YB-Fan wird abgeführt – Schlägerei mit den Stewards
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Der Megaskandal im Video:YB-Fan wird abgeführt – Schlägerei mit Stewards

«Das wäre in der Schweiz nie passiert»
Jetzt sprechen die verhafteten YB-Fans

Die Polizei nimmt nach den Ausschreitungen am YB-Spiel in Birmingham acht Schweizer Fans fest. Nun wurden die Namen von vier Verhafteten publik. Blick konnte mit einem von ihnen sprechen.
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YB-Chaoten sorgen gegen Aston Villa für einen Eklat. Unter ihnen: Moritz P. (18, mit Balken).
Foto: Keystone

Darum gehts

  • YB-Fans verursachen Ärger in Birmingham, Polizei greift hart durch
  • Vier verhaftete Fans namentlich bekannt
  • Miro A. zu zwei Monaten Gefängnis und 200 Pfund Busse verurteilt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Die Schlagzeilen sind gross, der Ärger ebenso. Einige Anhänger der Berner Young Boys arten während des Fussballspiels gegen Aston Villa in Birmingham am vergangenen Donnerstag aus. Sitzschalen fliegen, Faustschläge werden verteilt. Die Polizei greift hart durch, nimmt zwei Hooligans noch im Stadion und sechs weitere tags darauf am Flughafen fest. 

Nun haben die britischen Behörden die Namen von vier Verhafteten publiziert. Unter ihnen Moritz P.* (18) aus dem Kanton Bern. Er ist arbeitslos, wohnt noch bei seiner Mutter. Diese öffnet Blick am Sonntag die Tür, erklärt: «Ich weiss auch noch nichts Konkretes, er wurde aber entlassen und sollte nächstens nach Hause kommen.»

«Das ist eine Schweinerei»

Plötzlich steht Moritz P. selbst im Türrahmen, fragt, was los sei. Angesprochen auf die Publikation seines Namens, sagt er: «Das ist eine Schweinerei. Aber auch Bilder, auf denen man mich inmitten der Fans stehen sieht.» 

Moritz P. (mit Balken) wurde nach dem YB-Spiel in Birmingham festgenommen.
Foto: Keystone

Er zeigt Blick die Fotos aus dem Stadion, zoomt ran. «Das bin ich, hier. Ich stand nur per Zufall da und habe nur geflucht, nicht geschlagen», beteuert er. Trotzdem sei er verhaftet worden. «Voll übertrieben», findet der 18-Jährige. «Das wäre in der Schweiz nie passiert.»

Tatsächlich gehen die britische Polizei und die Justiz vergleichsweise hart gegen Hooligans vor. Das Konzept: Abschreckung statt Dialog. Besonders Angriffe auf Polizisten – wie eben am Donnerstag im Stadion – gelten als schwere Delikte.

In Haft sei es «nicht schön» gewesen, sagt Moritz P. Er sei nur herausgekommen, weil er alles zugegeben habe. «Mir wurde nur das Fluchen vorgeworfen», fügt er an. 

Die Busse habe er noch nicht erhalten. Und einen Anwalt habe er nicht. Moritz P.: «Es waren andere YB-Fans, die es schlimmer erwischt hat. Aber über andere rede ich nicht.» 

«Ich habe nur geflucht und meine Arme verworfen»

Gemäss den britischen Strafverfolgungsbehörden wurde der 18-Jährige wegen Bedrohungen, Beleidigungen oder Beschimpfungen, beziehungsweise wegen Provokation von Gewalt angeklagt. Dasselbe gilt für Manuel I.* (24) und Andreas K.* (38).

Auch Andreas K. (mit Balken) musste am Samstag vor dem Birmingham Magistrates Court antreten.
Foto: Dukas

Auch Andreas K. trifft Blick am Sonntag im Kanton Bern an. Der Familienvater sagt: «Ich habe nur geflucht und meine Arme verworfen, mehr nicht.» Er sei «einfach per Zufall in der Nähe der Polizei» gestanden. «Ich habe eine Busse fürs Fluchen erhalten und durfte wieder gehen.» Die englische Polizei habe voll übertrieben. «Das würde in der Schweiz nie passieren», ist auch der 38-Jährige überzeugt. 

Polizei-Schläger gesteht

Auch den Namen des Polizei-Schlägers haben die britischen Behörden bekannt gegeben: Miro A.* (36). Die Justiz wirft ihm vor, er sei während der Ausschreitungen handgreiflich geworden und habe einen Polizisten attackiert. Mitten im Einsatz, als die Polizei die eskalierende Lage beruhigen und weitere Gewalt verhindern wollte.

Miro A. muss für zwei Monate ins Gefängnis, weil er einen Polizisten attackiert hatte.
Foto: zVg

Miro A. räumte den Vorwurf am Samstag vor Gericht ein. Er bekennt sich schuldig, das Gericht verurteilt ihn zu einer zweimonatigen Gefängnisstrafe und 200 Pfund (212 Franken) Busse. 

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Wer die weiteren vier Verhafteten sind, ist derzeit noch unklar. Den Skandal-Fans dürften auch hierzulande noch Konsequenzen drohen: etwa Stadionverbote und weitere Strafen. Auch für die Young Boys selbst könnte es ein Nachspiel geben.

* Namen geändert 

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