Darum gehts
- Gefährliche Fäkalbakterien im Rhein bei Dachsen ZH entdeckt, Badeverbot verhängt
- Braune Brühe mit WC-Papier fliesst aus Krienbachkanal in Reuss
- Veraltete Kanalisation in Luzern leitet Abwasser in Flüsse, Warnsystem fehlt
Die nächste Hitzewelle ist bereits auf dem Weg zu uns. Doch an Abkühlung ist mancherorts nicht zu denken. Bei der Badi Bachdelle in Dachsen ZH herrscht Ekel-Alarm. Das Kantonale Labor Zürich hat gefährliche Fäkalbakterien im Rhein entdeckt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Die Behörde warnt dringend vor einem Sprung ins Wasser. «Das Baden ist mit einem gesundheitlichen Risiko verbunden. Darum wird vom Baden in diesem Flussabschnitt abgeraten.» Woher die Verunreinigung stammt, ist unklar. Bis auf Weiteres wird das Flusswasser laufend getestet.
Braune Brühe am Nordpol
Nicht nur im Kanton Zürich, auch in der Zentralschweiz trübt Schmutzwasser die Sommerlaune. Nach heftigen Gewittern machte ein Leserreporter bei «Zentralplus» in Luzern eine eklige Entdeckung.
Aus dem Krienbachkanal floss eine braune, stark nach Fäkalien stinkende Brühe in die Reuss. Sogar WC-Papier schwamm im Fluss – und das wenige Meter oberhalb der gut besuchten Badi Nordpol.
Warnsystem ist zu teuer
Der Grund für die Schmutz-Welle ist das veraltete Mischsystem der Kanalisation. Bei Starkregen stossen die Leitungen schnell an ihre Grenzen. Um geflutete Keller zu verhindern, wird das Gemisch aus Regen- und Abwasser über Überlaufbecken direkt in die Flüsse abgeleitet. Diese Praxis ist gesetzlich erlaubt. Für Fische kann sie laut der ETH Zürich wegen des giftigen Stoffs Ammonium jedoch tödlich enden.
Die Stadt Kriens LU gibt für Badegäste immerhin Entwarnung. Es bestehe keine akute Gesundheitsgefährdung. Ein Warnsystem für Schwimmer ist dennoch nicht geplant. Ein solches ist gemäss Kanton Luzern weder verhältnis- noch zweckmässig und schlicht zu teuer. Nach einem starken Gewitter badet man in der Reuss also auf eigene Gefahr.