Erklärung auf Chinesisch und Arabisch
Schweizer spottet über Touristen-Ampel – und versteht sie selbst nicht

Eine mehrsprachige Notiz neben einer Baustellenampel bei Grindelwald BE sorgt bei einem Schweizer im Netz für Spott. Dabei versteht er sie offenbar selbst nicht. Er ist nicht der Einzige, dem Schweizer Tourismusorte vermeintlich Selbstverständliches erklären müssen.
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Diese Baustellen-Ampel in Grindelwald BE sorgt wegen eines angebrachten Zettels für Aufsehen.
Foto: Screenshot

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mehrsprachiger Ampel-Zettel bei Grindelwald BE sorgt auf der Plattform Reddit für Spott
  • Ausgerechnet der empörte Autofahrer versteht das Lichtsignal offenbar selbst falsch
  • Auch andere Schweizer Tourismusorte greifen zu kuriosen Hinweistafeln
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Ein unscheinbarer Zettel neben einer Baustellen-Ampel bei Grindelwald BE bringt einen Autofahrer gehörig auf die Palme. Der Grund: Auf dem Infoblatt wird erklärt, was die Lichtsignale bedeuten – und das gleich in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Arabisch und Chinesisch. So steht in dicken schwarzen Lettern: «Bei roter Ampel hier halten», «Bei oranger Ampel fahren». 

«Sag mal, sind wir jetzt komplett verblödet?», wettert der Autofahrer in Mundart auf der Plattform Reddit. «Seit die Kindergärtnerin mit einem das erste Mal über die Strasse gegangen ist, weiss doch jeder: Bei Rot musst du stehen, bei Grün darfst du gehen.» Die spöttische Frage des selbsternannten «besorgten Mitbürgers»: «Haben die Leute die Autoprüfung im Lotto gewonnen?»

In der Kommentarspalte bekommt der Urheber kräftig Gegenwind: Denn eine Schweizer Baustellenampel muss nicht zwingend nach dem üblichen Rot-Gelb-Grün-Schema funktionieren. Bei temporären Anlagen wird statt Grün ein gelbes oder ein orange blinkendes Licht eingesetzt, das signalisiert, dass vorsichtig weitergefahren werden darf. «Du Schlaumeier! Es wird nie grün», klärt ihn ein User auf. Ein anderer spottet: «Offenbar hat der Ersteller des Beitrags das Lichtsignal trotz Erklärung in vier Sprachen selbst nicht verstanden. Aber Hauptsache, über andere herziehen.»

Grindelwald und Lauterbrunnen BE – Touristen trampeln über Friedhöfe

Die Ampel ist nicht der einzige Fall, bei dem Schweizer Tourismusorte vermeintlich Selbstverständliches erklären müssen. Die Jungfrauregion mit Grindelwald und Lauterbrunnen BE wird regelmässig von Touristen überrannt. In Lauterbrunnen beklagten sich Einheimische über Besucher, die durch Privatgärten und über Friedhofsanlagen liefen. Die Gemeinde reagierte – und stellte Plakate mit Verhaltensregeln auf. Sie sollen unmissverständlich klarmachen, dass Privatgärten und Friedhöfe nicht zum Sightseeing gehören.

Auf Koreanisch gegen den Ansturm in Iseltwald BE

Postauto hat nicht nur einen laminierten Zettel, sondern gleich eine ganze Website in einer asiatischen Fremdsprache verfasst: Weil die Berner Gemeinde bei koreanischen Touristen seit Jahren boomt, lancierte das Unternehmen 2024 erstmals eine Kampagne samt Website auf Koreanisch. Das Ziel: den reisefreudigen Koreanern auch andere Destinationen im Berner Oberland schmackhaft machen, um den Andrang in der 400-Seelen-Gemeinde zu dämpfen. 

Lungern OW – Bitte keine fremden Kinder anfassen

Auch Einwohner und Einwohnerinnen von Lungern OW stellten Schilder auf, um lästige ausländische Besucher fernzuhalten. Dort betraten Touristen aber nicht nur fremde Grundstücke: «Problematisch sind vor allem die Touristen, die Kinder anfassen», erklärte Andreas Kammer (56), ehemaliger Geschäftsführer der Gemeindeverwaltung, im Sommer 2024. Die Aufsichtsperson der Schule habe schon mehrfach gemeldet, dass blonde Kinder fotografiert oder sogar angefasst worden seien. Seither gibt es Verbotstafeln mit Symbolbildern.

Stoos SZ – Kühe für Selfies begrabscht

Auch auf dem Stoos und dem Fronalpstock tummeln sich dank Social Media jährlich Tausende Touristen. So viele, dass es auf der beliebten Gratwanderung zu Spitzenzeiten sogar Stau gibt. Einige Wanderer gingen für Fotos sehr nahe an die grasenden Kühe und Rinder. Auf Tiktok-Videos ist zu sehen, wie sich die Tiere wehren und zu nahe kommende Touristen leicht wegschubsen. Stoos-Muotatal Tourismus wirkte dem Fehlverhalten gegenüber den Kühen entgegen und stellte ebenfalls Sensibilisierungstafeln auf.

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