Darum gehts
- Reisecar-Unfall bei Zernez GR: Fünf Tote, 40 Verletzte, Strasse zeitweise gesperrt
- 44 Insassen sowie Busfahrer betroffen, Car war auf Tagesausflug in der Schweiz
- Unfallort bei Baustelle, Rettung mit Helikoptern, Hotline für Angehörige eingerichtet
Horror-Unfall im Engadin: Mehrere Leserinnen und Leser berichteten am Donnerstagabend von einem umgekippten Car auf der Strecke zwischen Zernez GR und Susch GR. Die Kantonspolizei Graubünden bestätigte den Einsatz gegenüber Blick. Wegen des verunfallten Reisecars musste die Engadinerstrasse zeitweise komplett gesperrt.
Fünf Personen kamen bei dem Unfall ums Leben, 40 weitere wurden verletzt. Das bestätigte die Kantonspolizei Graubünden am Freitagvormittag. Zuvor war unklar, wie viele Todesopfer und Verletzte es gibt. Gemäss Kantonspolizei befanden sich inklusive Chauffeur 45 Insassen in dem Car. Zuvor war von 49 Insassen berichtet worden.
Identifikation der Todesopfer ausstehend
Wie die Kantonspolizei weiter mitteilt, fuhr der niederländische Reisecar von Zernez in Richtung Susch. Bei der Örtlichkeit Less kam er im Baustellenbereich von der Strasse ab und kippte um.
Drei Personen wurden schwer, sieben mittelschwer und 30 leicht verletzt. Die Verletzten wurden von sieben Rettungshelikopter der Rega der der Alpine Air Ambulance und Heli Austria sowie von 13 Ambulanzteams in verschiedene Spitäler überführt. Die Helikopter verliessen den Unfallort kurz vor 22 Uhr, wie die Kantonspolizei am Donnerstagabend einem Blick-Reporter vor Ort erklärte. Vor Ort waren auch Leichenwagen zu sehen. Die Identifikation der Verstorbenen steht noch aus.
«Der Car war gut besetzt. Wir gehen davon aus, dass es sich zum allergrössten Teil oder vielleicht ganz um niederländische Staatsangehörige handelt», sagte Roman Rüegg, Sprecher der Kantonspolizei Graubünden, am Donnerstagabend.
Car machte Abstecher in der Schweiz
Arjan Koster, Direktor des betroffenen Busunternehmens Oad, sagte am Donnerstagabend gegenüber dem niederländischen Newsportal AD, der Car sei auf dem Weg nach Österreich gewesen. Der Abstecher in die Schweiz sei als Tagesausflug gedacht gewesen. Eine Pressesprecherin des zentralen Dachverbandes der niederländischen Reisebranche ANVR erklärte gegenüber Blick, die Gruppe habe ihre Reise am Montag angetreten. Wo die Reise begann und wo sie hingehen sollte, war zunächst unklar.
Bundespräsident Guy Parmelin (66) äusserte sich am Donnerstagabend auf X zum Unglück. «Die zuständigen Schweizer Behörden werden dafür sorgen, dass eine umfassende und gründliche Untersuchung durchgeführt wird, um alle Umstände dieses Unfalls aufzuklären», so Parmelin. Ausserdem dankte er den Einsatzkräften.
Zeugin beobachtet Helikopter bei Spital
Am Donnerstagabend erreichten Blick mehrere Meldungen von Lesern. «Ich habe bei einem Spaziergang in Susch viele Sirenen und mehrere Rettungshelikopter gehört», sagte ein Leser. «In einer Lichtung konnte ich dann die Unfallstelle sehen. Vermutlich war es ein Car, der verunfallt ist.»
Eine andere Leserin meldete sich am Abend aus Scuol GR. Sie beobachtete einen Rettungshelikopter, der beim Spital landete. Nur Stunden zuvor sei sie an der Unfallstelle vorbeigefahren. «Der Unfall ist in einer Baustelle, in der der Strassenbelag erneuert wird. Die Strasse ist nur jeweils in eine Richtung befahrbar.»
Leser in Zernez berichteten von Helikoptern. Auch vom Dorfzentrum aus waren die Einsatzfahrzeuge demnach deutlich zu hören. Die Leser berichteten weiter von Strassensperren und einem riesigen Polizeiaufgebot.
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