Darum gehts
- Schweiz übertrifft bereits jetzt Jahresnorm für Sonnenscheindauer 2026
- Noch fehlen 200–400 Stunden für Rekord der meisten Sonnenstunden
- Sonnenschein besonders im Mittelland, Voralpen und Jura bemerkbar
Die Schweiz erlebt ein aussergewöhnlich sonniges Jahr. In mehreren Regionen wurde die durchschnittliche Sonnenscheindauer eines ganzen Jahres bereits Mitte September erreicht oder sogar überschritten. Das zeigt eine Auswertung von Meteo News. Als Vergleich dient das Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020.
Besonders bemerkenswert: Es bleiben noch dreieinhalb Monate. Für den Allzeit-Rekord fehlen je nach Messstation nur noch 200 bis 400 Sonnenstunden.
Die Rolle des Hitzesommers
Der Hitzesommer ist nicht allein schuld am Sonnenrekord, erklärt Klaus Marquardt, Meteorologe bei Meteo News, gegenüber Blick. Das gesamte Jahr habe die Tendenz, trocken und sonnig zu sein. Eine Ausnahme sei der Februar. «In diesem Monat wurden unterdurchschnittlich viele Sonnenstunden registriert», so der Meteorologe.
Aussergewöhnlich – aber keineswegs einmalig: Schon 2022 wurde die Jahresnorm im September geknackt. Regional wurde das Klimamittel teils noch früher als in diesem Jahr überschritten.
2022 wurde ein Überschuss an Sonnenschein von 20 Prozent erzielt, erklärt der Experte. Auch im vergangenen Jahr wurde die Durchschnittsnorm mit etwa sechs bis sieben Prozent überschritten.
Ein langfristiger Trend?
Die ganze Schweiz tankt Sonne satt. Den grössten Überschuss misst Meteo News im Mittelland, in den Voralpen und im Jura.
Ein klarer langfristiger Trend zu immer mehr Sonnenstunden lässt sich aus den vergangenen Jahren nicht ableiten. Zwar waren einige der vergangenen Jahre überdurchschnittlich sonnig, 2024 lag hingegen unter dem langjährigen Mittel.
«Das sind natürliche Schwankungen», betont Marquardt. Doch der Experte sagt auch, dass wir auf das sonnenreichste Jahr zusteuern könnten, wenn der Herbst sich so verhält wie der Rest des Jahres.