Ein Chauffeur aus dem niederländischen Ort Montferland steuerte den Car, der am Donnerstagnachmittag im Engadin verunglückte. Das bestätigt Arjan Koster, der Chef des betroffenen Reiseunternehmens Oad Reizen, gegenüber niederländischen Medien. «Er ist ein erstklassiger Fahrer, ein erfahrener Mann, dem das Wohl seiner Fahrgäste sehr am Herzen liegt», bestätigt Koster. Neben seinem Beruf als Chauffeur engagiert sich der Mann auch in der Lokalpolitik seiner Heimatstadt.

In der Firma gelte der Fahrer als hochqualifizierter und erfahrener Profi. Er bereise die Alpenregion fast monatlich. «Zum Glück wurde er nicht verletzt, aber man kann sich vorstellen, wie emotional er nach dem Geschehenen ist», sagt Koster. Er wisse nun, dass fünf seiner Passagiere nicht überlebt haben. «Ich habe heute Morgen kurz mit ihm gesprochen, und es war schön, seine Stimme zu hören», sagt Oad-CEO Koster.

Der moderne Reisecar des Busherstellers VDL war am späten Nachmittag auf der Landstrasse zwischen Zernez GR und Susch GR im Unterengadin bei der Ausfahrt aus einer einspurigen Baustellenstrecke umgekippt und über einen Abhang hinuntergestürzt. Fünf Menschen sind bei dem Unfall gestorben, 40 weitere wurden verletzt.

Etappe 4 der Reise wurde zum Verhängnis

Ortswechsel zum Hotel Bergblick in Nauders (Österreich), einem Touristenort kurz vor dem Reschenpass. Hier übernachtete die holländische Reisegruppe. Nach dem Unfall herrscht in dem 3-Stern-Hotel die grosse Leere. Vor dem Hotel telefonieren zwei Reiseführer des Veranstalters Oad pausenlos, das Wort Taxi kommt oft vor.

Das Hotel Alpenblick in Nauders: Hier übernachtete die niederländische Reisegruppe.
Foto: Beat Michel

Gegenüber Blick dürfen sie keine Fragen beantworten, sie verweisen den Reporter auf die Firmenzentrale. Mit unverletzten Buspassagieren zu sprechen sei nicht möglich. Auch das Hotel gibt keine Auskunft. Blick erfährt nur, dass die Gruppe von Dienstag bis Dienstag gebucht hatte. Ob die Zimmer weiter gebraucht werden, ist noch nicht sicher.

Die Route des Reisebusses, auf der sich der Unfall ereignete, gehört zum festen Repertoire des Reiseanbieters Oad. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Reisegruppe demnach bereits vier Tage unterwegs. Von den Niederlanden aus reisten die Urlauber am ersten Tag in den Süden Deutschlands – in den Schwarzwald.

Verhängnisvoller vierter Reisetag

Von dort ging es an Tag 2 über das Tannheimertal und den Oberjochpass ins österreichische Nauders, wo die Touristen ihr Hauptquartier in einem Hotel bezogen. Am dritten Tag reiste die Tourgruppe von Nauders aus ins Kaunertal und entlang der gleichnamigen Gletscherstrasse zum Kaunertaler Gletscher.

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Grosseinsatz im Engadin:Videos aus der Nacht zeigen die Unfallstelle

Am nächsten Tag dann die verhängnisvolle vierte Etappe dieser Reise, auf welcher der Reisecar verunfallte. Als optionalen Tagesausflug bietet der Reiseunternehmer einen Tagesausflug nach Tirano und St. Moritz an, bei dem auch eine Fahrt mit dem «berühmten» Bernina-Express ermöglicht wird. Die Touristen werden in die Stadt im oberen Veltlin gebracht.

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Dort können sie den Bernina-Express besteigen und mit dem Zug nach St. Moritz fahren. Aus dem «eleganten St. Moritz», wie es im Programm beschrieben ist, bringt sie ihr gewohnter Reisecar durchs Ober- und Unterengadin wieder ins Hotel nach Nauders zurück.

In den kommenden Tagen wären dann Tagesausflüge nach Meran, auf die Bielerhöhe in der Silvretta und die Rückfahrt über den Bodensee geplant gewesen. Dazu wird es nun aber leider nicht mehr kommen.

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