Darum gehts
- Touristenansturm auf die Drei Zinnen in Südtirol führt zu Stau
- Trotz Zugangsbeschränkung 2026 Besucherrekord
- Shuttledienst erweitert; Gemeinde prüft Lösungen gegen Strassen-Warteschlangen
Hochbetrieb im Südtirol! Mitten in den Sommerferien ist auf den Strassen in der bei Schweizern beliebten Region in Italien der Teufel los. Hunderte Touristen zieht es in die Berge. Ihr Ziel: ein cooles Foto mit den berühmten Dolomiten-Gipfeln Drei Zinnen. Ein Video zeigt eine riesige Warteschlange vor den Shuttlebussen, welche die Besucher zum Hotspot bringen.
Die Umstände bereiten den Behörden Sorgen, wie die italienische Tageszeitung «Corriere della Sera» berichtet. «Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir einen Besucherrekord – und das, obwohl wir bereits im zweiten Jahr den Zugang begrenzen», erklärt Nicola Bombassei, Gemeinderat der Gemeinde Auronzo di Cadore. Er ist zuständig für das Departement Umwelt und Raumplanung. Gemäss der Zeitung sorgte insbesondere das schöne Wetter nach drei regnerischen Tagen für die Mega-Schlange.
«Komplett ausgebucht»
In den letzten Jahren setzte sich die Gemeinde stark für eine Online-Reservierung ein, um eine Überfüllung vor Ort zu vermeiden. Laut Bombassei die absolut richtige Entscheidung. «Wir sind auf unbestimmte Zeit komplett ausgebucht.» Ohne die Zugangsbeschränkung, «wäre das Chaos noch grösser». «Warteschlangen entlang der Strasse sind keine akzeptable Lösung», so Bombassei weiter. Man werde prüfen, welche weiteren Massnahmen das Gedränge auf der Strasse verringern könnten.
Auch das lokale Busunternehmen Dolomiti Bus hat auf die Situation reagiert. Der Shuttle-Service zu den Drei Zinnen wird erweitert. «Wir beobachten die Besucherströme laufend und passen unser Angebot an die Bedürfnisse der Region an», meint Betriebsleiter Gabriele Mariani zum «Corriere della Sera».
Ein bekanntes Problem
Das Südtirol hat immer wieder mit einem riesigen Andrang an Touristen zu kämpfen. Die Seilbahn zum Gebirgszug Seceda sorgte letztes Jahr für Schlagzeilen. Einheimische störten sich an den Gästen, da viele von ihnen schlecht ausgerüstet sind, ihren Abfall zurücklassen – und sich aufführen, als würden sie einen Freizeitpark besuchen. Als Konsequenz meiden viele Bewohner die eigenen Ausflugsziele in der Region und kehren erst zurück, wenns wieder leerer ist.