Das Niedrigwasser auf Rhein und Donau setzt die Versorgung mit Tierfutter in der Schweiz unter Druck. Weil seit Wochen zu wenig Protein-Futtermittel ins Land gelangt, gibt der Bund nun einen Teil der Pflichtlager frei.
Ab dem 1. September dürfen knapp 16'000 Tonnen bezogen werden. Das entspricht maximal 20 Prozent der eingelagerten Menge, wie die Wirtschaftliche Landesversorgung des Bundes am Montag in einer Mitteilung schreibt. Die Massnahme sei bis spätestens Ende Februar 2027 befristet.
Das Problem ist der Transport
An Futtermitteln mangelt es auf dem Weltmarkt an sich nicht – das Problem ist der Transport. Die Hitzewelle dieses Sommers hat besonders den Rheinpegel drastisch sinken lassen und die Schifffahrt beeinträchtigt, wie Blick aufzeigte. Wegen der niedrigen Pegel können Importeure derzeit nicht genügend Proteinträger in die Schweiz bringen. Gleichzeitig sorgt die anhaltende Trockenheit dafür, dass weniger Raufutter verfügbar ist.
Besonders wichtig ist Sojaschrot, bei dem die Schweiz fast vollständig von Importen abhängt. Verschärft sich die Lage weiter, könnte der zuständige Wirtschaftsminister Guy Parmelin (66, SVP) die gesamten Pflichtlager freigeben. Dies müsste er per Verordnung tun, heisst es aus Bern weiter.