Darum gehts
- Schwerer Unfall auf der A3 Zürich: Lastwagen prallt ins Stauende
- Ein Fahrzeug komplett zerquetscht, Kleinkind unter den Verletzten
- 2024: 3200 Staustunden auf Abschnitt Urdorf-Nord bis Limmattal
Viele schwere Autounfälle ereignen sich an Kreuzungen, Kreiseln und stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten. Diese Orte sind besonders anfällig für Crashs, da sich dort verschiedene Verkehrsströme bündeln.
Am Dienstagmorgen kam es auf der A3 zwischen Urdorf Nord und Urdorf Süd im Kanton Zürich zu einem schweren Unfall. Ein Lastwagen prallte mit voller Wucht in ein Stauende. Ein Leserreporter beobachtete das Geschehen. «Es sind mehrere Autos an dem Unfall beteiligt. Ein Fahrzeug ist total zerquetscht», schilderte er. Später informierte die Polizei über den Horror-Crash. Vier Personen wurden teils schwer verletzt – unter den Verletzten ist auch ein Kleinkind.
Die Unfallursache ist noch unklar und wird von der Kantonspolizei Zürich abgeklärt.
Viele Staustunden an betroffener Stelle
Klar ist: Stauenden auf stark befahrenen Abschnitten wie der A3 sind keine Seltenheit. Denn: Die Strecke gehört regelmässig zu den zehn staureichsten Abschnitten der Schweiz. 2024 wurden knapp 2000 Staustunden auf der Strecke Urdorf-Süd bis zum Honeret-Tunnel gemessen, wo der Unfall passierte. Auf der Strecke Urdorf-Nord bis Verzweigung Limmattal waren es sogar 3200 Stunden, wie eine Auswertung von «CH Media» zeigte.
Auf Anfrage von Blick schreibt das Bundesamt für Strassen (Astra) zum Crash bei Urdorf: «Der Unfallort liegt auf einem verkehrlich sehr stark belasteten Streckenabschnitt der A3. Es ereignen sich dort aber nicht überdurchschnittlich viele Unfälle.» Die Behörde empfiehlt aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens an der Stelle eine stellenweise Reduktion der Fahrgeschwindigkeit, um Auffahrunfällen vorzubeugen.
«Dort kommen drei Verkehrsstränge zusammen»
Der Abschnitt ist eine klassische Engstelle – enge Kurven, Baustellen und Zu- und Abfahrten fördern plötzliche Bremsungen, die Kettenreaktionen auslösen können. Wer häufiger die Stelle passiert, weiss: In dem Gebiet kommt es immer wieder zu plötzlichen Staus. Daniel Menzi, Mediensprecher bei Swissdrive – die Organisation vereint alle Partner, die an Aus- und Weiterbildung von Verkehrsteilnehmern beteiligt sind – sagt gegenüber Blick: «In einer solchen Konstellation ist die Unfallgefahr potenziell erhöht.»
Natürlich könne man beim Crash auf der A3 nicht über die Unfallursache spekulieren, jedoch überrascht den Experten den Unfallhergang an dieser Stelle nicht. «Es kommen dort drei Verkehrsstränge zusammen. Deshalb können rasch Phantomstaus entstehen.» Sie entstehen meist ohne sichtbaren Grund durch Kettenreaktionen. «Ein leichtes Abbremsen oder ein Spurwechsel eines einzelnen Autos zwingt nachfolgende Fahrer zu stärkerem Bremsen, was sich als rückwärts laufende Stauwelle bis zum Stillstand verstärkt», erklärt Menzi.