Darum gehts
- Hitze bringt Algenproblem im Untersee Arosa GR, Wassertemperatur bei 21 Grad
- Algenwachstum durch hohe Temperaturen und Sonneneinstrahlung stark gefördert
- Gemeinde sucht mit Experten Lösungen, Wasserqualität bleibt jedoch einwandfrei
Die nächste Hitzewelle ist im Anmarsch. Am Donnerstag soll das Thermometer wieder bis zu 36 Grad anzeigen. Also: ab in die Badis zum Abkühlen!
Das gilt auch für die Bergregionen, wie zum Beispiel Arosa GR. Hier lockt das Strandbad Untersee, ein traumhafter Badesee inmitten einer imposanten Bergkulisse. Obwohl auf rund 1800 Metern gelegen: Das Wasser hat eine sehr angenehme Temperatur: 20 bis 21 Grad.
Doch der Badespass am Untersee ist getrübt, buchstäblich. Denn im See hat sich ein ungebetener Gast breitgemacht. Algen vermehren sich im Wasser. Sie profitieren von der langen Schönwetterphase, wie sie die Schweiz seit Wochen erlebt.
Mehr Algen als gewöhnlich
Das Algenwachstum im Untersee von Arosa beschäftigt auch Gemeindepräsidentin Yvonne Altmann (58). Sie sagt zu Blick: «Es gibt Jahre, da haben wir keine Probleme, dieses Jahr aber vermehren sie sich.»
Grund für die grünen Teppiche im See: Das warme Wasser ist eben nicht nur angenehm für die Badegäste, sondern auch für die Algen. «Normalerweise hat das Wasser eine Temperatur von 18 Grad, wegen der Hitze sind es nun 21. Das begünstigt das Wachstum.» Wassertemperaturen, wie sie der See aktuell hat, werden, wenn überhaupt, sonst Ende August gemessen.
Hinzu kommt die Sonneneinstrahlung selbst: Viel Sonne und wenig Wolken bedeuten mehr Algen im Untersee. «Entsprechend dem Sommerverlauf haben wir im Moment nun dieses kosmetische Problem», sagt Altmann.
Keine Gefahr für Badegäste
Kosmetisch ist das Algenwachstum, weil von den fadigen Grünalgen keine Gefahr für Mensch und Tier ausgeht. «Schwimmen ist absolut kein Problem, die Wasserqualität wird regelmässig geprüft und ist top», betont die Gemeindepräsidentin.
Sie selbst kühlt sich immer wieder gerne im See ab, so auch beim Interview mit Blick. «Sicherlich wäre ein kristallklarer Bergsee schöner, aber es ist ein Natursee, und entsprechend kann er sich ab und zu verändern», sagt Altmann.
Trotz allem geben die Algen vereinzelt Anlass für Diskussionen bei den Gästen. Die Gemeinde Arosa hat deshalb Flyer aufgehängt und auch in der lokalen Presse informiert. «Ein paar wenige Leute finden sie störend, die meisten aber haben kein Problem», sagt Altmann.
Auf der Suche nach Lösungen
Trotzdem: Einfach hinnehmen will die Gemeinde Arosa die Algen im See nicht. Schliesslich ist der Untersee für den Sommertourismus von grosser Bedeutung.
«Unser Bademeister schöpft die Algen ab und zu mit einem Rechen ab», so Altmann. Hinzu kommt, dass man mit Spezialisten des Kantons, der ETH Zürich und Hydrologen nach Lösungen sucht, um das Algenwachstum zu bremsen. «Wir schauen, ob mehr Frischwasserzufuhr oder ein höherer Sauerstoffgehalt im Wasser etwas bringen könnte», sagt die Gemeindepräsidentin und fügt an: «Es ist aber nicht einfach.» Ausgeschlossen sei hingegen der Einsatz von Chemie zur Bekämpfung der Algen.
Derweil hofft Yvonne Altmann auf natürliche Hilfe. Sie sagt: «Ein Gewitter kann die Bedingungen im See schon so weit verändern, dass die Algen wieder verschwinden.»