«Bis jetzt noch nie erlebt»
Jäger erlegt versehentlich Pferd – jetzt spricht der Bauer

Aufgrund einer Verwechslung erlegte ein Jäger am frühen Sonntagmorgen auf einer Weide in Cröt GR ein Pferd. Bauer Bruno L., der das Tier in seiner Obhut hatte, erfuhr von der zuständigen Wildhüterin von dem Unfall – das Tier gehörte einer privaten Halterin.
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Ein Jäger erlegte auf einer Weide in Cröt am frühen Sonntagmorgen versehentlich ein Ross. Sein Jagdpatent musste er vor Ort abgeben.
Foto: Kapo GR

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jäger erschiesst am 6. September in Cröt GR versehentlich ein Pferd
  • Schusszeiten ab 6 Uhr wegen Dunkelheit kritisch, sagt ein erfahrener Jäger
  • Laut den Behörden liegt die Verantwortung bei den Jägern
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Am Eingang des Averstals in Cröt GR kam es am frühen Sonntagmorgen zu einem Jagdunfall. Ein Jäger erlegte dabei versehentlich ein Pferd, das sich auf einer Weide befand. Der Jäger, der daraufhin unmittelbar die zuständige Wildhut informierte, musste noch vor Ort sein Jagdpatent abgeben. 

Bauer Bruno L.* (64) hatte das erlegte Tier zu der Zeit in seiner Obhut. Im Gespräch mit Blick erzählt er, dass schon seit 35 Jahren regelmässig Pferde und andere Tiere auf seinen Wiesen in Avers übersommern. «So etwas habe ich bis jetzt noch nie erlebt», sagt er geknickt.

Angehörige der Halterin nahmen Abschied

Beim verstorbenen Tier handelte es sich um ein Pferd einer privaten Halterin. «Es ist, wie wenn ein Haustier stirbt», so L. Und weiter: «Der Bezug zwischen den Pferden und ihren Haltern ist sehr eng.» Die Besitzerin selbst sei derzeit noch in den Ferien, aber ihre Angehörigen kamen bereits auf den Hof, um Abschied zu nehmen. 

«Offenbar ist es so gewesen, dass der Jäger das zu erlegende Tier nicht richtig ansprechen konnte», berichtet der Landwirt. In der Fachsprache bezeichnet das die genaue Identifikation der Wildtierart, des Gesundheitszustands und des Geschlechts des Tiers – bevor man schiesst. «Solche Vorfälle sind wirklich extrem selten und eine grobe Fahrlässigkeit des Jägers.»

Grundsätzlich seien Jäger in der Region aber willkommene Gäste. «Es sind eigentlich sehr seriöse und anständige Leute», stellt Bruno L. klar. Er stellt sich die Frage, ob die Jagd an dunklen Spätsommer- und Herbsttagen wirklich schon so früh starten sollte.

«Pferd unterscheidet sich massiv von einem Hirsch»

Auch für einen Jäger aus der Region, der selbst seit 35 Jahren auf die Jagd geht und die Region im Bündnerland gut kennt, sind die frühen Abschusszeiten unverständlich. «Dass man ab 6 Uhr schiessen darf, ist absolut unverantwortlich», meint er im Gespräch mit Blick. 

«Selbst wenn der Jäger das Tier im Dunkeln richtig erkennen würde, den Hintergrund kann er unmöglich sehen», sagt er. Dabei sei dies vor dem Abschuss absolut zentral. «Der Jäger muss sicherstellen können, dass eine Kugel bei einem Fehl- oder Durchschuss von einem weichen Untergrund abgefangen wird.» Die Hauptverantwortung liege immer beim Jäger.

Wie es zur Verwechslung kommen konnte, ist ihm schleierhaft. «Auch wenn er nur die Umrisse gesehen hat, unterscheiden sich Pferde sowohl in der Kopfform als auch vom Körperbau her massiv von Hirschen.» Zudem sei der Schweif ein dominantes Erkennungsmerkmal eines Pferds. 

Laut den Behörden liegt die Verantwortung bei den Jägern

Auf Anfrage von Blick teilt das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden mit, dass die Schusszeiten in den Jagdbetriebsvorschriften festgelegt werden. Diese würden sich an den Lichtverhältnissen der entsprechenden Jahreszeit orientieren.

Schlussendlich liege es aber in der Verantwortung des Jägers, zu entscheiden, ab welcher Uhrzeit er ein Tier korrekt ansprechen könne. Das Amt betont jedoch, dass es sich beim Vorfall am Sonntag um einen Einzelfall handelt. 

* Name bekannt  

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