Menschenmassen drängen um 7 Uhr für Insta-Fotos
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Touri-Chaos auf Santorini:Menschenmassen drängen um 7 Uhr für Insta-Fotos

Foto-Wahn zerstört Ferien
An diesen Hotspots stehen Reisende stundenlang an

Ein Video zeigt Menschen, die im Morgengrauen stundenlang für ein einziges Foto anstehen – Sinnbild eines Reisezeitalters, in dem Likes wichtiger sind als Erlebnisse. Und Santorini ist nur der Anfang: Auch andere Traumorte drohen unter dem Insta-Druck zu kippen.
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Bereits um 7 Uhr morgens tummeln sich auf Santorini Touristen, um ein begehrtes Foto für die sozialen Medien zu machen.
Foto: x

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Touristenmassen drängen auf Santorini um 7 Uhr für perfekte Fotos
  • Video auf X zeigt Social-Media-Wahn statt Ferienerlebnis
  • Täglich Tausende an Insta-Spots wie z.B. Pragser Wildsee in Südtirol
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Daniel MacherRedaktor News

Ferienidylle sieht anders aus: Ein Video auf X zeigt Szenen, die viele Reisende mittlerweile nur zu gut kennen. Bereits um 7 Uhr morgens drängen sich Dutzende Touristen durch eine enge Gasse auf der beliebten griechischen Ferieninsel Santorini. Ihr Ziel: das perfekte Erinnerungsfoto vor der weltberühmten Kulisse aus weiss getünchten Häusern und dem tiefblauen Meer der Ägäis.

Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, stehen die Wartenden dicht an dicht. Smartphones sind gezückt, die Kameras bereit. Alle hoffen auf den einen perfekten Moment – und das Bild, das später auf Instagram oder Tiktok landen soll.

«Statt jede Sekunde deiner Ferien zu geniessen»

Im Netz sorgt das Video für ungläubige Reaktionen. «Warum braucht man überhaupt ein eigenes Foto von Orten, die bereits Millionen Mal fotografiert wurden?», fragt eine Nutzerin. Ein anderer kommentiert trocken: «Wahnsinn. Stell dir vor, du machst so etwas, statt jede Sekunde deiner Ferien zu geniessen.»

Für viele Beobachter ist klar: Die Jagd nach dem perfekten Social-Media-Foto hat bei manchen Reisenden längst das eigentliche Ferienerlebnis verdrängt. Statt Landschaften zu entdecken oder in die lokale Kultur einzutauchen, wird der Ferienort zur Kulisse für den nächsten Post.

Und Santorini ist längst kein Einzelfall. Weltweit locken sogenannte Insta-Spots täglich Tausende Besucher an – oft mit ähnlichen Folgen:

Pragser Wildsee in Südtirol

Der türkisfarbene Bergsee in den Dolomiten hat sich dank Instagram vom Naturjuwel zum Foto-Hotspot entwickelt.

Wunderschön und sehr begehrt bei Touristen: der Pragser Wildsee.
Foto: LightRocket via Getty Images

Besonders morgens bilden sich lange Schlangen an den Holzstegen, weil Besucher das ikonische Bild mit den traditionellen Ruderbooten und der spektakulären Bergkulisse im Hintergrund schiessen wollen. Viele reisen gezielt für dieses eine Motiv an – und verlassen den Ort kurz nach dem perfekten Schnappschuss wieder.

Trolltunga in Norwegen

Die berühmte Felszunge hoch über einem norwegischen Bergsee zählt zu den bekanntesten Insta-Spots Europas. Nach der stundenlangen Wanderung wartet oft bereits die nächste Geduldsprobe: An Spitzentagen stehen Besucher über eine Stunde an, um für wenige Sekunden auf der Felskante zu posieren.

Nur wenige Sekunden auf der berühmten Felszunge – dafür warten Wanderer an Spitzentagen teils über eine Stunde.
Foto: Photothek/Getty Images

Während Dutzende Kameras bereitstehen, wird das Naturerlebnis zur Foto-Produktion.

Lempuyang-Tempel auf Bali

Kaum ein Ort steht so sehr für den Einfluss sozialer Medien auf den Tourismus wie das berühmte «Gates of Heaven» («Himmelstor») auf Bali. Besucher warten teilweise mehrere Stunden und ziehen Nummern, um das begehrte Foto vor dem Tempeltor zu erhalten.

Das berühmte «Gates of Heaven»-Foto lockt täglich Hunderte Besucher an. Für den perfekten Schnappschuss nehmen viele lange Wartezeiten in Kauf.
Foto: AFP

Besonders kurios: Der weltbekannte Spiegeleffekt, der das Tor über einer Wasserfläche schweben lässt, entsteht nicht durch einen See, sondern durch einen einfachen Trick mit einem Spiegel oder Smartphone. Der Andrang bleibt dennoch ungebrochen.

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