Darum gehts
- Polizei verhaftet acht YB-Fans in Birmingham und verurteilt einen ersten sehr schnell
- Drakonische Strafen und andere Massnahmen führten zu Ruhe in englischen Stadien
- Ausschreitungen gibts bei Premier-League-Klubs nur noch bei internationalen Spielen
Während des Spiels vom Donnerstag zwischen Aston Villa und YB verhaftet die Polizei die ersten zwei Berner Krawallmacher und führt diese unzimperlich und abschreckend zu viert ab: In Handschellen mit nach unten gedrücktem Kopf. Kurz vor dem Rückflug in die Schweiz werden am Freitag sechs weitere auf dem Flughafen festgenommen.
In diesem Tempo gehts weiter. Diesmal sind es die Richter, die Vollgas geben. Bereits am Samstagmittag wird ein erster, der geständig ist, wegen tätlichen Angriffs gegen einen Polizisten zu zwei Monaten Haft und 200 Pfund Busse verurteilt. Drei weitere müssen sich gleichentags vor dem Amtsgericht Birmingham verantworten. Deren Urteile stehen noch aus. Dieses Tempo möglich machen die exzellenten und flächendeckenden Überwachungskameras, die es in England generell gibt, sowie die Bodycams der Polizisten.
Was passiert mit dem verurteilten Fan? «Üblicherweise kann man nach einem solchen Schnellurteil anderntags auf Kaution nach Hause gehen», sagt Charlie Wyett, Starreporter der auflagenstärksten englischen Zeitung «The Sun». Doch wenn es um einen tätlichen Angriff auf einen Polizisten gehe, wie in diesem Fall, sei nicht auszuschliessen, dass man im Gefängnis bleibe. «Es ist auch denkbar, das er sich später noch vor einem regulären Gericht verantworten muss», so Wyett weiter. Eine Anfrage an die West Midlands Police ist seitens von Blick ergangen.
Von den Krawallbrüdern zu ruhigen Eventfans
Ausschreitungen dieser Art, wie es sie bei Aston Villa vs. YB gab, sind in der Premier League die grosse Ausnahme. Und wenn, dann nur bei europäischen Spielen. Warum ist das so?
Nach den desaströsen Zuständen mit vielen Krawallen in den englischen Stadien der 80er-Jahre wurden Massnahmen getroffen, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Mit Einführung der Premier League 1992 wurden Stehplätze untersagt. Das war auch eine Folge der Hillsborough-Tragödie von 1989, als 97 Menschen starben. Dann wurden drakonische Strafen für Chaoten eingeführt, die sich nicht an die Regeln halten. Häufig 18 oder gar 24 Monate Knast. Überdies wurden die Ticketpreis erhöht.
Das alles führte zu einem schleichenden Wechsel der Klientel, weg von den Hardcore-Anhängern hin zu immer mehr (ruhigen) Eventfans. Was der Stimmung in englischen Stadien abträglich war.
Warum die Gästesektoren direkt beim Feld sind
Handkehrum kehrte Ruhe ein. Gerade auch aufgrund der drakonischen, abschreckenden Strafen bei Fehlverhalten. Auch in den Gästesektoren herrschte fortan Ruhe und Ordnung. «Weshalb es auch kein Problem war, Sektoren ganz unten beim Feld zu platzieren», sagt Wyett. «Die Liga schreibt das sogar im Grundsatz sogar vor. Um das Werfen von Gegenständen auf Zuschauer in den Rängen darunter zu verunmöglichen. Die meisten Klubs kamen dem sogar gerne nach, denn die Fans im Gästesektor sorgen für Stimmung.»
Das Problem sind die internationalen Matches. Die Gäste vom Kontinent sind sich nicht gewahr der Konsequenzen, die bei ihnen zuhause weit harmloser sind. So kams vor dem Champions-League-Spiel Arsenal gegen Bayern zu Scharmützeln zwischen Münchner Fans und den Ordnungskräften. Auch im Emirates ist der Gästeblock direkt am Spielfeld. Dasselbe Setting und Szenario fand man in der Europa League bei Nottingham gegen Malmö.
Die englische Polizei ist heilig – und unzimperlich
Dreimal! Zufall? Oder doch nicht? Der FC Bayern beklagt sich über Polizei-Willkür gegenüber seinen Fans vor, während und nach dem Spiel. Auch bei YB moniert man eine Überreaktion der Ordnungshüter. Und dennoch sollte man sich als Individuum nicht wehren. Denn die Polizei ist in England heilig. Wer diesen Grundsatz nicht befleissigt, wird von der Justiz hart angefasst. Das müssen die YB-Fans nun am eigenen Leib erfahren. Inklusive unzimperliche Veröffentlichung ihrer Namen. Andere Länder, andere Sitten.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 5 | 9 | 12 | ||
2 | 5 | 7 | 12 | ||
3 | 5 | 5 | 12 | ||
4 | 5 | 5 | 11 | ||
5 | 5 | 5 | 11 | ||
6 | 5 | 4 | 11 | ||
7 | 5 | 4 | 10 | ||
8 | 5 | 3 | 10 | ||
9 | 5 | 2 | 10 | ||
10 | 5 | 4 | 9 | ||
11 | 5 | 4 | 9 | ||
12 | 5 | 4 | 9 | ||
13 | 5 | 4 | 9 | ||
14 | 5 | 2 | 9 | ||
15 | 5 | 2 | 9 | ||
16 | 5 | 4 | 8 | ||
17 | 5 | 3 | 8 | ||
18 | 5 | 3 | 8 | ||
19 | 5 | 3 | 8 | ||
20 | 5 | 0 | 8 | ||
21 | 5 | -1 | 7 | ||
22 | 5 | -1 | 7 | ||
23 | 5 | -3 | 7 | ||
24 | 5 | 0 | 6 | ||
25 | 5 | -3 | 6 | ||
26 | 5 | -5 | 6 | ||
27 | 5 | -5 | 6 | ||
28 | 5 | -3 | 4 | ||
29 | 5 | -5 | 3 | ||
30 | 5 | -5 | 3 | ||
31 | 5 | -5 | 3 | ||
32 | 5 | -5 | 1 | ||
33 | 5 | -7 | 1 | ||
34 | 5 | -8 | 1 | ||
35 | 5 | -13 | 1 | ||
36 | 5 | -8 | 0 |
